Stiftung Warentest Butter hat ernsthafte Konkurrenz

Von Christine Pander 

Ein Streichfett, das nach Butter schmeckt und so streichfähig ist wie Margarine? Viele neue Produkte, denen Rahm, Joghurt oder Rapsöl zugesetzt ist, werben mit diesem Versprechen. Die Stiftung Warentest hat sie nun geprüft – und ist gar nicht unzufrieden.

  Foto: StZ
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Stuttgart - Geht es um den Streifall Butter oder Margarine am Frühstückstisch, steht meist eine Endlosdebatte ins Haus. Die Vertreter beider Lager bringen handfeste Argumente für und wider des Konsums der jeweiligen Fette vor. Butterverfechter mögen den unverwechselbaren Geschmack und die naturnahe Herstellung. Margarine-Liebhaber loben die Streichfähigkeit, die gesunden Fettsäuren und die leichten Varianten.

Seit einiger Zeit liegen nun weitere Varianten im Kühlregal, die eine Art Zwitterposition einnehmen: angefangen bei Halbfettbutter bis hin zu Mischungen aus Butter, Rahm, Joghurt, Rapsöl und Pflanzenfett. Was sie alle können wollen: nach Butter schmecken und gut streichbar sein.

Doch halten die Neuen, was sie versprechen? Die Stiftung Warentest hat sich durch das breite Sortiment gearbeitet und kommt zum Schluss: 13 von 24 getesteten Produkten sind gut. Am besten schneiden Butter-Pflanzenöl-Kombinationen ab, wie sie beispielsweise Aldi/Süd unter dem Namen Milfina Streichfein in der gesalzenen oder ungesalzenen Variante verkauft. Für Linienbewusste glänzt die „Arla Kaergarden Balance“ im Test – sie hat bei den Butter-Pflanzenöl-Kombinationen den höchsten Rapsöl-Anteil und wenig Fett. Sehr gut geschmeckt hat den Testern auch Halbfettbutter „Meggle Joghurt Butter“ und „Die Gute“ (Bio) von Söbbeke. Die Milchstreichfette bestehen größtenteils aus Butter, einer Menge Rapsöl und etwas Joghurt. Vor allem Rapsöl ist eine gute Zutat: seine Fettsäuren setzen sich mustergültig zusammen – wenig gesättigte Fettsäuren, reichlich von der einfach ungesättigten Ölsäure und viel der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linol- und Alpha-Linolensäure. Experten zufolge kann sie Vorteile für das Herz-Kreislauf-System und somit die Gesundheit bringen.

Die neuen Produkte sind kaum von den alten zu unterscheiden

Die Tester haben sich auch Halbfettbutter und ihre Varianten vorgenommen. Ernährungsphysiologisch gute Noten gab es dafür nicht wirklich: nach Angaben der Stiftung Warentest enthielten sie kein Pflanzenöl, sondern nur Milchfett aus Butter, Butterreinfett, Rahm, Joghurt oder Buttermilch. Die „Kerrygold“, Normas „nimms leicht“ oder das Lidl-Produkt „Linessa“ schneiden ansonsten gut ab im Test. Der Warentest zufolge wächst die Nachfrage an den Produkten von Jahr zu Jahr. Beim Discounter gibt es eine 250-Gramm-Packung schon für 99 Cent.

Generell, so wurde im Test deutlich, sind viele Produkte von der optischen Aufmachung her nur schlecht von klassischer Butter zu unterscheiden. Sie sind, genau wie herkömmliche Butter, im 250-Gramm-Quader verpackt, mit metallbeschichtetem Papier umwickelt und mit Werbeaussagen wie „viel frische Butter“, „feinste Butter“ oder „beste Butter“ geschmückt.

Wie aber verhalten sich die Neuen bezüglich der Streichbarkeit? Extra beworben werden einige mit dem Slogan „gekühlt streichbar“. Die Tester haben die Streichfette einer besonders kniffligen Probe unterzogen: sie versuchten, gekühlte Produkte auf empfindliches Knäckebrot und Roggenmischbrot aufzutragen. Mit dem Ergebnis waren sie zufrieden: „Die meisten glitten gut über die Scheiben und bedeckten sie gleichmäßig“, heißt es bei der Warentest. Ein kleines Bröseldesaster mussten sie nur bei zwei Produkten in Kauf nehmen: die Halbfettbutter von Kerrygold und die fettarme Frau Antje ließen sich am schlechtesten verteilen. Kerrygold wirbt zwar auch nicht mit der Streichbarkeit, Frau Antje dagegen schon.

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Butter hat ernsthafte Konkurrenz: So umfangreich das Angebot der Mixtur aus Butter und Rapsöl inzwischen geworden ist, gesund, preiswert und dringend notwendig ist diese Mischung nicht. Es ist auch keine Butter mehr, fast alle diese Mixturen dieser Art dürfen sich nicht mehr Butter nennen. Rapsöl ist auch nicht wertvoll. es ist sehr preiswert. Einen Schuss Rapsöl in der Mischung mit Butte, läßt sich nicht als Schuss bezeichnen wenn die Rapsöl Menge zwischen 15% und 25 beträgt. Und wenn, wie bei einem dieser Produkte, mit Augenwischerei gearbeitet wird, kann der Butter-Anteil auch nur noch 52% sein. Vor Butter wurde, streichfähig oder nicht, immer wieder gewarnt. Weil viel wertvoller und vor allem gesünder, kreierte man Margarine. Selbst 20 Jahre später gibt es keine Bestätigung (gesünder als Butter) für diese Theorie. Das Butter-Rapsöl Gemisch ist deutlich preiswerter als reine Butter, für den Herstelle. Nicht für den Verbraucher.

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