Stuttgart 21 Brandschutz sorgt für Streit

Von dud 

Das Konzept der Bahn für den Brandschutz im S-21-Tiefbahnhof steht wohl kurz vor der Genehmigung. Die Stadt und das Regierungspräsidium haben keine grundsätzlichen Einwände mehr, doch sie fordern weitere Gutachten. Auch die Kritiker lassen nicht locker.

Wie sicher ist der Tiefbahnhof, wenn dort ein Zug brennt? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Diese Darstellung zeigt nicht mehr den aktuellen Planungsstand mit acht Fluchttreppenhäusern. Foto: Aldinger & Wolf
Wie sicher ist der Tiefbahnhof, wenn dort ein Zug brennt? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Diese Darstellung zeigt nicht mehr den aktuellen Planungsstand mit acht Fluchttreppenhäusern.Foto: Aldinger & Wolf

Stuttgart - Noch liegt die Genehmigung des Brandschutzkonzepts für den Tiefbahnhof von Stuttgart 21 durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) nicht vor. Allerdings kann die Bahn wohl mit einem Ja der Behörde rechnen – sowohl ein von der Bahn beauftragter Gutachter als auch Stadt und Regierungspräsidium haben keine grundsätzlichen Einwände mehr. Das geht aus Unterlagen hervor, die S-21-Kritiker beim EBA einsehen konnten. Die Projektgegner erneuern ihre Kritik, dass die Entrauchung unzureichend sei und die Gefahr bestehe, dass nicht alle Reisenden rechtzeitig das unterirdische Bauwerk verlassen könnten. „Der Bahnhof wird zur Todesfalle“, sagt Christoph Engelhardt von der Internetplattform WikiReal. Ein Sprecher des S-21-Kommunikationsbüros erklärt, der Brandschutz sei gewährleistet. Man werde sich aber erst konkret zu dem Konzept äußern, wenn die Genehmigung vorliege. „Der Arbeits- und Sachstand ist zurzeit unverändert“, sagt der Sprecher.

Debatte zum Thema am Mittwoch im Rathaus

Ihre Bedenken thematisieren die Kritiker auf einer Veranstaltung am Mittwoch um 18 Uhr im Rathaus, zu der die Fraktion SÖS-Linke-PluS einlädt. Die Bahn und die Feuerwehr nehmen daran nicht teil.

Das Thema Brandschutz begleitet das Projekt schon seit Jahren – nicht zuletzt deshalb, weil die Vorschriften sich verschärft haben, seit der Tiefbahnhof im Jahr 2005 genehmigt worden war. Dabei geht es darum, sicher zu stellen, dass im Fall des Brands eines Zuges alle Reisenden in den Waggons und auf den Bahnsteigen den unterirdischen Bahnhof rechtzeitig verlassen können, bevor giftige Gase sich überall verteilen. Im September 2012 kanzelte ein Gutachterbüro aus der Schweiz das Bahnkonzept ab: Es weise schwerwiegende Mängel auf und sei nicht genehmigungs- und funktionsfähig sei. Seitdem wird im eigens eingerichteten Arbeitskreis Brandschutz darüber debattiert. Bekannt ist bereits, dass die Bahn zusätzlich acht Fluchttreppenhäuser einbauen und ein Art Sprinkleranlage installieren wird. Weitere Details sind offiziell nicht bekannt.Die S-21-Kritiker um Christoph Engelhardt und Hans Heydemann von den Ingenieuren 22 haben beim EBA auf der Grundlage des Umweltinformationsgesetzes aber Einsicht in neun Aktenordner zum Brandschutzkonzept nehmen können.