Stromversorgung in Stuttgart Mit wem bandeln die Stadtwerke an?
Thomas Faltin und Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 10.02.2012 16:06 Uhr
Viele Bürger verbinden mit den Stadtwerken die Hoffnung, dass der Strom künftig nicht nur grün, sondern auch günstiger wird. Foto: dpa
Viele Bürger verbinden mit den Stadtwerken die Hoffnung, dass der Strom künftig nicht nur grün, sondern auch günstiger wird. Foto: dpa
"Mit uns können die Stadtwerke Stuttgart bis 2020 rund 60 000 Kunden gewinnen"
Wilfried Ullrich, Stawag

Stuttgart - Hinter den Kulissen bereiten sich große Entscheidungen vor: Vielleicht schon Mitte Februar wird der Aufsichtsrat der neuen Stadtwerke Stuttgart darüber befinden, wer der Kooperationspartner beim Stromvertrieb sein wird – die Elektrizitätswerke Schönau aus dem Schwarzwald, die Stadtwerke Aachen oder die Thüga AG mit Sitz in München?

Es geht dabei um eine zentrale Weichenstellung, auch wenn derzeit viel dafür spricht, dass der Partner nur Minderheitsgesellschafter wird. Aber die drei Bewerber haben eine unterschiedliche Herkunft und Ausrichtung und werden das Gesicht der Stadtwerke mitprägen. Klar ist bisher nur: die Stadtwerke wollen nur grünen Strom anbieten, und vom Herbst an soll jeder Stuttgarter die Energie von den Stadtwerken beziehen können. Im Aufsichtsrat sitzen, schön proportional zu den Wahlergebnissen, alle Fraktionen des Gemeinderates sowie Vertreter der Stadtverwaltung.

Die Stromrebellen aus dem Schwarzwald

Bis jetzt scheint völlig offen zu sein, wer von den drei Bewerbern das Rennen macht. Zumindest offiziell haben sich die Fraktionen noch nicht festgelegt. Doch wer sind eigentlich die drei potenziellen Energieversorger für Stuttgart? Wir stellen sie vor – um niemanden zu bevorzugen, in streng alphabetischer Reihenfolge.

Elektrizitätswerke Schönau GmbH

Sie haben bundesweit Furore gemacht als die Stromrebellen aus dem Schwarzwald: Bürger der kleinen Gemeinde hatten Anfang der 1990er Jahre, aus der Erfahrung des Tschernobyl-Unglücks heraus, atomfreien Strom für ihre Gemeinde gefordert, in etlichen Gerichtsprozessen und zwei Bürgerentscheiden den lokalen Strom-Platzhirsch in die Knie gezwungen und selbst ein Energieunternehmen gegründet – es war eine Bilderbuchgeschichte bürgerschaftlichen Engagements. Seit 1998 verkaufen die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ihren Strom bundesweit; sie bieten ausschließlich Ökostrom an, und im Preis ist ein „Sonnencent“ inbegriffen, mit dem kleine lokale Kraftwerke finanziert werden. Derzeit beziehen 130 000 Haushalte ihren Strom von den EWS, darunter 10 000 in Stuttgart.

Kommentare (6)
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FEB
11
U.S., 11:28 Uhr

EWS Kunden 1.000 oder 10.000 ?

In der StZ vom 11.02.2012 war zu lesen: "...Energiewende Stadtwerke-Start mit tausend Kunden?..." Ich bitte die StZ um Nachrecherche! Es ist ein großer unterschied ob nun 1000 oder 10000 Kunden von der EWS eingebracht werden. Ich gehe eher von 1000 Kunden aus, sonst wäre ja schon jetzt bei EWS ein Marktanteil von ca. 15% zu verbuchen. Eher unwarscheinlich.

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FEB
10
Tosch, 21:52 Uhr

Partner

Es könnte vielen in der Stadt so gehen dass sie gerne einen nahe liegenden Partner aus dem "Ländle" als am sympathischsten empfinden werden. Ich als privater Kunde und gewerblicher Entscheider bin in beiden Fällen Kunde der EWS und werde das, so irgend vertretbar auch bleiben - auch aufgrund deren Geschichte und vor allem des Geschäftsgebarens. Es ist ein eher leises Unternehmen mit einer sehr kräftigen Leistung, meiner Sich nach; und das darf auch gerne so bleiben. Sollte es für die neuen Stadtwerke und die EWS gleichermaßen förderlich sein bin ich gerne einer der ersten Kunden den neuen Stadtwerke. Und viele der 9.999 anderen Kunden in der Stadt werden das vermutlich ähnlich sehen und einen guten Grundstock bilden. Gewerblich konnten die EWS sogar die EnBW unterbieten - also bei eigens ausgehandelten Tarifen abseits des Privatkundengeschäfts; das hat mich erst zu den EWS geführt. Ich setze darauf dass die neuen Stadtwerke das ebenfalls einhalten können/wollen. So wäre es vielleicht möglich einen der vielen großen Fehler der Stadtgeschichte über die Zeit wieder gut zu machen.

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FEB
10
Bernd das Brot, 18:58 Uhr

SWS Stuttgart

Herrn Sladek wünsche ich viel Glück. Was er verschweigt ist das gut 7.500 Kunden noch Zahlungsrückstände haben und er selbige noch nicht in der Bilanz 2011 ausgewiesen hat. Sofern Herr Sladek Anstand hat weist er seine komplette Bilanz 2011 öffentlich aus. Bis zum heutigen Tag ist noch nicht geklärt woher die EWS die Regelenergie beziehen - auch hier wir die ESW Aussagen tätigen müssen. Die EWS verkauft mehr "Ökoenergie" als sie selbst brutto über eigenen KWK und Solarkraftwerke erzeugt also folglich, wo Herr Sladek kommt der Strom her? Lasst euch nicht zum Narren halten!

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