Stresstest LBBW-Eigner mit Zeugnis zufrieden
Andreas Schröder, vom 23.07.2010 20:50 Uhr
Stuttgart - Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist eines von 13 deutschen Instituten, das den Test der europäischen Bankenaufseher erfolgreich absolviert hat. Im sogenannten Basis-Stressszenario, dem die Annahme eines reduzierten Wirtschaftswachstums in der Eurozone zugrunde liegt, würde die LBBW Ende 2011 eine Kernkapitalquote von 9,8 Prozent erreichen, hieß es. Daneben wurde ein Abschwungszenario mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes durchgespielt. In diesem Fall würde die Kernkapitalquote 2011 bei 8,4 Prozent liegen.
Selbst bei einer weiteren Verschlechterung im Abschwungszenario in Form eines Kursverfalls von Staatsanleihen würde die Kernkapitalquote der LBBW immer noch 8,1 Prozent betragen. Der Stresstest zeige, dass die Bank über eine solide Kapitalausstattung verfüge, sagte LBBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Jörg Vetter. "Damit haben wir auch für den Fall weiterer größerer Verwerfungen an den Finanzmärkten einen ausreichenden Puffer." Ende des Jahres 2009 verfügte die LBBW über eine Kernkapitalquote von 9,8 Prozent. Aufgrund des weiteren überplanmäßigen Abbaus von Risikoaktiva lag die Kernkapitalquote Ende Mai 2010 bei 10,1 Prozent.
Auch die Sparkassen als einer der Haupteigner der bundesweit größten Landesbank äußerten sich zufrieden über das Ergebnis des Stresstests. "Bei der Größe der LBBW und der Struktur der Anlagen ist es ein sehr gutes Ergebnis", sagte Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Der Stresstest zeige, "dass die Bank über einen ausreichenden Puffer verfügt, und auf absehbare Zeit kein neues Kapital von den Eigentümern braucht", ergänzte er. Zuvor war in Eignerkreisen spekuliert worden, dass die LBBW bei dem Stresstest deutlich schlechter abschneiden könnte. Die Landesbank musste aufgrund der Milliardenverluste von ihren Gesellschaftern - dem Land, der Stadt Stuttgart und den baden-württembergischen Sparkassen - mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro stabilisiert werden. Die Bank soll umstrukturiert und 2500 Stellen sollen abgebaut werden.
Den Test bestanden haben die Banken, deren Kernkapitalquote unter den verschiedenen Bedingungen nicht unter sechs Prozent rutschen. Unter den Landesbanken liegt die NordLB in den beiden Abschwungszenarien mit 6,4 beziehungsweise 6,2 Prozent nur knapp über der geforderten Marke. Auch die Hessisch-Thüringische Landesbank (Helaba) schneidet mit 7,9 und 7,3 Prozent schlechter ab als die LBBW. Doch beide Banken benötigten - im Gegensatz zu den Stuttgartern - selbst in der Krise kein zusätzliches Kapital.
Im Zusammenhang mit den Testergebnissen hat die LBBW erstmals auch im Detail über ihr Engagement in Staaten berichtet. Zum Stichtag 31. März 2010 belief sich dies auf knapp 79 Milliarden Euro, brutto waren es knapp 86 Milliarden Euro, sieben Milliarden Euro wurden abgeschrieben. In als problematisch angesehenen Ländern ist die Bank wie folgt engagiert: Italien 3,9 Milliarden, Spanien 3,8, Portugal 2,2, Griechenland 1,4 Milliarden Euro.