Stuttgart 21 Bahn muss Wasser genauer prüfen

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Auch das Eisenbahnbundesamt schließt nicht mehr aus, dass das Wasser in den blauen Rohren des Stuttgart-21-Grundwassermanagements Rost enthält. Ob und wie viel soll nun genauer untersucht werden.

Was fließt in den blauen Rohren? Dieser Frage soll nun genauer nachgegangen werden. Foto: dpa 7 Bilder
Was fließt in den blauen Rohren? Dieser Frage soll nun genauer nachgegangen werden.Foto: dpa

Stuttgart - Seit Anfang der Woche und bis Mitte Oktober muss die Bahn als S-21-Bauherr das in den Baustellen am Bahnhof abgepumpte und dann wieder in den Untergrund und den Neckar einzuleitende Grundwasser über die bisherigen Bestimmungen hinaus überprüfen. Dies hat nach Informationen der Stuttgarter Zeitung das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) angeordnet. Hintergrund ist, dass nach einem Lastwagen-Unfall Ende Juni rostbraunes Wasser aus den Rohren austrat und später eine der Stichproben verdächtige Werte aufwies. „Die Stichprobe hatte Anhaltspunkte dafür geliefert, dass der Einleitungsgrenzwert für abfiltrierbare Stoffe möglicherweise nicht durchgehend eingehalten worden sein könnte und dass Rost der Grund für den gemessenen höheren Wert ist“, bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des EBA.

Zuvor hatten die S-21-kritischen Ingenieure 22 mehrfach auf eine hohe Eisenbelastung in den Rohren hingewiesen und zuletzt eine Strafanzeige gegen die Bahn, den ausführenden Betrieb, die Stadt Stuttgart und das EBA wegen des Verdachts auf eine Umweltstraftat gestellt. Bahn und Stadt hatten bisher bestritten, dass es erhöhte Werte gebe und Rostbefall in den blauen Rohren dafür die Ursache sein könnte, wie von den Ingenieuren 22 vermutet wird.

Das Eisenbahn-Bundesamt, das in dieser Frage eng mit dem städtischen Amt für Umweltschutz zusammenarbeitet, sieht nun aber offenbar doch einen Grund zum Eingreifen – offenbar auch deshalb, weil die Stichprobe mit den erhöhten Werten, die im Auftrag der Bahn entnommen worden war, eine braune Färbung aufwies. Vor wenigen Tagen „haben wir sicherheitshalber angeordnet, dass die Bahn zwischen dem 18. August und dem 17. Oktober zusätzlich zu der regelmäßigen Überwachung des Grundwassermanagements gezielt ein Monitoring durchführt, um über einen längeren Zeitraum belastbare Aussagen zum Eintrag von Stoffen in das Grundwasser zu erhalten“, sagte der Sprecher. Laut der Anordnung entnimmt ein von der Bahn beauftragtes Labor regelmäßig Proben an jedem in Betrieb befindlichen Infiltrationsbrunnen. Die Proben werden auf abfiltrierbare und absetzbare Stoffe untersucht. Im Planfeststellungsbeschluss werden mehr als 20 Einleitparameter von Arsen bis Zink mit Grenzwerten genannt – dabei wird zwar Eisen nicht aufgeführt, aber insgesamt ungelöste Stoffe. Die dort genannten Grenzwerte für die Einleitung ins Grundwasser und in den Neckar wurden bei den von den Ingenieuren 22 beauftragten Analysen zumindest in zwei Fällen überschritten. Die S-21-Kritiker befürchten, dass das Mineralwasser geschädigt werden könnte.

EBA: Erste Proben seien optisch unauffällig gewesen

„Nach jetzigem Stand gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass bei unverändertem Grundwassermanagement die Wasserqualität leiden könnte“, sagte der Sprecher des EBA. Eisen und Eisenoxid seien keine wassergefährdenden Stoffe, erklärte das Amt, das allerdings einräumte, dass grundsätzlich die Möglichkeit bestehe, dass eine dauerhafte, starke Einleitung von Eisenkonzentrationen die Beschaffenheit des Grundwassers verändere. „Falls tatsächlich die Gefahr besteht, dass es zu einer Beeinträchtigung des Wasserhaushalts kommen könnte, würde das EBA die notwendigen Gegenmaßnahmen unverzüglich anordnen“, sagte der Sprecher. Die ersten Proben des Monitorings, die im Beisein des Amts für Umweltschutz entnommen worden seien, seien optisch unauffällig gewesen. Eine chemische Analyse liege aber noch nicht vor, erklärte das EBA.

Das S-21-Kommunikationsbüro erklärte, das Amt für Umweltschutz habe im Juli 2014 die Einhaltung der Grenzwerte bestätigt. Fragen nach dem vom EBA angeordneten Monitoring und der Stichprobe mit höheren Werten beantwortete es nicht.

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138 Kommentare Kommentar schreiben

herr koenig: sie wissen das und ich weiß das. aber frau gisela weiß das nicht.

und in untertürkheim, war das wirklich die bahn? : Nein, diese "Schäden" haben mit dem Bau von S21 nichts zu tun. Dort wurde einfach ein Keller nicht ordentlich saniert und nicht fachgerecht gefliest.

Gisela Müller, 02:56 Uhr: ich versuche es mal. es ist schwierig auf so einen kommentar zu antworten, weil er voll von fehlern ist außerdem ist das alles ein solches durcheinander, dass ich ihn mehrfach lesen musste um immer noch nicht zu kapieren was sie eigentlich von mir wollen. der vergleich amsterdam, köln und s 21 ist schwierig. eigentlich ist er nicht zu machen. das sind völlig andere voraussetzungen. wie wollen sie in einem gebiet wie im zentrum amsterdams eine metro oben fahren lassen? grachten, häuser, enge straßen, ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im zentrum amsterdams funktioniert. außerdem hat amsterdam schon eine metro unter der erde. vier kilometer lang. das ging auch. dann kann maqn amsterdam (meer, eben) nicht mit stuttgart vergleichen. die schäden in stuttgart sind bis jetzt minimal und in untertürkheim, war das wirklich die bahn? und was das freihandelsabkommen mit den usa mit s 21 zu tun hat kann ich im moment auch nicht nachvollziehen. aber ihnen und ihrem alten ego herr renz ist das eh alles egal, hauptsache man kann verwirrung stiften.

Frau Theissen - Welches Resultat aus dem Desaster von Amsterdam würde wohl die Ingenieurswissenschaft ziehen?: Richtig und ganz einfach: OBEN BLEIBEN! Wenn man sich nicht nur den Bericht von HetzelMedia vornimmt, sondern sich auch über Wikipedia und den Kölner Stadtanzeiger kundig macht (http://www.ksta.de/panorama/amsterdam-das-nord-sued-bahn-desaster,15189504,12796670.html), kann man sehr wohl Parallelen zu Stuttgart 21 ziehen. Das fängt an bei den Baukosten, geht weiter über eine tatenlose Verkehrsministerin und einem Alibi-Bürgermeister, denen beide die Kosten davon laufen und wertvolle Kulturbauten einstürzen (beim denkmalgeschützten Bonatzbau hat man gleich die Flügel weggerissen), und hört auch nicht bei Pleiten, Pannen und Betrügereien (Betonlieferung) auf. Bei uns sind diese Baurisiken alle noch zu erwarten bzw. sind ja schon eingetreten, da es bei einigen Häusern schon Verformungen gegeben hat (siehe Untertürkheim/Schützenstr./Jägerstr.) .......... Es tut gut zu wissen, aus dem Kölner Stadtanzeiger die Erkenntnis herauszulesen, daß eine eben- bzw. oberirdische Bahn in so einem Problemgebiet wie im Amsterdamer Grachtenviertel und in Stuttgarts einst wertvollem Schloßgartenabschnitt und schützenswerten Mineralwassergebiet einfach besser und um ein vielfaches günstiger und ungefährlicher für Leib und Seele sowie Hab und6 Gut zu haben ist. Und ein weiteres lehrt uns das Desaster von Amsterdam, Berlin, Hamburg und Stuttgart: Der Großprojektenwahnsinn wächst den Verantwortlichen längst über den Kopf und sprengt zudem Finanzmittel, welche an anderer Stelle viel besser eingesetzt wären. So wurde beispielsweise, wie von den S21-Kritiker befürchtet, das Projekt Elektrifizierung der Südschiene auf den St. Nimmerleinstag verschoben, sprich kanibalisiert. Für die international wichtige Rheintalstrecke sind momentan nur 400 Millionen zur Verfügung gestellt, der politische Druck, daß dieses Projekt endlich vorwärts kommt, fehlt ganz und gar. Offensichtlich zahlt die BRD lieber Strafe an die Schweiz. Die güterzuguntaugliche NBS nach Ulm holt auch keinen einzigen Laster von der Autobahn. Dafür kann ganz Ulm (wenn die Schw. Alb nicht doch noch einen Strich durch die Bautechnik macht) alle 2 Stunden mit dem IC zum Flughafen Stuttgart fahren. Das Freihandelsabkommen, welches auch einen höheren Absatz von Autos vorsieht, kann getrost kommen, nicht wahr, Frau Theissen???

Rudolf Renz, 21:14 Uhr: interessant ihr link. trotz der vielen fehler ganz interessant. und der name hölscher fiel ja auch in jedem zweiten satz. nicht? so was.

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