Studie zur Ernährung Iss was, Deutschland?
Christine Pander, 22.02.2013 13:42 Uhr
So wäre es richtig. Trotzdem greifen die meisten Deutschen aus Zeitnot zu Fastfood.Foto: dpa
Stuttgart - Was kommt bei den Deutschen auf den Teller? Eine Studie der Techniker Krankenkasse und des Meinungsbildungsinstituts Forsa hat die aktuellen Trends beim Ernährungsverhalten ganz genau betrachtet. Demzufolge ist es der Mehrheit der Bevölkerung wichtiger, leckere Dinge zu verspeisen. Ob diese auch gesund sind, ist zweitrangig.
Daran wird auch der Pferdefleisch-Skandal nichts ändern: vor allem Männer stehen auf Fleisch und Wurst. Je geringer der Bildungsstand oder das Einkommen, desto mehr Wurst kommt aufs Brot. Sechs von zehn Männern wollen täglich mindestens eine Scheibe Wurst verzehren. Unter welchen Bedingungen, scheint zweitrangig. Gerade jüngere Menschen sind beim Essen den Angaben zufolge sowieso kaum noch bei der Sache: Vier von zehn jungen Erwachsenen essen mit der Gabel in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand – meist läuft zusätzlich noch der Fernseher.
Essen passiert nebenbei
Regelmäßig am Tisch essen nur noch Familien. Doch selbst in jedem vierten Drei-Personen-Haushalt läuft der Fernseher beim Essen. „Überhaupt scheinen Fernseher, Laptop, Tablet oder Smartphone dazu einzuladen, nebenbei zu essen“, heißt es in der Studie.
Gleichzeitig sind die Konsumenten im Bereich der schnell verfügbaren Kalorien äußerst flexibel: nach der Tütensuppe darf es auch gerne noch ein Schokoriegel sein – oder zwei. Praktiziert wird das vor allem von geringer verdienenden Stadtmenschen, die zu Hause alleine essen und nebenbei ihre Online-Freundschaften pflegen. Menschen ab 50 plus essen eher in Ruhe, lassen sich weniger ablenken und greifen auch weniger zu Fast-Food-Produkten.





Die Fast- und cheap and nasty- Gesellschaft
Unser ' Essverhalten ' ist proportional zum übrigen gesellschaftlichen Verhalten : Dem Zeit.Geist hinterher jagend, dem Billig-Konsum frönen, weil die Einkommenssituation ein ' normales ' Konsumverhalten in großen Teilen der bundesdeutschen Haushalte nicht mehr möglich ist, trotz Mehrfach- Billig-Arbeitsplätzen und Doppelverdienst. Das ist der Grund für das Ernährungsverhalten vieler Zeit-Genossen. Dazu braucht es wahrlich keine Studie der Techniker Krankenkasse und des Meinungsbildungsinstituts Forsa, die in ihrer Aussage auf primitivste Art und Weise vorurteilsbehaftete Klisches bedient. Die TK ist ein ' Diskriminierungs-Verein ' der übelsten Sorte. Wäre ich Mitglied in dieser gesetzlichen Ersatz-Kranken-Kasse, wäre diese ' Studie zur Ernährung ' ein Kündigungsgrund. Ein Schweine-Priesterverein der seinesgleichen sucht.