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Städtebau Esslingen Der Abbruch des Stegs rückt in weite Ferne
Kai Holoch, 07.02.2012 12:46 Uhr
Esslingens malerische Altstadt Foto: Horst Rudel
Esslingens malerische Altstadt Foto: Horst Rudel
"Es ist für uns nicht denkbar, die Gegend rund um die Frauenkirche ausschließlich mit zwei vollkommen unwirtlichen Unterführungen zu erschließen."
Andreas Koch, Fraktionschef der SPD

Esslingen - Seit rund zwei Jahren ist der Steg gesperrt. Seither müssen Fußgänger, die von der Frauenkirche in die Altstadt gelangen wollen, eine der beiden Unterführungen unter der Ringstraße nutzen. Würden die Vorstellungen der Verwaltung verwirklicht, würde dies zur Dauerlösung werden. Denn bei der Diskussion über die Zukunft des maroden Stegs hatte der Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht den Abriss des Bauwerks vorgeschlagen.

Dieser hätte aus Sicht der Stadt gleich mehrere Vorteile. Zum einen wäre ein solcher Abriss mit rund 55 000 Euro die billigste Lösung. Auch städtebaulich ergäben sich eine neue Sichtbeziehung zwischen der Frauenkirche und der Altstadt. Gleichzeitig könne man dann in diesem Bereich der Ringstraße eine durchlaufende Busspur einrichten. Auch sei es möglich, die nicht barrierefreie Bushaltestelle beim Kleinen Markt aufzulösen und statt dessen alle Busse zu der barrierefreien Haltestelle Alte Kelter zu leiten.

Ebenerdige Querung ist keine Option

Versüßt hatte die Verwaltung dem Gemeinderat die Variante zunächst mit dem Vorschlag, anstelle des Stegs eine Fußgängerampel zu bauen, so dass es einen ebenerdigen Weg von der Neckarhalde über die Ringstraße in die Altstadt geben könnte. Verkehrstechnische Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass eine solche Ampel immense Verkehrsprobleme auf der Ringstraße produzieren würde. Deshalb sei eine ebenerdige Querung keine Option.

Damit hat sich der Wind im Ausschuss für Technik und Umwelt gedreht. Hatte es bisher so ausgesehen, als könnte der vorgeschlagene Abbruch tatsächlich eine denkbare Option für den Steg sein, so sind seit Montag die Chancen deutlich gestiegen, dass das Bauwerk zumindest noch eine Schonfrist von fünf bis acht Jahren erhält.

Sanierungskosten vertretbar

„Wir begrüßen die Zusammenlegungspläne der Haltestellen“, sagt Andreas Koch, der Fraktionschef der SPD. „Es ist für uns aber nicht denkbar, die Gegend rund um die Frauenkirche ausschließlich mit zwei vollkommen unwirtlichen Unterführungen zu erschließen.“ Wenn die Ampellösung ausfalle, bliebe nur noch der Steg. Zwar komme eine Generalsanierung des Bauwerks angesichts der kritischen Finanzlage der Stadt momentan nicht in Frage. Die SPD habe sich aber darüber informiert, wie viel es kosten würde, den Steg für einen Zeitraum von fünf bis acht Jahren wieder nutzbar zu machen. „Wir gehen von 100 000 Euro plus Planungskosten aus“, sagt Koch und nennt diese Summe vertretbar.

Mittelfristig vielleicht doch die Ampellösung

Eine solche Lösung favorisiert auch die Fraktionschefin der Grünen, Carmen Tittel. Zwar sei die notdürftige Sanierung des Stegs keine Ideallösung. Sie gebe dem Gemeinderat aber Zeit zu beobachten, wie sich der Bau der Südtangente und des Zentralen Omnibusbahnhofs auf die Verkehrsflüsse in der Stadt insgesamt und im speziellen für die Berliner Straße und den Bereich um die Frauenkirche auswirke. Die Vermutung liege nahe, dass dort der Verkehr abnehmen werde. Mittelfristig käme dann ja vielleicht doch noch eine Ampellösung in Frage. Auch Andreas Koch sieht die Notsanierung als Chance, sich alle denkbaren Optionen zunächst offen zu halten.

In der CDU ist die Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen. Zunächst müsse die Verwaltung noch Detailfragen beantworten, sagt deren Fraktionschef Gerhard Heubach. Allerdings besitze auch für ihn die Teilsanierung „gewissen Charme“, weil man noch nicht sagen könne, wie sich die Situation auf dem Ring entwickeln werde.

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