Städtetag Weg zu mehr Verbundschulen gesucht
Renate Allgöwer, 03.02.2012 07:45 Uhr
Verbundschulen würden die Realschulen entlasten, meint der Städtetag. Foto: dpa
Verbundschulen würden die Realschulen entlasten, meint der Städtetag. Foto: dpa
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Stuttgart - Der Städtetag warnt vor einer überstürzten Einführung der von der Landesregierung gewünschten Gemeinschaftsschule. Stattdessen sollten Werkrealschulen die Möglichkeit bekommen, klassische Realschulzüge einzurichten. Der Weg dazu wäre nach Ansicht des kommunalen Spitzenverbands die Bildung von Verbundschulen. Das sind Schulen, in denen mehrere Schularten organisatorisch verbunden sind. Diese Verbundschulen könnten sich durchaus zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln, nur eben stufenweise, findet Norbert Brugger, der Bildungsreferent des Städtetags.

"Diese Version braucht weniger Ressourcen, sie ist bekannter und bewährter", sagte Brugger der Stuttgarter Zeitung. Der Städtetag sieht in seinem Vorschlag vor allem eine Chance für zweizügige Werkrealschulen. Nachdem es nun keine verbindliche Grundschulempfehlung mehr gibt, ist damit zu rechnen, dass viele dieser Schulen im kommenden Schuljahr nicht mehr genügend Schüler bekommen, um zwei Züge pro Jahrgang einzurichten. Den sofortigen Sprung in die Gemeinschaftsschule scheuen viele.

Abgesehen davon, dass im Herbst wohl nur 34 Schulen als Gemeinschaftsschule anfangen können, sind die Städte der Ansicht, dass für die neue Schulart noch Überzeugungsarbeit geleistet werden muss - besonders bei Eltern, deren Kinder für die Realschule oder das Gymnasium vorgeschlagen werden. Für das Land wie die Städte kämen Gemeinschaftsschulen teurer als Verbundschulen, argumentiert der Städtetag. Denn für die Gemeinschaftsschulen müssen auch Gymnasiallehrer gefunden werden, damit alle Niveaus abgedeckt werden können.

Das Kultusministerium reagiert zurückhaltend

Unterrichtet wird jedoch auch an Gemeinschaftsschulen zunächst nach dem Bildungsplan der Realschulen. Der Städtetag sieht in seinem Vorschlag außerdem eine Möglichkeit, die Realschulen zu entlasten, bei denen im September mit einem noch höheren Andrang als bisher zu rechnen ist. "Der Realschullehrerverband zeigt grundsätzlich Bereitschaft zum Thema Verbundschule", sagt dessen Vorsitzende Irmtrud Dethleffs-Niess. Ob sie die sehr beliebten klassischen Realschulen tatsächlich entlasteten, sei aber fraglich. Vorrang müsse eine bessere Ausstattung der Realschulen haben.

Das Kultusministerium reagiert zurückhaltend. Ein Verbund von Werkrealschule und Realschule müsse zwei Realschulzüge anbieten, erklärt ein Sprecher. Damit sei dies keine Alternative für zweizügige Werkrealschulen. Das Ministerium sehe bei der Gemeinschaftsschule bessere Perspektiven für kleinere Werkrealschulen. Es gebe jedoch weiterhin die Möglichkeit, weitere Verbundschulen einzurichten.

Kommentare (2)
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FEB
03
old school, 16:12 Uhr

Das bessere Modell ...

Die Schaffung von Verbundschulen wäre das bessere Modell gewesen, zumal man hier auf die positive Erfahrung vieler Gemeinde hätte zurückgreifen können. Statt dessen kommt jetzt mit der Gemeinschaftsschule eine miserabel vorbereitete und schlecht ausgestatte neue Schulart hinzu. Jeder, der sich nur ein bisschen mz Schule auskennt, weiß, dass das nie und nimmer etwas werden kann. Bleibt zu hoffen, dass es genügend vernünftige Eltern gibt, die ihren Kindern diese Erfahrung ersparen werden.

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FEB
03
IM Maulwurf, 08:40 Uhr

Oder Baumschulen...?

Liebe Leute, jetzt nicht schon wieder verwässern, auch wenn`s Unsinn ist! Lassen wir das Sozen-und Grünengesocks doch mal machen. Es endet wie immer, aber danach ist der Südwesten so schlau, dass sich Rot-Grün hier auf ewig erledigt haben wird!

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