Stiftung Warentest Was die Paste wirklich kann

Von Christine Pander 

Gute Zahnpasta muss nicht teuer sein – eine sinnvolle Kariesprophylaxe ist bereits für 2,40 Euro pro Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 20 klassische Cremes bewertet – und dreimal die Note mangelhaft verliehen.

Ob Streifen oder nicht – bei der Zahnpasta ist wichtig, dass Fluorid enthalten ist. Foto: dpa
Ob Streifen oder nicht – bei der Zahnpasta ist wichtig, dass Fluorid enthalten ist.Foto: dpa

Stuttgart - Mit der richtigen Zahnpasta wird alles gut – das versprechen zumindest die Hersteller. Das Sortiment ist riesig, und die preisliche Spannbreite ist enorm. Produkte gibt es für fast alle Problemzonen im Mund: für Zähne ab 40, für freiliegende Zahnhälse, gegen Karies oder hässliche Flecken. Doch was kann Zahnpasta wirklich? Die Stiftung Warentest hat sich durch das klassische Sortiment geputzt und 20 Produkte bewertet. Ihr Fazit: fast alle Pasten machen, was sie sollen. Dabei müssen Cremes mit gutem Kariesschutz nicht teuer sein. Bereits für 39 Cent gibt es Produkte, die ausreichend Fluorid enthalten und den Zähnen den richtigen Abrieb bieten. Nur drei Produkte haben im Test die Note mangelhaft erhalten, weil kein Fluorid nachgewiesen werden konnte.

Gerade dieser Fluoridgehalt ist aber entscheidend, weil der Zusatz den Zahnschmelz stärkt und damit Karies vorbeugen kann. Seine Wirksamkeit ist belegt: Fluorid hilft dabei, die Zahnoberflächen zu remineralisieren, ihnen also die notwendigen Mineralien zurückzugeben und sie gegen Attacken von Bakterien zu schützen, die mit Zucker eine Säure bilden, die den Zahn angreift. Gerade Fluoride machen den Zahn resistenter gegen solche Angriffe.

Verschwörungstheorien um Fluorid

Zahnpasta gilt als kosmetisches Produkt und unterliegt damit der Kosmetikverordnung. In dieser Verordnung ist Fluorid für Zahncreme nicht vorgeschrieben. Festgelegt ist allerdings ein Höchstwert: der Wirkstoff sollte zu maximal 0,15 Prozent in einer Paste enthalten sein. Tatsächlich gibt es aber auch Verschwörungstheorien um fluoridierte Zahnpasta. Diese Kritiker befürchten, der Stoff könne gesundheitsschädigend, gar krebserregend sein. Nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand gibt es dafür jedoch keinen Hinweis.

In den Mengen, in denen Fluorid üblicherweise pro Tag über verschiedene Produkte aufgenommen wird, haben Verbraucher nach Angaben der Stiftung Warentest nichts zu befürchten, selbst wenn sie Zahnpasta versehentlich während des Putzens schlucken. Möglicherweise ist ein Missverständnis schuld an den Vorbehalten. „Die Begriffe Fluor und Fluorid werden leider oft synonym verwendet“, sagt Sara Waldau von der Stiftung Warentest. Fluor sei ein giftiges Gas, Fluoride seien hingegen die Salze des Fluors, die überall in der Natur vorkommen. „Der menschliche Körper enthält auch Fluorid, vor allem in den Zähnen und Knochen“, sagt Waldau. Auch in Schwarztee, Fisch oder als Spurenelement in Mineralwasser ist der Stoff enthalten.

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