Studie für Baden-Württemberg Bahntunnel im Land verrotten

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Exklusiv Nicht nur die Brücken, auch die Tunnel der Deutschen Bahn sind marode. Einem Bericht der Bundesregierung zufolge müssen im Südwesten in den nächsten zwei Jahrzehnten 28 Tunnel ersetzt werden. Der Verfall schreitet sehr schnell voran.

In die Jahre gekommen sind viele Tunnel im Land: auch der bei  Wertheim-Waldenhausen Foto: Peter Frischmuth
In die Jahre gekommen sind viele Tunnel im Land: auch der bei Wertheim-WaldenhausenFoto: Peter Frischmuth

Stuttgart - Der Zustand der 176 Bahntunnel in Baden-Württemberg hat sich in wenigen Jahren nochmals drastisch verschlechtert. Viele Bauwerke sind marode und überaltert. Mindestens 28 Tunnel mit einer Gesamtlänge von mehr als zehn Kilometern müssen in den nächsten zwei Jahrzehnten komplett und zu hohen Kosten ersetzt werden. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf Anfragen der Grünen im Deutschen Bundestag.

Das Bundesverkehrsministerium betont ausdrücklich, dass die Sicherheit aller Tunnel durch die Bauschäden noch nicht beeinträchtigt sei. Auch gebe es bisher keinerlei Nutzungsbeschränkungen. Für die Betriebssicherheit ist die DB Netz AG als Teil der Deutschen Bahn verantwortlich. Der Konzern ordnet seine Anlagen nach Alter, Konstruktion, Abnutzung und Verkehrsbelastung in vier Gruppen. Je nach Zustand wird entschieden, welche Maßnahmen zum Unterhalt oder zur Instandsetzung noch wirtschaftlich sind.

Starke Bauschäden nehmen rasant zu

Innerhalb von nur vier Jahren hat sich demnach die Zahl der Bahntunnel im Südwesten, die starke Bauschäden aufweisen (Kategorie 3), von 28 auf 48 erhöht. Die Zahl der Röhren mit größeren Schäden (Kategorie 2) stieg von 63 auf 73. Bei zwei Anlagen ist nach DB-Einschätzung die Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich (Kategorie 4). Dabei handelt es sich um den rund 900 Meter langen und stark genutzten Pforzheimer Tunnel und den gut 540 Meter langen Reicholzheimer Tunnel, für den bis 2017 ein Neubau geplant ist.

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12 KommentareKommentar schreiben

tja: und im Ländle werden weit >10Mrd für $21 und die NBS versenkt. Geld, welches woanders dringend gebraucht würde, gerade auch im Ländle, und einen wesentlich höheren Nutzen hätte als Mist21! BaWü - Wir können alles außer Verkehrspolitik!

und die Stadt Stuttgart...: ....hat ausgerechnet die baufälligen Eisenbahntunnel: Kriegsbergtunnel und Hasenbergtunnel nebst Panoramastrecke von der Bahn gekauft im Zuge von Stuttgart 21. Dazu hat die Stadt Stuttgart für den Erhalt der Strecken und der Tunnel zu sorgen und zu BEZAHLEN! Die Tunnel sind übrigens über 100 Jahre alt. Die Bahn muss kein Nutzungsentgelt für diese Strecke bezahlen, wie es eigentlich üblich wäre: Ein weiteres Zuckerle an die Bahn, damit sie an Murks Stuttgart 21 festhält. Die Bahn reibt sich die Hände - hat sie sich doch dieser baufälligen Tunnel preiswert entledigt - die Dummen sind wir Stuttgarter allein! So lange wie beim Alles-oder-Nichts-Projekt weitergemurkst wird und die Inbetriebnahme alles andere als sicher ist, solange zahlen wir. Wenn es richtig dumm läuft, müssen wir neue Tunnel bezahen, denn der Bahnbetrieb muss schließlich weiterlaufen! Neben den völlig überhöhten Nahverkehrspreisen auf Grund von schlechten Verträgen zu Gunsten der Bahn-ebenso wegen S21- zahlen wir Bahnfahrer regelmäßig drauf. Bedanken darf man sich bei der CDU, der SPD,der FDP und den Freien Wählern und natürlich EX-OB Schuster, für diese desaströsen Verträge. Ach ja, entfällt die Gäubahn, gibt es keinen adäquaten Ausgleich mehr bei den S-Bahnen S1, S2 und S3 bei Verspätungen und Ausfällen. Die S-Bahn, das Rückgrat von Stuttgart, ist der große Verlierer beim S21-Monopoly-Spiel. Wie lange wollen sich die Stuttgarter eigentlich über den Tisch ziehen lassen?

Was fault denn noch alles seit Jahren?: Also die Autobahnbrücken, Autobahnen, Straßen und nun die Tunnelröhren. Hatten die Gutachter sich nicht durchgesetzt, oder die Entscheider (CDU seit Jahrzehnten von jenen regiert!) keinen Bock und mit den Mängellisten einfach nur die Schubladen der Dienststuben gefüllt? gruß vom Motzkigele

Muß doch erst wieder etwas Schlimmes passieren!: Eschede mit 101 Tote war wohl nicht genug, als daß auch dann erst die ICE-Wartungen verschärft wurden. ... Die Politik läßt nicht nur zu, daß die Bahninfrastruktur verkommt, sondern verwandelt das für die Bahn zuständige EBA immer mehr zum Papiertiger. ... Daß bei der Bahn kaum mehr was funktioniert, liegt auch an den unfähigen Managern wie Herr Bitzer (ehemals Manager der SSB), welcher seit Jahr und Tagen den Leuten suggierieren will, daß S-Bahnen mit Reisezügen und HH-Dammtor (mit einem einfachen Halt auf zwei Durchgangsgleisen ohne Weichen) mit S21 vergleichbar wäre. Blamabler gehts bei der Deutschen Bahn wohl nicht mehr.

Grube und Kefer bekommen für jeden eingesparten Euro bei der Wartung und Instandhaltung einen höheren Bonus ausgezahlt,: da ihr Bonus direkt an den "Gewinn" gekoppelt ist. Und derselbe Grube schreit jetzt nach 30 Mrd Investitionen, weil ja auch "Gewinn" durch die Planung der Bahn für neue Tunnel ca 18% der Bausumme abfällt, was wieder den Gewinn steigert, was wiederum einen höheren Bonus für ihn und Kefer abwirft. Man sollte die Verantwortlichen endlich einmal ins rechte Licht rücken und sie mit ihrem zusammen gerafften Privatvermögen für das angerichtete Chaos haften lassen. Aber Grube läßt das kalt, der muß ja nicht mit seiner Schrottbahn fahren, der fährt einen neuen Porsche.

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