Staatstheater Stuttgart Schauspiel bleibt länger Baustelle
Tim Schleider, 19.12.2011 17:30 Uhr
Das Staatstheater am Stuttgarter Eckensee Foto: nn
Das Staatstheater am Stuttgarter Eckensee Foto: nn

Stuttgart - Krisenstimmung im Stuttgarter Staatstheater: Der geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks und der Schauspielchef Hasko Weber haben dem Verwaltungsrat der Bühnen am Nachmittag mitgeteilt, dass ein ordentlicher Spielbeginn im frisch renovierten Schauspielhaus am Eckensee zum 12. Februar 2012 aus ihrer Sicht nicht möglich ist. Nicht nur der Baufortschritt lasse zu wünschen übrig, es gebe auch erhebliche Baumängel, die in der verbleibenden Zeit nicht mehr zu beheben seien. Einzelheiten wollten die Intendanten am frühen Abend auf einer Pressekonferenz erläutern; diese war bis zum Redaktionsschluss noch nicht beendet.

Allerdings zeichnet sich schon ab, dass die zweite Hälfte der laufenden Saison von der Schauspielsparte nur mit Abstrichen bestritten werden kann. Die Ersatzspielstätte in der Türlenstraße muss definitiv zum 1. Januar geräumt werden. Große Produktionen wie Schillers „Don Karlos“, Sartres „Das Spiel ist aus“ und Lessings „Emilia Galotti“, die alle für den Eröffnungsmonat Februar geplant sind, stehen nun offenbar noch unter Vorbehalt. Im Vorfeld der Verwaltugsratssitzung war auch die Rede von einer vorzeitigen Sommerpause des Schauspiels, um eine so verlängerte spielfreie Zeit dann für bauliche Nachbesserungen zu nutzen. Dadurch würden aber vermutlich nicht nur die veranschlagten Baukosten weiter ansteigen, sondern sich auch die Einnahmemöglichkeiten der Schauspielsparte verschlechtern. Betroffen wäre dann auch das Ballett, das am 23. März im renovierten Schauspielhaus seinen Tanzabend „Körpersprache“ mit drei Uraufführungen von Mauro Bigonzetti, Edward Clug und Marco Goecke präsentieren will.

Die bauliche Grundüberholung des Schauspielhauses ist die 24 Millionen Euro teure erste Etappe einer Generalsanierung der Württembergischen Staatstheater, für die insgesamt 52 Millionen Euro veranschlagt sind. Die Gebäude sind im Besitz des Landes, verantwortlich für alle Baumaßnahmen ist darum das Finanzministerium. Die Kosten teilen sich aber wie üblich das Land und die Stadt Stuttgart als gemeinsame Betreiber der Theater zu gleichen Teilen. Im August 2010 wurde mit der Sanierung des Gebäudes, das 1962 als Kleines Haus wiedereröffnet worden war, begonnen. Die Fertigstellung war bereits für den Sommer 2011 vorgesehen und musste dann auf den 3. Februar 2012 verschoben werden. Die Sanierung des Opernhauses, dessen Pläne und Baisubstanz auf das Jahr 1912 zurückgehen und insbesondere im Werkstättenbereich große Mängel aufweist, soll im Sommer 2012 beginnen.

Kommentare (6)
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DEZ
23
fritzthecat, 16:46 Uhr

JOJO Effekt

Typisch für behördliche öffentliche Bauaufträge. S21 wirds genauso werden, das ist ein systemrelvanter Viruseffekt.

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DEZ
20
IceAge, 14:06 Uhr

Bauwelt/Eiswelt

Kommt doch mal in die neue Eiswelt und schaut Euch da die neue "tolle" Halle an. Da kann man sehen was passiert wenn die Stadt baut und wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird. Keiner Zuständig, niemand schuldig aber alle haben daran gut verdient, so wird es dann halt wenn es allen vor allem den Verantwortlichen scheißegal ist was danach ist. So ist die Zeit heute schnell billig und nichts von Bestand und Dauer. Viel Spass noch bei S21.

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DEZ
19
BeHe, 19:05 Uhr

Bauaktivitäten

Na, hoffentlich hat man auch auf die Fledermäuse und die Juchtenkäfer im Gebälk Rücksicht genommen! Oder wurde die Baumaßnahme nicht mit dem BUND abgestimmt? Liegt das vielleicht daran, dass die Verantwortlichen auch S21-Gegner sind? Gelten hier evtl. geringere Auflagen ...

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