Objekt der Begierde der Steuerfahnder: Auf solchen CDs sind auch die brisanten Daten über die Guthaben deutscher Anleger bei Schweizer Banken gespeichert. Foto: dpa
Stuttgart - Auch die baden-württembergischen Finanzbehörden prüfen ein Angebot mit Daten von möglichen Steuersündern. Ein Sprecher des Finanzministeriums, nannte es am Freitag in Stuttgart "sehr interessant". Die Datensammluing betrifft dem Vernehmen nach 2000 Steuerpflichtige aus dem gesamten Bundesgebiet, die Gelder bei Schweizer Banken und Versicherungen angelegt haben. Es soll sich dabei um viele Daten von Kunden der Schweizer Bank UBS handeln.
Betroffen seien offenbar aber auch Kunden der Credit Suisse und des Lebensversicherers Generali. Erste Kontakte zu dem Datenlieferanten habe es bereits Ende 2008 gegeben. Anfang vergangenen Jahres seien erste Stichproben geliefert worden. Anfang dieser Woche habe der Anbieter "noch einmal in erheblichem Umfang nachgeliefert", so der Ministeriumssprecher. Eine Größenordnung zu den Anlagesummen wollte er nicht nennen. In Abstimmung mit dem Bund prüfe man das Angebot. Zunächst habe Rechtssicherheit hergestellt werden müssen, dass die Beamten, die das Material ankaufen, sich nicht strafbar machen.
Das Bekanntwerden dieses Angebotes ist pikant, weil der Landtag am Freitag über den Erwerb der in Nordrhein-Westfalen angebotenen Daten-CD gestritten hat. Die SPD unterbreitete in den Etatberatungen einen Antrag. Danach sollte sich das Landesparlament für den Erwerb der Datensammlung aussprechen. Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen, weil CDU-Fraktionschef Stefan Mappus mit seiner Strategie gescheitert war. Er wollte den Antrag erst gar nicht behandeln lassen. Die meisten Abgeordneten der Regierungskoalition enthielten sich ihrer Stimme. Wie Mappus nach der Abstimmung sagte, habe er mit dem Landtagspräsidenten abgesprochen, dass der Antrag nicht behandelt werde, weil er nicht zulässig sei. In der Landtagsverwaltung war die Absprache aber nicht bekannt. Auch seine Fraktion war offenbar nicht informiert.
Zu diesem Zeitpunkt wurde von niemandem angesprochen, dass das Finanzministerium selbst den Ankauf von Daten prüft. Mindestens der Finanzminister Willi Stächele wusste aber Bescheid. Wie es im Finanzministerium hieß, habe man die Verhandlungen mit dem Anbieter "ohne mediale Auftritte" durchziehen wollen.
Nach Angaben der Bundesregierung ist das Ausmaß der Steueraffäre noch nicht absehbar. Spekulationen, die gestohlenen Bankdaten könnten einen Steuerbetrug von bis zu 400 Millionen Euro entlarven, seien unseriös. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die Aufdeckung der Steueraffäre könnte dem Fiskus bis zu 400 Millionen Euro einbringen. Neben dem Finanzministerium zweifeln auch Steuerexperten die Größenordnung der Affäre an. "Das werden keine 400 Millionen Euro sein", sagte der Fachanwalt für Steuer- und Strafrecht, Andreas Hagenkötter.
Ach, könnte man doch Mäuslein sein. Dann wüsste man, ob es bei den Gerichten auch fette Schmiergelder gibt (Justizia trägt ja eine Augenbinde!).
Dass nicht alle in der Politik arbeitenden Menschen ehrlich sind, das weiss sogar mein Schatz im Kindergarten. Was ist mit den Großen im Ländle, ich meine Banken und namhafte Geschäftsinhaber oder Energieriesen? Ich fühle hier regelrecht, da stimmt was nicht und es stinkt zum Himmel. Warum wird hier so lange gewartet und alles hinter geschlossener Mauer besprochen? Müssen vielleicht noch Bücher überarbeitet werden?
Wenn allerdings das "Bömbli" hochgeht, dann gut Nacht im Ländle.
FEB
06
15:13 Uhr, geschrieben von Der-die-Steuern-hier-zahlt
Begünstigung, Verschleppung, Amtsmissbrauch und Strafvereitelung im Amt
Man muss es ganz klar sagen:
Wenn zutrifft, was heute morgen bekannt wurde, dass nämlich
- die Existenz einer "BaWü-Steuersünder-CD" bereits seit Anfang 2009 bekannt ist,
- deren Inhalt durch Stichproben bereits verifiziert ist, womit der sog. "Anfangsverdacht" auf Steuerhinterziehung in großem Stil dokumentiert ist (ca. 2.000 Fälle!)
- und der Sachverhalt bereits auf der Ebene der Länderfinanzminister vorbesprochen wurde (angeblich "rein theoretisch")
- aber weder die Staatsanwaltschaft, noch der Landes-Regierungschef informiert wurden,
- noch Ermittlungen eingeleitet wurden
dann müssen sich die Herren Öttinger, Stächele und Goll aber verdammt warm anziehen.
Bei Herrn Öttinger, der zu gerne mit einer weissen Weste in Brüssel antreten möchte, wird es langsam haarig. Noch hat das EU-Parlament der Ernennung der Kommissionsmitglieder nicht zugestimmt, der Termin dafür ist am Dienstag 9. Februar, 13:30 in Strassburg. Und ausgerechnet jetzt hat der Noch-Amtschef G. Öttinger 2 deftige Hypotheken auf der Schulter: erst der Verdacht auf Bestechlichkeit der Landesregierung in Sachen südbadische Kiesaffäre incl. anrüchiger Parteispenden, und jetzt noch der Fall einer ein-jährigen Untätigkeit in der Steuerhinterziehung in allergrößtem Ausmaß. Juristisch nennt man sowas meines Wissens u.A. "Begünstigung" (Kies-Affäre) und "Verschleppung" (Steuerhinterzieher-Sache). Dass Herr Öttinger hier offenbar nicht persönlich involviert ist, schützt ihn als Einzelnen. Das kann aber über seine Verantwortung für die gesamte Regierung nicht hinwegtäuschen.
Bei Herrn Stächele: wie ist es um den Umgang mit Informationen zu offenkundig strafbaren Handlungen bestellt? Liegt sowas im Finanzministerium einfach mal so ein Jahr lang auf dem Aktenberg, bis zufällig Angela Merkel ein "Macht-Wort" spricht? Für mich klarer Fall von "Amtsmissbrauch" und "Verschleppung"
Bei Herrn Goll, der mit seiner Aussage über die Unrechtmäßigkeit eines Ankaufs der Daten die Aufnahme von Ermittlungen verhindern will, wird aufs deutlichste die Klientel-Politik deutlich! Herr Goll hatte ein Jahr Zeit, um die Rechtslage zu klären!
Und selbst wenn eine Zahlung an einen Informanten in diesem Fall nicht eindeutig rechtlich gesichert wäre: wo blieben die Alternativ-Schritte: Das deutsche Recht kennt Hunderte von Möglichkeiten, um an Informationen heranzukommen. Zum Teil braucht es sogar keine besondere staatsanwaltliche Anordnung, um Einsicht, Aushändigung von Beweisen zu erlangen. In allen anderen Strafsachen wird das Tag für Tag vorgenommen. Aber nur bei den Finanzstrafsachen leistet sich Deutschland sogar dieses ominöse Instrument der Selbstanzeige. Seit 2009 ist das "Steuerhinterziehungsverhinderungsgesetz" in Kraft, was ist davon umgesetzt? 2.000 Adressen sind ein klarer Beweis dafür dass es sich um organisierte Kriminalität handelt!
Bei uns findet doch Täterschutz in Reinkultur statt, und im Falle von Herrn Goll und seiner Partei muss man halt den Rückschluss auf Klientelpolitik ziehen.
Besonders entlarvend an der heutigen Aussage ist der Teil, wonach für den Kauf kein Steuergeld aufgewendet werden dürfe! Pure Verschleierung der Sachlage, schliesslich wurde ja Steuergeld hinterzogen. Übrigens stammt auch das Gehalt von Herrn Goll aus Steuergeldern. Genauso wie seine zukünftigen Pensionen, aber die scheint er zu verspielen, wenn ihm durch seine Inaktivität die "Verschleppung" und "Strafvereitelung im Amt" nachgewiesen werden sollte.
Hat nun der Fall auf Bundesebene mit den 1.500 Adressen (alles bei ein und derselben Bank, somit ebenfalls eine Größenordnung, die nur den Schluss organisierter Kriminalität zulässt!), dafür gesorgt, dass man die Ba-Wü-CD nicht mehr unter Verschluss halten konnte?
Das Ganze ist widerlich (um ein Zitat eines bekannten Stuttgarter Jung-Parteisprecheres zu benutzen).
Wo sind wir eigentlich? müssen wir etwa noch nachprüfen, ob nicht auch die bekannten Stadtentwickler und Tunnelbohrer sich mit größeren Spenden an die S21-Parteien für das Super-Projekt im Voraus bedankt haben?
FEB
06
13:58 Uhr, geschrieben von Der-die-Steuern-hier-zahlt
Begünstigung, Verschleppung, Amtsmissbrauch und Strafvereitelung im Amt
Man muss es ganz klar sagen:
Wenn zutrifft, was heute morgen bekannt wurde, dass nämlich:
- die Existenz einer "BaWü-Steuersünder-CD" bereits seit Anfang 2009 bekannt ist,
- deren Inhalt durch Stichproben bereits verifiziert ist, womit der sog. "Anfangsverdacht" auf Steuerhinterziehung in großem Stil dokumentiert ist (ca. 2.000 Fälle!)
- und der Sachverhalt bereits auf der Ebene der Länderfinanzminister vorbesprochen wurde (angeblich "rein theoretisch")
- aber weder die Staatsanwaltschaft, noch der Landes-Regierungschef informiert wurden,
- noch Ermittlungen eingeleitet wurden
dann müssen sich die Herren Öttinger, Stächele und Goll aber verdammt warm anziehen.
Bei Herrn Öttinger, der zu gerne mit einer weissen Weste in Brüssel antreten möchte, wird es langsam haarig. Noch hat das EU-Parlament der Ernennung der Kommissionsmitglieder nicht zugestimmt, der Termin dafür ist am Dienstag 9. Februar, 13:30 in Strassburg. Und ausgerechnet jetzt hat der Noch-Amtschef G. Öttinger 2 deftige Hypotheken auf der Schulter: erst der Verdacht auf Bestechlichkeit der Landesregierung in Sachen südbadische Kiesaffäre incl. anrüchiger Parteispenden, und jetzt noch der Fall einer ein-jährigen Untätigkeit in der Steuerhinterziehung in allergrößtem Ausmaß. Juristisch nennt man sowas meines Wissens u.A. "Begünstigung" (Kies-Affäre) und "Verschleppung" (Steuerhinterzieher-Sache). Dass Herr Öttinger hier offenbar nicht persönlich involviert ist, schützt ihn als Einzelnen. Das kann aber über seine Verantwortung für die gesamte Regierung nicht hinwegtäuschen.
Bei Herrn Stächele: wie ist es um den Umgang mit Informationen zu offenkundig strafbaren Handlungen bestellt? Liegt sowas im Finanzministerium einfach mal so ein Jahr lang auf dem Aktenberg, bis zufällig Angela Merkel ein "Macht-Wort" spricht? Für mich klarer Fall von "Amtsmissbrauch" und "Verschleppung"
Bei Herrn Goll, der mit seiner Aussage über die Unrechtmäßigkeit eines Ankaufs der Daten die Aufnahme von Ermittlungen verhindern will, wird aufs deutlichste die Klientel-Politik deutlich! Herr Goll hatte ein Jahr Zeit, um die Rechtslage zu klären!
Und selbst wenn eine Zahlung an einen Informanten in diesem Fall nicht eindeutig rechtlich gesichert wäre: wo blieben die Alternativ-Schritte: Das deutsche Recht kennt Hunderte von Möglichkeiten, um an Informationen heranzukommen. Zum Teil braucht es sogar keine besondere staatsanwaltliche Anordnung, um Einsicht, Aushändigung von Beweisen zu erlangen. In allen anderen Strafsachen wird das Tag für Tag vorgenommen. Aber nur bei den Finanzstrafsachen leistet sich Deutschland sogar dieses ominöse Instrument der Selbstanzeige.
Seit 2009 ist das "Steuerhinterziehungsverhinderungsgesetz" in Kraft, was ist davon umgesetzt? 2.000 Adressen sind ein klarer Beweis dafür dass es sich um organisierte Kriminalität handelt!
Bei uns findet doch Täterschutz in Reinkultur statt, und im Falle von Herrn Goll und seiner Partei muss man halt den Rückschluss auf Klientelpolitik ziehen.
Besonders entlarvend an der heutigen Aussage ist der Teil, wonach für den Kauf kein Steuergeld aufgewendet werden dürfe! Pure Verschleierung der Sachlage, schliesslich wurde ja Steuergeld hinterzogen. Übrigens stammt auch das Gehalt von Herrn Goll aus Steuergeldern. Genauso wie seine zukünftigen Pensionen, aber die scheint er zu verspielen, wenn ihm durch seine Inaktivität die "Verschleppung" und "Strafvereitelung im Amt" nachgewiesen werden sollte.
Hat nun der Fall auf Bundesebene mit den 1.500 Adressen (alles bei ein und derselben Bank, somit ebenfalls eine Größenordnung, die nur den Schluss organisierter Kriminalität zulässt!), dafür gesorgt, dass man die Ba-Wü-CD nicht mehr unter Verschluss halten konnte?
Das Ganze ist widerlich (um ein Zitat eines bekannten Stuttgarter Jung-Parteisprecheres zu benutzen).
In welcher Bananenrepublik sind wir eigentlich? Müssen wir etwa noch nachprüfen, ob nicht auch die bekannten Stadtentwickler und Tunnelbohrer sich mit größeren Spenden an die S21-Parteien für das Super-Projekt im Voraus bedankt haben oder auf den CDs verewigt sind?
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