Stuttgart - Auch in der Führungsetage des Stuttgarter Rathauses bröckelt die Front derjenigen, die einen vorübergehenden Baustopp als Voraussetzung für die geplanten Gespräche zwischen den Trägern und den Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 ablehnen. Nach der Bürgermeisterin für Kultur und Sport Susanne Eisenmann (CDU) hat sich auch ihr Parteifreund Ordnungsbürgermeister Martin Schairer für ein vorübergehendes Aussetzen der Abrissarbeiten am Nordflügel ausgesprochen.
Gegenüber der Stuttgarter Zeitung erklärte Schairer, er befürworte einen zeitlich befristeten Baustopp, wenn dies "der Beruhigung der Situation dient". Zuvor hatte Susanne Eisenmann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa gesagt: "Angesichts des Aufruhres in der Stadt glaube ich, dass es Sinn macht – wenn man miteinander sprechen will und die Gegner ein Signal brauchen – den Abbruch des Nordflügels bis zum ersten Treffen auszusetzen. Allerdings müssten dann auch die Proteste gegen das Projekt bis dahin eingestellt werden." Im Gespräch mit der StZ fügte die Beigeordnete hinzu, es gehe ihr nicht um ein Moratorium, sondern um die "Befriedung" der aufgeheizten Situation.
Eisenmann, die sich selbst als uneingeschränkte Befürworterin des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 bezeichnet, räumte ein, dass in der Kommunikation über das Vorhaben Vieles schiefgelaufen sei: "Ich habe Respekt davor, dass die Größe, die Kosten und die Dauer des Projekts die Leute nervös macht und viele Fragen aufwirft." Darauf gelte es Antworten zu gebe. Die "dauerhafte Spaltung" werde der Stadt nicht guttun. Die Dezernentin wies zugleich auf die Chancen des Projekts für die Stadt hin, die sich durch die Gestaltung der im Zuge des Bahnprojekts frei werdenden Gleisflächen böten.
Ihr Dienstvorgesetzter, Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, wollte sich die Forderung von Eisenmann und Schairer nach einem Baustopp gegenüber der Stuttgarter Zeitung nicht zu eigen machen. Er sei zum jetzigen Zeitpunkt gegen einen Baustopp, erklärte der OB. Darüber hinaus sei jeder Bürgermeister frei, seine Meinung zu äußern. Derzeit seien die Projektpartner Bahn, Land und Stadt dabei, einen Themenkatalog für das anberaumte Spitzengespräch zu erarbeiten.
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und die Grünen haben mehrfach ihre Erwartung bekräftigt, dass der Abrissbagger am Nordflügel die Arbeit vor dem für die erste Septemberhälfte geplanten Treffen einstellen solle. Anderfalls wollen sie an den Gesprächen nicht teilnehmen.
Ich kann nicht verstehen warum man soviel Aufwand für bisschen mehr Zug. Stuttgart hat viel nötiger den Straßenverkehr in Ordnung zu bringen. Stuttgart hat am meisten Stau, wie kann man eine Hauptstraße nur ein einspuriges Tunnel bauen? Wann werden die Ampeln besser geschaltet? Ich hasse in Stuttgart Einkaufen zu gehen, weil man immer im Stau steht und keine Parkplätze vorhanden sind. Ich finde da müsste man anfangen, dadurch wäre auch Stuttgarter Luft wieder sauberer. Wer will schon Zug fahren, Zukunft liegt und bleibt in Auto Hand. Herr Bürgermeister, ich hoffe Sie lesen meinen Brief.
SEP
08
20:55 Uhr, geschrieben von Thomas Hirche, Stuttgart
Eisenmann & '21
Aufgewacht, Gegner! (unsereins!) Der Baustopp, dem sich Mme. Eisenmann zähneknirschend anschließt, ist nur BEFRISTET. Das dient allenfalls zur kurzfristigen Beruhigung WÄHREND sie als "Gut-Kindl-Figur" auftritt. Lernen wir, dies als Winkelzug zu verstehen, evtl., bei (Gegen-)Beherrschung vieler solcher, die "die da oben" anwenden, kriegen wir unverhofft Joker Kreuz As(s) in die Hand. Begleitendes Beispiel wird vom Schreiber "Enttäuscht" geliefert: "Wahrscheinlich war das geplant,..., und Schuster."
Salem!
SEP
04
19:46 Uhr, geschrieben von Magistrale für Europa
"DIE STUTTGARTER"
@Karl Heinz Sieber, richtig, "die Stuttgarter" sind sicher keine "Deppen" und haben auch keine "Komplexe", daher lassen sie sich auch nicht vereinnahmen, auch nicht "unterschwellig"! Netter Versuch, aber sinnlos, die Stuttgarter sind eben keine Deppen.
Ein Großteil der DEMO-Teilnehmer sind mit Sicherheit keine Stuttgarter. Bürgerinnen und Bürger, die bewusst nicht teilnehmen und nicht in die übriggebliebenen WM-Tröten blassen, sind noch lange keine "Luschen".
Jedes Zitat würde doch sofort abqualifziert, das spare ich mir. Nur meine persönliche Erfahrung: Die Schweizer sind große Bahnfahrer und ich hatte dazu ein Gespräch im einem zum Arbeitsplatz ausgewanderten Deutschen aus der Region Stuttgart, der auch die dort günstige Bahn nutzt. Die Schweizer Presse berichtet über den Stuttgarter Bahnhofssteit ausführlich. Er und sein Bekanntenkreis verstehen den Streit überhaupt nicht. Warum erst jetzt und man sieht zuerst, dass die Modernisierung der Bahn verhindert wird. Dafür hat man kein Verständnis, man versteht nur "Bahnhof".
Der Bahnhofskrieg, mindestens sprachlich sind wir längst so weit; Sie sprechen ja auch von ausgehender Munition etc..
Ich bin kein S21-Propagandist. S oder K, hin oder her, Stuttgart braucht u.a. einen modernen Bahnhof und das Land und Europa ein zukunftsfähige Bahnstruktur.
Hiernochmal aus der Stadt des so abqualifizierten "Magistratsherren":
IHK-Karlsruhe:
http://www.karlsruhe.ihk.de/produktmarken/standortpolitik/verkehrsnetze/Magistrale_fuer_Europa.jsp?print=true
Karlsruher Bürgerinitiative sagt JA zu Stuttgart 21:
http://www.boulevard-baden.de/lokales/nachrichten/2010/08/25/karlsruher-burgerinitiative-sagt-ja-zu-stuttgart-21-243259
Entscheidung zu Stuttgart 21 ist ein "starkes Signal für Europa":
http://www.karlsruhe.de/stadt/aktuell/nachrichten2009/stuttgart21
und noch die Sueddeutsche:"Mir kommt die Galle hoch":
http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/proteste-gegen-stuttgart-mir-kommt-die-galle-hoch-1.9915919
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