Städtisches Lapidarium Ein Blick in Stuttgarts Vergangenheit

Von Bettina Breuer 

Das Lapidarium im Stuttgarter Süden lockt wieder mit seinen geschichtsträchtigen Pfaden. Die parkähnliche Anlage unterhalb der Karlshöhe bezaubert mit ihren Skulpturen und verschlungenen Wegen durch ihre Ruhe und zeitlose Romantik.

Hereinspaziert ins grüne Renaissance-Kleinod  in der Mörikestraße 24: Ein paar Treppenstufen über dem Straßenniveau kann man im Städtischen Lapidarium in die Vergangenheit Stuttgarts eintauchen. Foto: Leserfotograf wendl 18 Bilder
Hereinspaziert ins grüne Renaissance-Kleinod in der Mörikestraße 24: Ein paar Treppenstufen über dem Straßenniveau kann man im Städtischen Lapidarium in die Vergangenheit Stuttgarts eintauchen. Foto: Leserfotograf wendl

Stuttgart - Unterhalb der Karlshöhe gelegen, ist das Städtische Lapidarium Stuttgart fürwahr ein verwunschener Ort. Die grüne Oase mit ihren Skulpturen und verschlungenen Wegen versetzt Besucher um rund 100 Jahre in die Vergangenheit zurück und bezaubert durch ihre Ruhe und zeitlose Romantik. Am 1. Mai öffnet die geschichtsträchtige Parkanlage wieder ihre Pforten.

Bei einem Rundgang durch die terrassenartige Anlage, die früher zum Park der Villa Siegle gehörte, begegnet man über 300 Bauplastiken, Architekturteilen und Inschriften von abgerissenen oder durch den Krieg zerstörten Stuttgarter Bauten. Darunter viele Skulpturen von Johann Heinrich Dannecker. Eine Antikensammlung in der Wandelhalle enthält über 200 römische Fundstücke aus der Region.

Renaissance-Gartenanlage im Stuttgarter Süden

Im Laufe der letzten Jahre wurden die arg angegriffenen Statuen und Steinobjekte sowie die Steinmauer der seit 1999 als Kulturdenkmal eingestuften Sammlung nach und nach restauriert, der Treppenweg trittsicher gemacht, die Wege wieder hergestellt und eine Toilette im Eingangsbereich der Anlage installiert. Im Laufe der Restaurierung wurde die Gartenanlage behutsam nach dem Vorbild italienischer Renaissance-Gärten umgestaltet.

Keine Öffnung ohne Ehrenamtliche

Gehegt und gepflegt wird der geschichtsträchtige Park von der "Initiative Bürger für das städtische Lapidarium". Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Initiative, die über die Fundstücke wachen, Führungen organisieren und so manche Anekdote zu erzählen wissen, wäre die historische Gartenanlage, die vom Garten- und Friedhofsamt betreut wird, nicht in diesem Umfang für die Öffentlichkeit zugänglich.

Bis zum 17. September 2017 hat der Garten mittwochs bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet (letzter Einlass 17.45 Uhr). Jeden Mittwoch werden um 14.30 Uhr Führungen angeboten (3 Euro). Finden keine Veranstaltunge statt, ist der Eintritt frei.

In den Monaten Juni, Juli und August finden Lesungen, Theateraufführungen für Erwachsene und Kinder sowie Konzerte unter freiem Himmel statt. Das Programm für diese Saison gibt es hier.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Leserfotografen, die eine solche Bildergalerie mit ihren Fotos erst möglich machen. Noch mehr Fotos unserer Leser sehen Sie hier!