Stadtmarketing Stuttgart
Die Region als Erlebnispark
Hildegund Oßwald,
16.03.2010 15:46 Uhr
Ein starker Werbebotschafter für Stuttgart: das Mercedes-Museum. Foto: Michael Steinert
""Wenn die Leute sich fragen, ob sie nach Mallorca, Hamburg oder sonst wohin reisen wollen, dann muss auch die Region Stuttgart als Auswahlmöglichkeit auftauchen.""
Andreas Mack, Geschäftsführer der Werbeagentur Embassy
Erklärtes Ziel von Touristikchef Armin Dellnitz ist es, den Namen Stuttgart zu einer begehrenswerten Reisemarke zu machen, die neue Besucher in Stadt und Region lockt. "Dabei geht es um viel mehr als um einen neuen Slogan und eine neue Darstellung, es geht darum, aus der Region eine Art Erlebnispark zu machen, wir werden die Vielfalt vernetzen", erklärte Dellnitz am Montag anlässlich der definitiven Auftragsvergabe an die Berliner Werbeagentur Embassy.
Angebote sollen besser vernetzt werden
Die Agentur, die unter anderem bereits Berlin und Riga einen neuen touristischen Auftritt verpasst hat, soll bis zum Frühsommer konkrete Vorschläge machen. "Die Region Stuttgart gehört zu den stärksten Regionen Europas, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und aufgrund der Werte, die hier gelebt werden. Diese Faktoren gilt es positiv herauszuschälen", erklärte der Embassy-Geschäftsführer Andreas Mack. Metropole Aspekte müssten sich im Leitbild ebenso widerspiegeln wie die landschaftlichen Reize, Sehenswürdigkeiten wie das Mercedes-Museum sollten sich mit dem Namen Stuttgart werbend verbinden. "Wenn die Leute sich fragen, ob sie nach Mallorca, Hamburg oder sonst wohin reisen wollen, dann muss auch die Region Stuttgart als Auswahlmöglichkeit auftauchen. Das tut die Region heute aber noch nicht", so Mack. Gleichwohl fange man "nicht bei null an", sondern könne auf die in den vergangenen 15 Jahren geschaffenen, guten touristischen Strukturen von Stadt und Region aufbauen.
Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass um das gemeinsame Profil hart gerungen werden wird. So manche kleinere Kommune sieht sich bereits durch Stuttgart in den Schatten gestellt. Die beiden Aufsichtsräte von Stuttgart Marketing und Regio Stuttgart Marketing haben Dellnitz jedoch volle Rückendeckung gegeben, ebenso der Aufsichtsratschef und Erster Bürgermeister Michael Föll. "Es geht darum, alle einzubinden", betonte er.
Zahl der Übernachtungen hat weiter abgenommen
In den nächsten Wochen stehen Marktforschung und Imageanalyse im Vordergrund. So sollen alle 32 Mitgliedskommunen im Regioverein zu ihrem Selbstverständnis gehört werden. Gleichzeitig werden bundesweit 1800 Personen dazu befragt, was sie mit dem Namen Stuttgart verbinden. Zudem werden 20.000 Besucher von Kultur- und Freizeiteinrichtungen befragt, ebenso Übernachtungsgäste .
Apropos: die Zahl der Übernachtungen in Stuttgarter Hotels hat weiter abgenommen. Nach einem Minus von 8,3 Prozent 2009 brachen die Buchungen im Januar um weitere 3,7 Prozent ein. Armin Dellnitz warnt denn auch vor zu hohen Erwartungen. Das neue Werbekonzept erhöhe die Chancen für ein Gästeplus, biete aber keine Garantie gegen übergeordnete Einflüsse wie die Wirtschaftskrise.
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Image Stuttgarts
"Kennst Du das Land wo jeder lacht wo man aus Weizen Spätzle macht und Moscht sauft aus dem Krügle? O Schwabenland gelobes Land wie wunderbar bist Du!Und wenn man 40,50 ist, dann schnappt das A. lo. zu." Aber Stuttgart? Stuttgarts Stäffele sind schee auch die Bäder Leuze, Cannstatter Bad einmalig. Das Äffle und Pferdle,toll, Esse kann man auch guat, Täschle, Spätzle im Pfännle, Weinle trinke auch, aber lachen tun die Leut auf der Straße selten, sind halt Schwaben, die bruddeln, spara und schwätza selten. Habe aber viel Geld,schwäbische Tugenden sind weltbekannt,Fleiss, die Arbeit usw.,auch Bescheidenheit. Aber leider wenig Lebenslust.
Stuttgart hat wenig zu bieten !
Mal ganz ehrlich: Als shopping-meile total out ! Wie auch, wenn sich inzwischen die müller´s DM und die Ketten tummeln, die es in jeder Stadt gibt. Alleinstellungsmerkmal Stuttgart: Fehlanzeige ! Versiffte S-Bahnbereiche und Unterführungen (mal einfach beim Kaufhof/Lautenschlager schauen, wie es dort aussieht - bääää) Die üblichen Subways, McDonalds und Starbucks, eine Elektroschrotthandel und ein Stilwerk, in dem es permanent nach Huhn riecht - wir wissen warum. Nee-Stuttgart macht keinen Spaß mehr. Die Markthalle verändert sich auch, der Flair weicht auch dort allmählich - und ja die Schweizer kommen gerne-wegen der Mehrwertsteuererstattung. Porsche verbindet man bald nicht mehr mit dem Namen Stuttgart bzw. Zuffenhausen und da der automobile Stern eh am Untergehen ist, zieht es auch nicht mehr so viele in die Museen. Die neue Messe ja - liegt eben außerhalb. Und wenn man dann mit den Großbaustellen beginnt-Breuninger, S21....dann kann ich mir schon vorstellen, warum man gerade jetzt so eine Kampagne startet. Scheinbar habe da einige große Angst, daß sich Stuttgart in der 10jährigen Umbauphase keiner mehr antun möchte.
Erlebnispark
Eine Großstadt vom Format Stuttgarts wird zum "Erlebnispark" verniedlicht - will Stuttgart etwa dem Europark in Rust Konkurrenz machen? So wie heute jedes Altersheim "Seniorenresidenz" heißt, hat auch mit dem "Erlebnispark" ein Hohlwort Konjunktur, das uns die Marketing-Fuzzys aufschwätzen. Anstatt neue Etiketten aufzukleben, müsste die Stadt an ihrer Substanz arbeiten. Mit Abrissen (Bahnhof, Hotel Silber, "Quartier S") - und neuem Beton ist nichts gewonnen.