Studieren in Stuttgart „Niemand will im Keller wohnen“

Von Christine Deder 

Semesterbeginn an der Uni Stuttgart: Der doppelte Abiturjahrgang und damit die Rekordzahl an Studienanfängern haben Stadt und Universität vor allem vor Platzprobleme gestellt. Eine Umfrage unter Stuttgarter Erstsemestern zeigt, wie sie die Situation einschätzen und was sie sich von ihrem Studium erhoffen.

Für viele Erstsemester hat das Studium an der Uni Stuttgart gerade erst begonnen. Foto: Steinert 8 Bilder
Für viele Erstsemester hat das Studium an der Uni Stuttgart gerade erst begonnen.Foto: Steinert

Stuttgart - 5573: Das ist die Zahl der Erstsemester, die sich für dieses Wintersemester an der Universität Stuttgart eingeschrieben haben. Mit diesem Wert übertrifft die Uni sogar ihr Rekordjahr 2010, als sich 4842 Erstsemester immatrikulierten. Schon seit Jahren müssen Universität und Stadt Stuttgart mit solch hohen Zahlen kalkulieren, um genug Studienplätze, Vorlesungssäle und Wohnungen für den Doppeljahrgang zu stellen. Für sie steht fest: Die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) bedeutet einen großen Umschwung. Doch wie schätzen die Studenten die Situation der Unis ein?

Bei einer Umfrage unter Erstsemestern der Universität Stuttgart ergibt sich ein homogenes Bild in Sachen Wohnungsnot: Ja, es gibt dieses Problem – aber mit ein wenig Glück und Geschick haben die meisten der Befragten eine passable Unterkunft gefunden. Dennoch fordern Marlene Frank und Kathrin Hilligardt: „Der neue Oberbürgermeister sollte für mehr billigen Wohnraum sorgen.“

Schulabgänger lassen sich mit dem Studium Zeit

Und wie sieht es mit dem Platzmangel in Hörsälen und Mensen aus? Fehlanzeige. „Ich habe den Eindruck, dass sich das Problem eher ins nächste Jahr verschiebt“, sagt Fabian Marius Freitag, der Maschinenbau studiert. Viele Schulabgänger verbringen vor dem Studium offenbar zunächst ein paar Monate im Ausland oder absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Die Gründe, Stuttgart als Studienort zu wählen, sind vielfältig. Häufig werden die guten Verbindungen zu Wirtschaft und Industrie oder das Renommee der Universität im technischen Bereich genannt. „Die Uni Stuttgart ist allgegenwärtig“, sagt der 19-jährige Benjamin Sturm.

ÖPNV in Stuttgart relativ teuer

Als verbesserungswürdig beurteilen die Stuttgarter Erstsemester dagegen vor allem den öffentlichen Nahverkehr. Sie kritisieren die hohen Ticketpreise und die Verzögerungen beim Bauprojekt Stuttgart 21. „Die erste Amtshandlung des neuen Oberbürgermeisters sollte sein, den neuen Bahnhof möglichst schnell zu bauen“, fordert Larissa Triess. Die 18-Jährige Elektrotechnik-Studentin wird von Ludwigsburg aus zur Uni pendeln und ist deswegen auf einen funktionierenden Bahnverkehr angewiesen.

Was die Studenten in der Umfrage sonst noch gesagt haben, lesen Sie in unserer Bildergalerie.