Gerlingen - Die Stadt kann einen großen Teil der Investitionen von mehr als zehn Millionen Euro wieder selbst finanzieren; die Zuschüsse aus Stuttgart steigen, und für die Gewerbesteuer rechnet man vorsichtig mit 10,5 Millionen Euro – eine halbe Million mehr als 2011. Höhere Gebühren oder Steuern müssen die Bürger und Firmen 2012 in den wesentlichen Positionen nicht gewärtigen. Die Hebesätze bleiben, sie wurden ja erst im vergangenen Jahr erhöht. Für Zins und Tilgung der Kredite, die nach vielen schuldenfreien Jahren im Frühjahr 2011 aufgenommen werden mussten, ist in diesem Jahr gut eine halbe Million Euro vorgesehen.
Für die Verwaltung wie die Fraktionen stand die Etatplanung auch für 2012 wieder unter dem Schwerpunkt „Investition in die junge Generation“. Die Baustelle im Gymnasium verschluckt rund vier Millionen, in anderen Schulen werden mehr als 600 000 Euro verbaut. Und die Sprecher der Fraktionen betonten, damit sei das Ende dieses Themas noch nicht erreicht: Nicht nur Andreas Lederer (CDU) wies darauf hin, dass die Realschule, die Breitwiesenschule und die Pestalozzischule zu weiteren Großbaustellen würden. Auch an das Breitwiesenstadion müsse man denken, und der CDU sei es wichtig, dass auch die Stadtsanierung nicht vergessen werde.
Grüne lehnen Neubaugebiet ab
Insbesondere das Träuble-Areal thematisierten auch die Grünen. „Wir geben der Innenentwicklung den absoluten Vorrang gegenüber der Außenentwicklung“, so ihr Sprecher Achim Breit. Deshalb lehne man das Neubaugebiet „Leonberger Weg“ konsequent ab. In der geplanten Größe sind auch die SPD-Stadträte nicht für dieses Vorhaben, „eine zusätzliche Ausdehnung muss auch unter dem Aspekt der Lebensqualität in Gerlingen betrachtet werden“, so die Fraktionsvorsitzende Brigitte Fink.
Viel Lob für die Verwaltung und den Bürgermeister Georg Brenner vergab Horst Arzt (Freie Wähler); nicht nur für die Ankündigung, dass in diesem Sommer unter den Bäumen an der Hauptstraße wieder „Blumen statt Steine“ dominieren. Auch das entschiedene Nein zu einem weiteren Autobahnanschluss, von Brenner bei der Neujahrsrede in Richtung Ditzingen vorgetragen, fand Anklang.
Alle Fraktionen stehen hinter dem geplanten Familienzentrum in Gehenbühl, und Brigitte Fink (SPD) gab ein neues Ziel vor: Wenn Gerlingen die Entwicklung mit Augenmaß voranbringe, „dann werden wir wieder zum Kap der Guten Hoffnung des Landkreises Ludwigsburg“.

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