ExklusivStuttgart 21 Ab Januar wird am Bahnhof betoniert

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Die immer wieder verschobenen Arbeiten an der Bodenplatte des neuen Bahnhofs für Stuttgart 21 beginnen im neuen Jahr. Ursprünglich hätten sie bereits vor zwölf Monaten in Angriff genommen werden sollen.

Die Baustelle für Stuttgart 21 zieht sich quer durch den Talkessel. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Baustelle für Stuttgart 21 zieht sich quer durch den Talkessel.Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Am 11. Januar beginnt die Bahn mit dem Betonieren eines ersten Abschnitts an der Bodenplatte für den Durchgangsbahnhof von Stuttgart 21. Dieser Bauschritt war ursprünglich schon vor einem Jahr vorgesehen und hatte sich immer wieder verzögert – zuletzt, weil sich Vorgaben für Statiknachweise geändert hatten und die Bahn die Belege neu vorlegen musste. Für die zehn Zentimeter dicke Grundplatte haben die Bahnhofsbauer nun grünes Licht bekommen. Insgesamt hat die Bodenplatte im Bahnhofstrog eine Dicke von bis zu zweieinhalb Metern.

Weitere Schritte müssen noch genehmigt werden

„Die Betonage der Bodenplatte für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Im ersten Schritt wird eine Grundplatte aus Beton gegossen, die den jeweiligen Bauabschnitt zum darunter liegenden Erdreich hin abdichtet. Der Beginn der Arbeiten dafür ist im Bauabschnitt 16 für den 11. Januar vorgesehen“, erklärt ein Projektsprecher auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. Im Nachgang zur jüngsten Lenkungskreissitzung im November hatte DB-Infrastrukturvorstand Volker Kefer die Grundsteinlegung für Anfang 2016 angekündigt. Zu einem konkreten Termin hält sich die Projektgesellschaft allerdings nach wie vor bedeckt. Der solle erst festgelegt werden, wenn der Freigabeprozess endgültig abgeschlossen sei, erklärt der Projektsprecher. Die einzelnen Arbeitsgänge werden sukzessive von einem Sachverständigen, dem sogenannten Bauvorlageberechtigten, abgesegnet. Über weitere Bauvorgaben liefen derzeit Gespräche zwischen dem Sachverständigen und dem Abschnittsleiter der Bahn für die Talquerung.

Schwieriger Umbau eines Abwasserkanals

Im August 2014 zu Beginn der Aushubarbeiten am Bauabschnitt 16, der sich auf Höhe des ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhofs befindet und die erste Grube für den Tiefbahnhof markiert, war die Bahn zuversichtlich, im Januar 2015 mit dem Betonieren der Bodenplatte beginnen zu können. Allerdings kamen die Bahnhofsbauer beim zuvor notwendigen Verlegen eines Abwasserkanals nicht so schnell voran wie gedacht. Im Oktober wurde dann bekannt, dass die Bahn ihre Statiknachweise für die Bodenplatte geänderten Richtlinien anpassen muss. Die Nachricht hatte erhebliche Irritationen hervorgerufen. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) erklärte damals: „Ich wundere mich. Statt sich selbst zu loben, sollten die Bahn und ihre Planer lieber ihre Hausaufgaben machen.“ Er forderte Aufklärung bis zur Lenkungskreissitzung im November.

Die gut 400 Meter lange Bahnsteighalle des Durchgangsbahnhofs wird in mehreren Abschnitten ausgehoben und betoniert. Insgesamt sind 25 einzelne Baugruben vorgesehen, die sich von der Jägerstraße im Nordwesten quer durch den Talkessel bis zur Sängerstraße im Südosten ziehen. Über den Stand der Arbeiten können sich Besucher an Tagen der offenen Baustelle Anfang kommenden Jahres ein Bild machen.

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180 Kommentare Kommentar schreiben

Auf S21 ist Verlass: -- Heute ist der 29.5.2016-- war gerade am Bahnhöfle,doch die Bodenplatte des teuersten Bahnhofs der Welt war nicht da.Wo klemmt es????? Muß umgeplant werden weil s21 so leistungsschwach ist???, Liegt es an der 6fach überhöhten Gleisneigung????? War der Meinung da s21 kein Bahnhof mehr ist,sondern jetzt als Haltepunkt umdeklariert ist ,konnte dieses Problem aus der Welt geschafft werden?? War auch bei den S21 Gegnern ( Mahnwache). Stimmt es ,das seit Baubeginn am ,02 . 02. 2010 erst knapp über 10 Prozent des Projekts umgesetzt sind?

Stellungnahme: Es wäre an der Zeit, dass die Stuttgarter Zeitung hier mal eine Stellungnahme abgibt, wie es kommen konnte, dass sie in diesem Artikel eine derartige Falschdarstellung verbreitet hat.

Richtig ist!: Die Bahn mogelt weiter:Ausweislich ihrer eigenen Pläne, geht die Bahn längst davon aus, dass Stuttgart 21 niemals 2021 fertiggestellt wird. Genau dies behauptet sie aber fortgesetzt öffentlich und den Projektpartnern gegenüber. Man müsse sich fragen, wie lange ein bundeseigener Großkonzern folgenlos die Wahrheit derart manipulieren dürfe, so Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnisses. Aufmerksame Anwohner des Netzwerks Kernerviertel hatten anlässlich der „Tage der offenen Baustelle“ im ausgehängten Bauzeitplan für den Südkopf den Widerspruch zu den öffentlichen Verlautbarungen einer Inbetriebnahme im Dezember 2021 entdeckt und ihn auf der Webseite der Netzwerke21 http://netzwerke-21.de/?p=13851 dargestellt. Damit nähert sich die bahninterne Planung dem, was das Gutachten des Münchner Verkehrsplanungsbüro Vieregg und Rössler ermittelt hatte – dass nämlich mit einer möglichen Fertigstellung eher 2024 zu rechnen ist. Das Aktionsbündnis hat sich in einem Schreiben an die Bahnvorstände Dr. Grube und Dr. Kefer gewandt (Anlage) und sie aufgefordert, „die krassen Widersprüche des behaupteten Termins der Fertigstellung von S 21 realitätsnah zu bereinigen“. Ähnlich lautende Schreiben gingen an Manfred Leger, Geschäftsführer der DB Projektbau, an OB Fritz Kuhn und den zuständigen Landesverkehrsminister Winfried Hermann. Schon bei der Kostenentwicklung des Projekts und dessen behaupteter Leistungsfähigkeit, konnte der Bahn mehrfach Falschinformation und Irreführung wider besseres internes Wissen nachgewiesen werden. Dass die Bahn offensichtlich jetzt auch in der Frage des Fertigstellungstermins diese Politik fortsetzt, sei höchst unverantwortlich, so von Loeper. Die Projektbeteiligten, vor allem in Stadt und Land, die versprochen hatten, Stuttgart 21 kritisch zu begleiten, forderte er auf, sich von der Bahn nicht weiter auf der Nase herumtanzen zu lassen und den längst überfälligen Offenbarungseid in der Kostenfrage (neuerliche Kostenexplosion), in der Frage der Leistungsfähigkeit und jetzt auch bezüglich des Fertigstellungstermins ultimativ einzufordern. http://www.parkschuetzer.de/assets/termine/2016/An-DrGrube-DrKefer-S21-Zeitverzug.pdf

Lachplatte: Heute ist der 22.01.16 und von der Betonplatte (auch von dem 10 cm-Plättchen) ist nichts zu sehen. Vielleicht beim nächsten Mal einfach nicht alles glauben, was die Bahnvertreter erzählen. Oder endlich auch mal was hinterfragen und nicht nur Pressemitteilungen abschreiben.

Hm,...: ... wo steht denn, dass am 11. Januar... '2016' {!] betoniert werden soll ?

Manfred Leger: am 04.04.2015 in der StZ: „Warten Sie ab, wie schnell wir hier noch werden“ .. nun ist der Januar auch schon fast wieder vorbei.

Warten wir also ab: Doch weil jetzt aber der Schneefall anhält und der Beton wohl in einen See fällt, ist mit der Maßnahme erst im Februar zu rechnen. Doch halt - dann folgt Mariä Lichtmess, wo ich zu Abend wieder bei Tag ess'. Ist's jedoch an Lichtmess hell und rein, wird's ein langer Winter sein. Schon bald darauf kommt der Osterhase und wieder platzt ein Termin wie eine Seifenblase.

Januar: so, nun bleibt also noch die KW04 um wie angekündigt Vollgas zu geben. Der Zeitplan der Bahn schmilzt schneller dahin, als der die 10cm Schnee im Stuttgarter Talkessel.

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