Stuttgart 21 Bahn lehnt Probebohrungen ab

Von dud 

Die Bahn wird trotz der Forderungen von Peter Dübbers, Enkel des Bahnhofsarchitekten Paul Bonatz, keine Bohrungen unterm Turm des Hauptbahnhofs durchführen. Dübbers hat Zweifel daran, dass der Turm sicher auf Eisenbetonpfählen steht.

Die Standfestigkeit des Foto: dpa 14 Bilder
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Stuttgart - Die Bahn wird keine Probebohrungen am Bahnhofsturm machen. Damit weist sie die Forderungen des Architekten und Bonatz-Enkels Peter Dübbers und der Gemeinderatsfraktionen von Grünen und SÖS/Linke zurück. Dübbers hat – wie berichtet – Zweifel an der offiziellen Darstellung der Bahn, wonach der 10 300 Tonnen schwere Turm des von seinem Großvater Paul Bonatz erbauten Hauptbahnhofs, auf Eisenbetonpfählen gegründet sei. Nach Berichten von Bonatz seien Pfähle aus Eichenholz benutzt worden. Dübbers befürchtet, dass wegen der Grundwasserabsenkung für den Bau des Tiefbahnhofs die Pfähle mit Luft in Berührung kommen und faulen könnten. Dies wiederum könnte die Standfestigkeit des Turms gefährden. Dies hatten Grüne und SÖS/Linke aufgegriffen und gefordert, die Bahn solle mit einer Sondierungsbohrung eindeutig nachweisen, dass der Turm während der Arbeiten sicher stehe.

Eine weitere Bohrung sei nicht nötig

Die Bahn gehe nach wie vor von 289 Eisenbetonpfählen aus, auf denen der Turm stehe, sagte der S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich nun. Aber unabhängig davon, um welches Material es sich handle, werde der Turm während des Baus ständig überwacht. „Wir gehen in beiden Fällen davon aus, dass wir neben dem Turm den Tiefbahnhof sicher bauen können“, sagte Dietrich. Es sei nicht nötig, nochmals eine Bohrung zu machen. „Das brauchen wir nicht“, sagte der Projektsprecher.

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Bauverträger oder Trägerverbau: Bauverträger oder Trägerverbau - wie wird das "wirklich gemach"? ________________________________________________________ Dr. Walter Lächler: Jetzt komme ich zur Herstellung der Baugrube, um Ihnen und den Zuschauern zu zeigen, was dort wirklich gemacht wird. ________________________________________________________ (zur zweiten Folie 15 der vielen Folien 15) >> Wenn ich die Bauverträger [sic] > eingebracht habe, dann hebe ich zunächst einmal bis über den Grundwasserspiegel aus, um – das kann ich im Trockenen machen – die Rückverankerung des Verbaus herzustellen. Ich habe hier schematisch eine Ankerlage eingezeichnet. Wenn ich tiefer gehen will, muss ich natürlich das Grundwasser absenken. Das heißt, ich bringe Brunnen innerhalb der Baugrube nieder. << (Anmerkung / Zwischenfrage: gibt es außer dem bekannten GWM-Einrichtungsplan noch ergänzende Baugruben-Brunnen-Pläne? Wo sind die fehlenden Pläne für die Baugruben-Brunnen einsehbar?) ________________________________________________________ >> Dr. Walter Lächler: Den zeitlichen Zusammenhang der Brunnen innerhalb und außerhalb sollen Sie bitte nicht als gleichzeitig ansehen. Das Grundwassermanagement – das wissen Sie ja – erfolgte bereits, um darauf vorbereitet zu sein. << (?) ________________________________________________________ Anmerkung: gerade dieser aktuelle Bautenstand ist derzeitig von Interesse. Wie also soll mit einem nur bruchstückhaft skizzierten GWM-System ein Pumpleistungs-Test gefahren werden? Oder wird etwa doch schon heimlich mit versteckten Pumpen getestet? Wo kommen in der derzeitigen Test-Phase die Wassermengen für die Infiltrations-Tests her? Oder ist der derzeitige GWM-Test nur ein Dichtigkeits und Elektronik-Test? ________________________________________________________ +++ http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smediamediathek/GeotechnikUndGrundwasser.pdf +++ Die auf den vielen Folien mit der Nummer 15 (Numerierung rechts unten) angedeutete Wasserhaltung - einschließlich der nur ansatzweise angedeuteten Pump-Brunnen - ist NICHT mit in den GWM-Übersichtsplan übernommen worden. Ein zusammenfassender Übersichtsplan bleibt nach wie vor Fehlanzeige. Alle die Einrichtungen, welche prinnzipiell unter der Bezeichnung GWM zusammen wirken, sollten auch in ihrem funktionalem Zusammenhang im GWM-Übersichtsplan dargestellt werden. Ich vermisse nach wie vor die GW-Pumpen als wesentliches Funktions-Element in den "GWM-Schaltbildern". Ansonsten wurden ja auch alle wesentlichen Brunnen-Details (zum Beispiel: Infiltrationsbrunnen und die Brunnen der steuernden Steuerpegel "SP") in den GWM-Plan eingetragen. Siehe und vergleiche hierzu auch die Seiten 33 und 34 von 46: +++ http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smediamediathek/GeotechnikUndGrundwasser.pdf +++ http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/uploads/tx_smediamediathek/20121115-Grundwassermanagement-Bauarbeiten_bis_Jahresende_Bereich_Hbf.jpg ________________________________________________________ Wortprotokoll, Seite 89 von 207: +++ http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101120/2010-11-20_Wortprotokoll.pdf

das wäre ein anderer Bahnnhof: Schlichter Dr. Heiner Geißler: +++ Warum kann man den Druck nicht gleich so breit machen, dass die zwei Gleise – +++ Dr. Walter Lächler: Das ist die Frage, ob wir das müssen oder nicht. Dafür bin ich nicht der richtige Fachmann. Ich weiß nicht, ob wir es mit acht oder 16 Gleisen unterirdisch – +++ (Peter Conradi [Projektgegner]: 16!) +++ – Das ist ja ein anderer Bahnhof. (Heiterkeit) +++ Schlichter Dr. Heiner Geißler: Aber unter dem Gesichtspunkt Geotechnik und Grundwasser wäre auch ein neuntes und zehntes Gleis möglich. +++ Dr. Walter Lächler: Ohne Schwierigkeiten. +++ Schlichter Dr. Heiner Geißler: Gut, das ist sehr wichtig. +++ (Peter Conradi [Projektgegner]: Aber sehr teuer!) ________________________________________________________ Seiten 86 und 87 von 207: +++ http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101120/2010-11-20_Wortprotokoll.pdf

Bahnhof als "weiße Wanne" ausgebildet: Seite – 86 – Schlichtungsgespräch zu Stuttgart 21 +++ 20. November 2010 ________________________________________________________ Dr. Walter Lächler: Wenn die Katastrophe eintreten würde, dass dieser Düker, der mit dem Nesenbach abführt, aus welchen Gründen auch immer verstopft wäre - Jetzt sind wir beim Fall Bonn -. Das heißt, wir hätten hier oben einen Wasserstand. Diesen Zustand haben wir nachgewiesen. Dafür sind die Pfähle vorhanden, und die Pfähle sind so ausgelegt, dass selbst bei diesem Katastrophenfall der Bahnhof nicht aufschwimmen würde. +++ Schlichter Dr. Heiner Geißler: Herr Arnoldi hat eine Frage. +++ Klaus Arnoldi (Projektgegner): Herr Prof. Lächler, auf der Folie sieht es so aus – laienhaft ausgedrückt –, als ob der Bahnhof im Grundwasser wie ein Tanker auf See liegen würde. +++ Dr. Walter Lächler: Nein, der liegt nicht wie ein Tanker auf See, sondern - +++ Klaus Arnoldi (Projektgegner): Aber der Grundwasserspiegel liegt doch über der Sohle vom Bahnhof. +++ Dr. Walter Lächler: Ja. +++ Klaus Arnoldi (Projektgegner): Das muss doch irgendwie abgedichtet werden, damit das Wasser nicht in den Bahnhof hineinläuft. +++ Dr. Walter Lächler: Ja, das wird als weiße Wanne, als Bauwerk, das wasserdicht ist, ausgebildet. (Anmerkung: es darf dann aber auch keine einzige Bauwerks-Öffnungen im Hochwasserbereich zu liegen kommen. Ergo, der Bahnhofstrog darf nicht "löchrig" sein. Problematisch könnten auch Zugänge und Rettungs-Zufahrten werden). ________________________________________________________ Seite 86 von 207: +++ http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101120/2010-11-20_Wortprotokoll.pd

Aufschwimm-Schaden: Dr. Walter Lächler: (...) In der Presse war zu lesen, dass der Bahnhof irgendwann aufschwimmt. Ich versuche, Ihnen hier darzustellen, dass das nicht passiert. Wir haben das Grundwasser, das unter dem Bahnhof hindurchströmt. Damit wäre auch die nächste Frage beantwortet, ob der Bahnhof als Stauhorizont dient. Denn der Bahnhof verläuft als Querriegel durch das gesamte Tal. Wir sorgen über die Umläufigkeit dafür, dass das Wasser, das zu Tal fließt, zumindest in dem Bereich, wo es abgeschottet wird, auch herumfließen kann. Das Gewicht des Bahnhofs ist so groß, dass selbst dann, wenn der Grundwasserspiegel steigen würde, er aufgrund des Eigengewichts nicht aufsteigen würde. +++ (Peter Conradi [Projektgegner]: Das haben die uns in Bonn auch gesagt!) +++ Nein, das ist falsch. In Bonn ist ein anderer Fall eingetreten. In Bonn ist Folgendes passiert: In Bonn gab es ein Rhein-Hochwasser. Wenn ein Neckar-Hochwasser in Stuttgart bis zum Bahnhof reicht, dann ist in Stuttgart eh nicht mehr viel möglich(?!?). Dort gab es also ein Rhein-Hochwasser, und dieses Rhein-Hochwasser ist von oben in die Baugrube eingeströmt und hat damit eine ganz andere Druckbelastung auf das Grundwasser erzeugt. ________________________________________________________ Anmerkung: die Ursache des Aufschwimmens in Bonn war nicht die "ganz andere Druckbelastung auf das Grundwasser", sondern der sich einstellende Auftrieb infolge eines voreiligen Auspumpens des gefluteten Kellerbereichs. Der Keller hätte besser gemeinsam MIT der Baugrube ausgepumpt werden müssen. Ansonsten hätte nur noch ein temporärer Baustopp den Aufschwimm-Schaden verhindern können. ________________________________________________________ Seiten 84 und 85 von 207: +++ http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101120/2010-11-20_Wortprotokoll.pdf

Kohlensäure oder Wärme? : Schlichter Dr. Heiner Geißler: Das ist ja interessant. Vielleicht können Sie einmal erklären, warum das Mineralwasser überhaupt nach oben will. +++ Dr. Walter Lächler: Weil es unter Druck steht. Es steht also unter Druck und versucht, sich zu entspannen. +++ Schlichter Dr. Heiner Geißler: Welcher Druck? Ist das Kohlensäure oder Wärme? +++ Dr. Walter Lächler: Nein, das ist ein hydrostatischer Druck.

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