Stromtankstellen in der Innenstadt Ärger mit den Ladesäulen

Von von unserer Redaktion 

Nicht überall stehen die Stromtankstellen dort, wo sie die Bezirksbeiräte haben wollen. Insbesondere im Süden gibt es Unmut über die Eigenmächtigkeit der EnBW, die zugesagt hatte, Änderungen mit den Lokalpolitikern abzustimmen.

Die Ladestation in der Hornbergstraße im Stadtteil Gaisburg wird schon rege genutzt Foto: Jürgen Brand
Die Ladestation in der Hornbergstraße im Stadtteil Gaisburg wird schon rege genutztFoto: Jürgen Brand

Innenstadt - Im Gegensatz zu den Standorten für die Elektrobikes der Bahn konnten die Bezirksbeiräte bei den Standorten für die Ladesäulen von Elektrofahrzeugen mitbestimmen und auch eigene Vorschläge machen. Diese nicht ganz reibungslose Zusammenarbeit zahlte sich an vielen Standorten aus. Allerdings ist insbesondere der Bezirksbeirat Süd verärgert darüber, dass das Gremium nicht über Veränderungen in der Planung informiert wurde. Dies hatte die EnBW zugesichert, dennoch wurden an anderen als den vereinbarten Standorten Ladesäulen gebaut.

Süd

Den größten Unmut gibt es im Süden über den Standort an der Böblinger Straße 1. Eigentlich sollte die Ladesäule am Marienplatz 2 – 5 gebaut werden. Dort gab es jedoch Widerstand von Einzelhandel, Taxifahrern und Anwohnern, deshalb entschied sich die EnBW für die Böblinger Straße 1 – sehr zum Ärger von Rupert Kellermann. „Ich bin bestürzt. Den Werbeslogan Unser Stuttgart hat die EnBW wohl falsch verstanden“, sagt der Bezirksvorsteher von Süd, zumal es für die Böblinger Straße 1 gar keine Genehmigung des Ordnungsamts gebe. Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt habe ihm bereits zugesichert, dass der Standort zurückgebaut werde. Die EnBW habe trotz mehrfacher Anfrage aber noch keinen Zeitpunkt genannt.

Der Standort nahe des Marienplatzes ist einer von Dreien, der mit den Empfehlungen des Bezirksbeirats Süd nicht übereinstimmt. Auch an der Möhringer Straße 47 an der Ecke zur Eierstraße hatte der Bezirksbeirat Süd keine Ladestation vorgesehen. Die Lokalpolitiker hatten vielmehr den Parkplatz hinter der Matthäuskirche als geeignete Stelle dafür erachtet, nicht die Querstraße neben der Kirche am Erwin-Schoettle-Platz. Noch in Planung ist laut EnBW eine Ladesäule an der Fangelsbachstraße, auch davon haben die Bezirksbeiräte bislang nichts gehört. Die übrigen sieben Standorte finden sich in der Liste der zwölf Vorschläge des Bezirksbeirats Süd wieder.

West

Im Westen hat die EnBW die Ladestationen an den Standorten installiert, die auch vom Bezirksbeirat für gut befunden und abgesegnet worden waren. Darüber hinaus hatte das Unternehmen die Anregung des Bezirksbeirats aufgenommen, auch nahe des Kräherwalds eine Ladestation anzubieten, da die ursprünglichen Pläne der EnBW diesen Standort nicht vorgesehen hatten. Dieser ist an der Zeppelinstraße 209 beim MTV.

Die einzige Abweichung von dem Beschluss des Bezirksbeirats, bei der es sich aber nur um wenige Meter handelt, ist in der Johannesstraße. Anstatt vor dem Haus mit der Nummer 44 steht die Ladestation vor dem Haus 53. Ansonsten stehen die Stationen dort, wo sie geplant worden sind.

Ost

Im Stadtbezirk Stuttgart-Ost wurde das Thema Ladestationen ohne längere Debatten abgehandelt. Zwar gab es auch hier grundsätzliche Kritik, weil eine bevorzugte Behandlung der EnBW und von Daimler gesehen wurde. Bei den von dem Stromversorger gewünschten Standorten selbst gab es aber kaum Veränderungen. Inzwischen sind im ganzen Stadtbezirk bereits viele Ladestationen installiert und werden zum Teil – wie in der Hornbergstraße im Stadtteil Gaisburg – rege genutzt. Der Bezirksvorsteher Martin Körner ist lediglich in einem Fall zu Ohren gekommen, dass sich ein Anwohner über eine Ladestation beschwert hat. Dabei handelt es sich um einen Standort in der Nähe des Ostendplatzes, wo ein Stellplatz weggefallen war. Insgesamt sind in Stuttgart-Ost bereits neun Ladestationen installiert, eine weitere an der Urachstraße ist in Planung.

Mitte

Dem Bezirksbeirat der Stadtmitte missfiel – wie im Osten – vor allem, dass die Stadt der Daimler-Tochter gleichsam ein Monopol auf die Zukunft der Elektromobilität verschafft. Im Grundsatz befürworteten die Lokalpolitiker das Projekt ungeachtet dessen. 21 Ladesäulen sind im Zentrum geplant, was bedeutet, dass 42 der ohnehin raren Parkplätze entfallen. Weshalb sich inzwischen rund ein Dutzend Anwohner gegen einen Elektroauto-Parkplatz an der Sonnenbergstraße wehren. Drei Vorschläge auf der Liste lehnte der Bezirksbeirat ab und beschloss Alternativen. Inzwischen stehen 14 der Ladestationen, zwei weitere sollen in naher Zukunft aufgebaut werden. Ob die Mini-Stromtankstellen ihren Zweck erfüllen, ist ungeachtet dessen grundsätzlich fraglich. „Die Dinger sind ständig alle zugeparkt“, sagt die Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle – und zwar nicht wie vorgesehen von den Elektromobilen, sondern von Autos mit ganz normalen Verbrennungsmotoren. „Aber das war ja zu erwarten“, sagt Kienzle.

Nord

Im Stuttgarter Norden wurden die Standorte weitgehend so umgesetzt, wie vom Bezirksbeirat vorgeschlagen, sagt die Bezirksvorsteherin Andrea Krueger. Einzig der an der Ecke Feuerbacher Weg/Lenbachstraße hat für Ärger gesorgt. Anwohner beschwerten sich, weil die Ladestation zu Behinderungen an den Einfahrten führen könnte. Die Anwohner einigten sich schließlich mit der EnBW darauf, die Station auf der gegenüberliegenden Straßenseite anzubringen.

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3 KommentareKommentar schreiben

Botnang: Schlecht recherchiert, Botnang wurde komplett vergessen. Mir persönlich sind 4 Zapfsäulen bekannt: Leharstr., Kauffmannstr., Vaihinger Landstr. und Lindpaintnerstraße. Es könnten aber noch 2 - 3 mehr sein.

Sonnenbergstr.: Die Ladestation in der Sonnenbergstrasse wurde in der obigen Aufzählung vergessen. Leider ist auch da die Situation die, dass diese permanent von Normalparkern zugeparkt ist... Auf Vernunft und Einsicht zu hoffen wird wohl leider nicht klappen. Es bleibt wohl - wie auch in der Tübinger Strasse - nur der Weg über den Geldbeutel der Autofahrer.

Ladestation Johannesstraße nicht nutzbar: Eine wirklich tolle Sache, aber leider kann die Ladestation in der Johannesstraße im Westen nicht genutzt werden. Sie wird, aufgrund der Parkplatznot verständlich, von Autofahrern einfach als normaler Parkplatz genutzt und ist für Elektrofahrzeuge deshalb leider nicht zugänglich. Wie kann man hier Abhilfe schaffen?

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