Stuttgart - Rund zwanzig Minuten musste sich "die Gallionsfigur" des Protests gegen Stuttgart 21 vor dem Nordflügel gedulden, dann war Walter Sittler am Dienstagabend bei "Menschen bei Maischberger" auf Sendung. Umringt von zahlreichen Unterstützern konnte er in der Talkshow mit dem Titel "Kopflos, planlos, ahnungslos: Warum werden wir so schlecht regiert?" seine Argumente gegen das Großprojekt vor einem Massenpublikum äußern und beispielsweise die gestiegenen Kosten geißeln. Nur bei einer einzigen Frage von Sandra Maischberger kam der Schauspieler kurz ins Stolpern: Ob er nicht in Stuttgart als Oberbürgermeister kandidieren wolle?, so die Moderatorin. Er sei Schauspieler und ein politischer Bürger, sagte Sittler. Um Politiker zu sein, müsste er sich erst ein paar Jahre lang Wissen aneignen, dann ginge das.
Auch in der Studiorunde wurde das Projekt – allerdings als eines von vielen Themen – mit dem früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, dem Bundespräsidentenkandidaten Joachim Gauck, dem Karikaturisten Klaus Staeck, und dem Fernsehmoderator Peter Hahne weiter diskutiert. Stoiber verteidigte Projekt und Vorgehen der beteiligten Politiker. Staeck hingegen stützte die Position der Gegner, es sei eine andere Zeit als 1995. Gauck wiederum zollte dem Protest selbst zwar Respekt ("Ich freue mich, wenn Bürger die Zuschauerrolle verlassen"), stellte aber klar, dass die Handelnden an Stuttgart 21 festhalten sollten: "Politik würde rechtswidrig handeln, wenn sie das machen würde, was die da sagen", sagte er und deutete auf die auf einem Schirm eingeblendeten Gegner.
Die Sendung gibt es zum Nachsehen in der Mediathek der ARD. "