Studiengebühren
Studenten geben schlechte Noten
Viola Volland,
28.06.2010 06:40 Uhr
Foto: AP
Stuttgart - Auch drei Jahre nach der Einführung der Studiengebühren sind die Studierenden unzufrieden damit, wie das Geld an den Hochschulen eingesetzt wird. Es ist für sie wenig Verbesserung in der Lehre spürbar. Das hat die bundesweite Studie "Gebührenkompass 2010" von der Uni Hohenheim ergeben, deren Ergebnisse jetzt bekannt gegeben wurden.
Was die Stuttgarter Hochschulen anlangt, sind die Studierenden der Uni Stuttgart mit der Verwendung ihrer Einzahlungen besonders unzufrieden: Sie vergaben dafür nur die Note 4,62, das ist bundesweit Rang 45. Die Hohenheimer Studenten bewerteten ihre Uni bei der Gebührenzufriedenheit mit der Note 3,99, das bedeutet im Vergleich Rang 21. Bundesweit liegt der Schnitt ebenfalls nur bei der Note 4.
Ein Problem scheint vor allem zu sein, dass die Studierenden gar nicht wissen, was mit ihrem Geld passiert. So fühlen sich nur 12,1 Prozent der Hohenheimer Studierenden der Studie zufolge ausreichend informiert, an der Uni Stuttgart sind es sogar nur 4,6 Prozent. Gut informiert fühlen sich hingegen 33,7 Prozent der Bayreuther Studierenden - Bayreuth landet auch insgesamt bei dem Ranking ganz vorn. Während dort 76,5 Prozent der Studierenden glauben, dass sich das Studium durch die Gebühren verbessert hat, sind es in Hohenheim nur 28,6 Prozent, an der Uni Stuttgart gar nur 13,7 Prozent.
Dazu passt, dass dem Gebührenkompass zufolge die Mehrheit der Stuttgarter Studierenden weiterhin für eine Abschaffung der Gebühren ist. 65,8 Prozent der Befragten an der Uni sprachen sich gegen die Gebühren aus, in Hohenheim 63,2 Prozent. Zum Vergleich: in Tübingen sind es lediglich 49,8 Prozent. In Mannheim studieren am wenigsten Gebührengegner (38,8 Prozent), in Braunschweig an der Hochschule für Bildende Künste sind es am meisten (85,1 Prozent).
Mindestens 100 Studierende an jeder Universität wurden für die Studie befragt. Es ist die vierte Erhebung dieser Art, die unter Leitung von Markus Voeth am Lehrstuhl für Marketing der Uni Hohenheim durchgeführt worden ist. Trotz der für die Universitäten negativen Ergebnisse, kann Voeth auch Positives vermelden: Mit der Studienqualität sind die Studierenden nämlich deutlich zufriedener. Im Durchschnitt haben die Studierenden die Note 2,69 vergeben. Die Hohenheimer gaben ihrer Uni die Schulnote 2,73, die Stuttgarter die 2,83.
Die Studie im Netz unter http://www.gebuehrenkompass.de »
Bundesweiter Schnitt: 4,0
Was die Stuttgarter Hochschulen anlangt, sind die Studierenden der Uni Stuttgart mit der Verwendung ihrer Einzahlungen besonders unzufrieden: Sie vergaben dafür nur die Note 4,62, das ist bundesweit Rang 45. Die Hohenheimer Studenten bewerteten ihre Uni bei der Gebührenzufriedenheit mit der Note 3,99, das bedeutet im Vergleich Rang 21. Bundesweit liegt der Schnitt ebenfalls nur bei der Note 4.
Ein Problem scheint vor allem zu sein, dass die Studierenden gar nicht wissen, was mit ihrem Geld passiert. So fühlen sich nur 12,1 Prozent der Hohenheimer Studierenden der Studie zufolge ausreichend informiert, an der Uni Stuttgart sind es sogar nur 4,6 Prozent. Gut informiert fühlen sich hingegen 33,7 Prozent der Bayreuther Studierenden - Bayreuth landet auch insgesamt bei dem Ranking ganz vorn. Während dort 76,5 Prozent der Studierenden glauben, dass sich das Studium durch die Gebühren verbessert hat, sind es in Hohenheim nur 28,6 Prozent, an der Uni Stuttgart gar nur 13,7 Prozent.
Trotz allem: Studienqualität nahm zu
Dazu passt, dass dem Gebührenkompass zufolge die Mehrheit der Stuttgarter Studierenden weiterhin für eine Abschaffung der Gebühren ist. 65,8 Prozent der Befragten an der Uni sprachen sich gegen die Gebühren aus, in Hohenheim 63,2 Prozent. Zum Vergleich: in Tübingen sind es lediglich 49,8 Prozent. In Mannheim studieren am wenigsten Gebührengegner (38,8 Prozent), in Braunschweig an der Hochschule für Bildende Künste sind es am meisten (85,1 Prozent).
Mindestens 100 Studierende an jeder Universität wurden für die Studie befragt. Es ist die vierte Erhebung dieser Art, die unter Leitung von Markus Voeth am Lehrstuhl für Marketing der Uni Hohenheim durchgeführt worden ist. Trotz der für die Universitäten negativen Ergebnisse, kann Voeth auch Positives vermelden: Mit der Studienqualität sind die Studierenden nämlich deutlich zufriedener. Im Durchschnitt haben die Studierenden die Note 2,69 vergeben. Die Hohenheimer gaben ihrer Uni die Schulnote 2,73, die Stuttgarter die 2,83.
Die Studie im Netz unter http://www.gebuehrenkompass.de »
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unklares Gemauschel
Es wird kaum dargelegt, was mit dem Geld passiert. Niemand weiß, wofür er zahlt aber jeder HOFFT, dass es sich etwas gebessert hat. Ich habe als Dozent an einer Uni in BW gearbeitet. Ein kleines Beispiel gefällig zur Verwendung der Studiengebühren? Es waren Gebühren da, um für ein Seminar 2 Tutoren zu bezahlen, die mit den Studenten Übungsstunden abhalten sollten. Ich habe dieses Seminar mitgeleitet, verantwortlich war ein Prof. Nun zur Verwendung des Gelds für die Tutoren: 1. es kostet Zeit und Arbeit, geeignete Tutoren auszusuchen 2. es kostet Zeit und Arbeit, Übungsstunden zu konzipieren und die Tutoren dementsprechend zu instruieren Fazit: Man nimmt sich 1 Tutor, lässt den einfach die Papierarbeit machen (kopieren, Sachen einscannen, Listen rumgehen lassen), bezahlt ihn für viel mehr Stunden, als er eigentlich Arbeit hat und für eine extrem unqualifizierte Arbeit noch dazu und lässt die Übungsstunde ausfallen. Die Studenten in dem Seminar haben nie davon erfahren, dass ihr Geld für eine bessere Betreuung dieses Seminars vorgesehen war und waren sogar FROH und DANKBAR, dass es eine Hilfskraft gab, der sich ein bisschen um die Kopien gekümmert hat!! Wieso das keinen gekümmert hat? Nun, keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus, ich war in einem Abhängigkeitsverhältnis zu diesem Prof und es gab keine Kontrollinstanz. Es gibt sehr viel drastischere Beispiele für die Veruntreuung des Geldes. Dies war noch eher harmlos. Wenn man aber bedenkt, dass die Studenten neben Studiengebühren auch ihre Zeit einsetzen, um in ihre Ausbildung und Zukunft investieren, ist es schon fast kriminell, wenn damit so unbedacht umgegangen wird. Studiengebühren richtig eingesetzt könnten zu einer großen Verbesserung der Lehre führen. Aber das wird nicht geschehen, nur punktuell, wo sich Leute wirklich kümmern.
Zwei Drittel lehnen diese Studiengebühren ab!
Die Überschrift hätte eigentlich heißen müssen: Zwei Drittel der Studierenden an Universitäten mit Studiengebühren lehnen diese ab. Ein typisches Beispiel für Meinungsmache für Studiengebühren. Da schickt man einige Gebührenscouts“ an 48 Hochschulen mit Studiengebühren und befragt jeweils gerade mal 100 Studierende nach ihrer Zufriedenheit über die Verwendung der Studiengebühren. Ob man mit der Verwendung zufrieden ist, sagt nichts über die grundsätzliche Haltung zu Studiengebühren, und die ist eindeutig ablehnend. Hinzu kommt noch das vernichtende Urteil, dass weniger als ein Drittel meinen, dass die Studiengebühren die Lehre verbessert habe. Gesponsert wurde die Umfrage übrigens von der Gesellschaft für Konsumforschung GfK, deren stets viel zu optimistische Konsumprognosen ständig von der Wirklichkeit widerlegt werden.