Stuttgart 21 Aufsichtsräte: S21 wird gebaut

Von Reuters 

Trotz der Kostenexplosion wird Stuttgart 21 laut Regierungs- und Bahn-Aufsichtsratskreisen nicht gestoppt. Das sagte ein Mitglied des Gremiums am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Stuttgart 21 soll nun doch weiter gebaut werden. Das verlautete am Donnerstag aus Bahn-Aufsichtsratskreisen. Foto: dpa 15 Bilder
Stuttgart 21 soll nun doch weiter gebaut werden. Das verlautete am Donnerstag aus Bahn-Aufsichtsratskreisen.Foto: dpa

Berlin - Trotz der Kostenexplosion wird das umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 nach Angaben aus Regierungs- und Bahn-Aufsichtsratskreisen nicht gestoppt. „Der Aufsichtsrat wird der Bahn für den Weiterbau bei der geplanten Sondersitzung im März grünes Licht geben“, sagte ein Mitglied des Gremiums am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Ein anderer Bahn-Kontrolleur bestätigte dies.

Ein Regierungsvertreter sagte, die Bundesvertreter im Aufsichtsrat hätten sich auf diese Linie verständigt. Allerdings werde die Bahn aufgefordert, Sparmöglichkeiten zu nutzen. So sollen die Mehrkosten aus dem Schlichtungsverfahren zu Stuttgart 21 sowie die veränderte Bahnanbindung des Stuttgarter Flughafens nicht allein von dem Staatskonzern getragen werden. Sie seien nicht Bestandteil der Verträge. Dadurch könnten mindestens 300 Millionen Euro Kosten vermieden werden.

Streit um die Kostenübernahme

Anfang der Woche hatten die Bahn-Projektpartner Baden-Württemberg und Stuttgart erneut deutlich gemacht, sie würden sich an keinen Kosten über dem vereinbarten Rahmen von rund 4,5 Milliarden Euro beteiligen. Rund 1,1 Milliarden Euro an ungeplanten Lasten will die Bahn selbst tragen. Zudem sieht sie weitere Kostenrisiken von 1,2 Milliarden Euro, die sich aber mit Verzicht auf die Umsetzung der Schlichtungsergebnisse und der veränderten Flughafen-Anbindung um 300 Millionen Euro reduzieren würden.

Weder ein Bahn-Sprecher noch das Bundesverkehrsministerium wollten sich zu den Angaben äußern.

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161 KommentareKommentar schreiben

Schwachsinn: bin ja wirklich auch kein S21-Gegner, aber selten habe ich so einen schwachsinn wie in manch einem Kommentar gelesen - das ist billger populismus! insbesondere leute wie mein vorredner schaden der S21-prolerbewegung aufs übelste!

Wir Stuttgarter wollen nicht, dass unsere Stadt zum Spielball einer Handvoll S21-Lobyisten wird: Frau Merkel darf gerne beweisen, dass Deutschland „zukunftsfähig“ ist und Prestigeprojekte stemmen kann. Sie darf das gerne irgendwo draußen auf dem Land machen. Aber doch bitte nicht zu Lasten unserer Stadt und ihrer Bürger.

2 Milliarden sind mir etwas zu viel, nur damit halt vor der Bundestagswahl Ruhe ist.: Ich sehe mein Steuergeld lieber woanders angelegt , als in machtpolitischen Spielchen zu Lasten einer Stadt und seiner Bürger .

@ karle, 15:37 Uhr, stuttgart braucht eine zukunftsvision mit s21: Ich teile zwar nicht die Meinung von ex Kanzler Helmut Schmidt bzgl der Visonen und dem Augenarzt, aber was Sie da in epischer Länge schreiben ist zwar nicht total falsch (z.B. Bausünden nach WW2), aber es hat eben nichts mit S21 zu tun. Bezeichnend ist doch, dass schon der Ursprung der S21 Idee krank war. Er wurde NICHT von der Stadt und den Bürgern als Verbesserung der Stadt entwickelt, sondern er war von ex DB Vorstand Dürr enwickelt, um Geld aus den Grundstücksverkaufen in die neue DB AG zu bringen. Dieses aus Sicht von Herrn Dürr verständliche Vorhaben hätte aber von den Zahlern (Stadt und Land) kritisch hinterfragt werden müssen. ALLE anderen '21' Projekte in Deutschland wurden hinterfragt und GESTOPPT. Weder München noch Frankfurt, mit ihren teils viel grösseren Gleisflächen als Stuttgart, haben sich für eine '21' erwärmen können. Es war bei aller VIsion eben kein positives Kosten/Nutzen Verhältnis. Und wenn man mal in entsprechende Verordnungen schaut, dann darf eine Stadt und auch ein Land das Steuergeld eben nicht nach Belieben für irgendwelche Visionen ausgeben. Ideen gäbe es ja genug. Warum nicht den Landtag unterirdisch bauen. Die brauchen doch mehr Platz ;-)

Dann sind ja alle zufrieden: Schön, dass der Bund und die Bahn trotz ständig steigender Kosten weiterbauen wollen. Und es gilt ja bekanntlich: wer bestellt der bezahlt. Damit sind Kretschmann und Kuhn aus dem Schneider und müssen nur das vertraglich zugesicherte beisteuern. Sonderwünsche (Brandschutz, genehmigungsfähiger Filderbahnhof, ...) sollten die gar nicht bestellen, die werden von den zuständigen Aufsichtsämtern schon eingefordert werden. Alles weitere ist nun Aufgabe der Bahn. Und in Stuttgart werden in den kommenden Jahr(zehnt)en etliche Milliarden verbaut. Der Rest Deutschlands zahlt. Wenn die Bahn die Verträge (Fertigstellungstermin, Leistungsfähigkeit, etc. ) nicht einhalten kann werden die Beiträge von Land und Stadt zurückgefordert. Liebe Nicht-Baden-Württemberger: wir haben in BW Merkels 'Sch...verein' abserviert. Im Bund schaffen wir das aber nicht alleine. Da müsst ihr uns im September helfen.

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