""Wenn die Leute sich fragen, ob sie nach Mallorca, Hamburg oder sonst wohin reisen wollen, dann muss auch die Region Stuttgart als Auswahlmöglichkeit auftauchen.""
Andreas Mack, Geschäftsführer der Werbeagentur Embassy
Stuttgart - Mit einem bisher nie da gewesenen Aufwand wollen sich Stadt und Region auf die Suche nach ihrem gemeinsamen touristischen Selbstverständnis für dieses Jahrzehnt machen. Rund 200.000 Euro investieren die Stuttgart Marketing und die Regio Stuttgart Marketing in den nächsten Monaten in professionelle Marktforschung und die Suche nach einem neuen Werbekonzept.
Erklärtes Ziel von Touristikchef Armin Dellnitz ist es, den Namen Stuttgart zu einer begehrenswerten Reisemarke zu machen, die neue Besucher in Stadt und Region lockt. "Dabei geht es um viel mehr als um einen neuen Slogan und eine neue Darstellung, es geht darum, aus der Region eine Art Erlebnispark zu machen, wir werden die Vielfalt vernetzen", erklärte Dellnitz am Montag anlässlich der definitiven Auftragsvergabe an die Berliner Werbeagentur Embassy.
Angebote sollen besser vernetzt werden
Die Agentur, die unter anderem bereits Berlin und Riga einen neuen touristischen Auftritt verpasst hat, soll bis zum Frühsommer konkrete Vorschläge machen. "Die Region Stuttgart gehört zu den stärksten Regionen Europas, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell und aufgrund der Werte, die hier gelebt werden. Diese Faktoren gilt es positiv herauszuschälen", erklärte der Embassy-Geschäftsführer Andreas Mack. Metropole Aspekte müssten sich im Leitbild ebenso widerspiegeln wie die landschaftlichen Reize, Sehenswürdigkeiten wie das Mercedes-Museum sollten sich mit dem Namen Stuttgart werbend verbinden. "Wenn die Leute sich fragen, ob sie nach Mallorca, Hamburg oder sonst wohin reisen wollen, dann muss auch die Region Stuttgart als Auswahlmöglichkeit auftauchen. Das tut die Region heute aber noch nicht", so Mack. Gleichwohl fange man "nicht bei null an", sondern könne auf die in den vergangenen 15 Jahren geschaffenen, guten touristischen Strukturen von Stadt und Region aufbauen.
Dennoch ist allen Beteiligten klar, dass um das gemeinsame Profil hart gerungen werden wird. So manche kleinere Kommune sieht sich bereits durch Stuttgart in den Schatten gestellt. Die beiden Aufsichtsräte von Stuttgart Marketing und Regio Stuttgart Marketing haben Dellnitz jedoch volle Rückendeckung gegeben, ebenso der Aufsichtsratschef und Erster Bürgermeister Michael Föll. "Es geht darum, alle einzubinden", betonte er.
Zahl der Übernachtungen hat weiter abgenommen
In den nächsten Wochen stehen Marktforschung und Imageanalyse im Vordergrund. So sollen alle 32 Mitgliedskommunen im Regioverein zu ihrem Selbstverständnis gehört werden. Gleichzeitig werden bundesweit 1800 Personen dazu befragt, was sie mit dem Namen Stuttgart verbinden. Zudem werden 20.000 Besucher von Kultur- und Freizeiteinrichtungen befragt, ebenso Übernachtungsgäste .
Apropos: die Zahl der Übernachtungen in Stuttgarter Hotels hat weiter abgenommen. Nach einem Minus von 8,3 Prozent 2009 brachen die Buchungen im Januar um weitere 3,7 Prozent ein. Armin Dellnitz warnt denn auch vor zu hohen Erwartungen. Das neue Werbekonzept erhöhe die Chancen für ein Gästeplus, biete aber keine Garantie gegen übergeordnete Einflüsse wie die Wirtschaftskrise.