Stadftteilbesuch Umweltminister in Zuffenhausen

Von Bernd Zeyer 

Bei seinem Stadtteilbesuch hat Franz Untersteller im Ferdinand-Porsche-Gymnasium und in den Flüchtlingsunterkünften Station gemacht.

„Sprache ist der Schlüssel und die Voraussetzung für  Integration“, sagt Franz Untersteller (links) im Gespräch mit Flüchtlingen und Mitgliedern des Freundeskreises. Foto: Bernd Zeyer
„Sprache ist der Schlüssel und die Voraussetzung für Integration“, sagt Franz Untersteller (links) im Gespräch mit Flüchtlingen und Mitgliedern des Freundeskreises.Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - Vor kurzem ist der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller zu Gast in Zuffenhausen gewesen, Dabei hat er auch das Ferdinand-Porsche-Gymnasium und die Flüchtlingsunterkünfte an der Zazenhäuser Straße besucht.

Im Zimmer 106 des Porsche-Gymnasiums herrscht erwartungsvolle Spannung. Acht Schülerinnen und Schüler proben gerade ihre Referate, als bei Lehrer Dieter Bareis das Handy klingelt. Der Minister ist auf dem Weg, Schüler, Lehrer und Konrektor Kai Salmen machen sich auf den Weg, um Untersteller im Pausenhof zu empfangen. Dessen schwarze Limousine fährt auch bald vor, nach einigen Begrüßungsworten geht es wieder hinauf ins Zimmer 106. „Schule als Modellwerkstatt für nachhaltiges Leben“, so lautet der Oberbegriff zu den Referaten der Schüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Sie erläutern, warum LED-Lampen weniger Strom verbrauchen als Glühbirnen, berichten über die Erderwärmung und den CO2-Ausstoß von Autos. Auch ein interessantes Experiment kommt zur Sprache: Jede Klasse hat täglich die Lampen in den Unterrichtsräumen zwei Stunden kürzer brennen lassen, dabei konnten in einem Jahr 10 200 Kilowattstunden Strom, 5,7 Tonnen CO2 und 2216 Euro an Kosten gespart werden.

Besuch im Ferdinand-Porsche-Gymnasium

Dieter Bareis, der sowohl die Klima AG als auch die Natur AG des Gymnasiums leitet betont, dass man die Schüler dazu anhalten wolle, Energie einzusparen und verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen. 2010 hatte die Schule eine eigene Klimaschutzerklärung verabschiedet, die Wanderausstellung „Klimawandel zum Anfassen“ ist unter anderem auch schon im Stuttgarter Rathaus zu sehen gewesen. 2013 gewann das Gymnasium sogar den bundesweiten Wettbewerb „Energiesparmeister“. Trotzdem, das erläutert Bareis, liege noch einiges im Argen. So gebe es in den Schulgebäuden Fenster aus den 1960er Jahren, die dringend ausgetauscht werden müssten. Auch der Ausbau der Fotovoltaikanlage auf dem Dach wäre wünschenswert, dafür müsste die Politik allerdings zunächst vernünftige Rahmenbedingungen schaffen. „Energetische Sanierung an Schulen ist ein wichtiges Thema“, betont Untersteller und wirft noch einen Blick auf die Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Der Zeitplan drängt, die nächste Station, die Flüchtlingsunterkunft an der Zazenhäuser Straße, steht noch auf dem Programm.

In den Systembauten leben 151 Menschen, 71 von ihnen sind Kinder. Eines davon, die sechsjährige Galia aus Syrien, überreicht dem Minister eine Rose und ein selbstgemaltes Bild mit zwei Herzen in den Farben Schwarz-Rot-Gold. „Die Kinder lernen unheimlich schnell Deutsch“, sagt Ludwig Bierbaum, Mitglied im ehrenamtlichen Freundeskreis und Rektor der Hohensteinschule, an der es vier internationale Klassen für die Flüchtlinge gibt. Einigen der Asylanten, beispielsweise Qasar Shahzad aus Pakistan, kann es gar nicht schnell genug gehen, die neue Sprache zu lernen. Mittlerweile, so berichtet der 37-Jährige, habe er zwar eine Arbeitserlaubnis, möchte aber noch besser Deutsch sprechen, bevor er mit einem Job beginne. „Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden“, erzählt er. Unter seinem Jackett trägt er ein T-Shirt in den Deutschlandfarben.

Untersteller lobt Freundeskreis

Großen Anteil an der Begrüßungskultur hat der rund 100-köpfige ehrenamtliche Freundeskreis. „Sie sind für uns immens wichtig“, sagt Sozialarbeiterin Jessica Sousa. Auch Franz Untersteller lobt die Ehrenamtlichen. „Wir sind froh über die große Hilfsbereitschaft“, sagt er und räumt ein, dass das Land auf eine derart große Flüchtlingszahl nicht vorbereitet gewesen sei. Die Landesregierung tue alles, um Asylverfahren zu beschleunigen. Hilfe müsse aber auch von der Bundesregierung kommen: „Wir brauchen ein vernünftiges Einwanderungsgesetz.“

Sonderthemen