Stuttgart 21 Darum geht's beim Grundwassermanagement

Von Rebecca Müller 

Die Bahn will die Arbeiten für Stuttgart 21 wieder aufnehmen. Wir klären die wichtigsten Fragen zum Grundwassermanagement.

Rund 200 Demonstranten blockierten am Morgen die Zufahrt zum Grundwassermanagement. Gegen 7.15 Uhr begann die Polizei mit der Räumung. Foto: Rebecca Mueller (via Twitter) 5 Bilder
Rund 200 Demonstranten blockierten am Morgen die Zufahrt zum Grundwassermanagement. Gegen 7.15 Uhr begann die Polizei mit der Räumung.Foto: Rebecca Mueller (via Twitter)

Stuttgart - In dieser Woche gehen die Bauarbeiten am Grundwassermanagement für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 weiter. Die Deutsche Bahn will Rohre verlegen. Für Dienstag werden wieder Blockaden von S 21-Gegnern erwartet. Doch was passiert bei diesen Bauarbeiten eigentlich genau? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Grundwassermanagement bei Stuttgart 21 zusammengestellt.

Was bedeutet Grundwassermanagement?

Um den neuen Tiefbahnhof anzulegen, muss die Bahn zunächst eine große Grube ausheben. Das passiert in 25 Abschnitten. Damit kein Wasser in die Baugrube läuft, muss der Grundwasserspiegel im jeweils aktuellen Bauabschnitt gesenkt werden. Dazu wird das Wasser systematisch abgepumpt  und dann in der Zentrale des Grundwassermanagements auf dem Gelände des Zentralen Omnibusbahnhofs gereinigt. Anschließend soll es über ein Brunnensystem wieder in die Erde zurückgepumpt werden. So will man den Druck auf die darunter liegende Mineralwasserschicht aufrechterhalten und die Stuttgarter Mineralquellen schützen.

Was wird genau gebaut?

Damit das Wasser abgepumpt werden kann, muss ein 12 Kilometer langes Rohrsystem gebaut werden. Es wird von der Baustelle am Hauptbahnhof in Richtung Neckar führen. Das oberirdische Leitungsnetz soll den Plänen zufolge einen Kilometer weit durch das Kernerviertel führen. Die blauen Rohre mit einem Durchmesser zwischen zehn und 20 Zentimetern werden auf Ständern in 4,50 Meter Höhe montiert. Die Dauer der Bauarbeiten wurde ursprünglich auf fünf Monate geschätzt.

Und was passiert in dieser Woche?

Im ersten Schritt beginnt die Bahn mit dem Weiterbau im Bereich der Cannstatter Straße Richtung Neckar. Bevor die Rohre für das Leitungsnetz verlegt werden können, müssen zuerst die Ständer aufgestellt werden.

Wie viel Wasser muss abgepumpt werden?

Vor Beginn der Bauarbeiten hatte die Bahn mit einer Menge von rund drei Millionen Kubikmetern gerechnet. Nach Bohrungen stellte sich allerdings heraus, dass diese Zahl zu tief gegriffen war: Nach den neuen Berechnungen muss nun doppelt so viel Wasser - rund 6,8 Millionen Kubikmeter - abgepumpt werden. Das verstößt laut BUND gegen die zuvor erteilte Baugenehmigung, weshalb ein gerichtlich angeordneter Baustopp gerechtfertigt sei - dies wurde allerdings abgelehnt (AZ.: 5 S 1908/11). Die Planfeststellungsbeschlüsse für die grundsätzliche Genehmigung von Stuttgart 21 seien nicht schon deshalb unwirksam, weil die abzupumpende Wassermenge unter Umständen erhöht werden müsse, urteilte das Gericht. Die Maßnahmen zur Verlegung von Rohrleitungen zur Grundwasserentnahme seien von den Genehmigungen gedeckt.

Live-Berichterstattung vom Grundwassermanagement:

  Artikel teilen
53 KommentareKommentar schreiben

Rohre: Die DB geht von 17 km aus, hat sie die 5 km schon gestrichen um wieder Geld zusparen? Genauso wie sie gegen das PFA 1.1 Geld spart, in dem sie unbewilligte korrosionsfreie und nach wenigen Tagen schon rostende billigere Rohre (Gibt genug Fotos, die der Öffentlichkeit vorenthalten wurden, einsetzt? Und 5 Monate: diese Rohre werden genauso für immer stehen, wie sie in Berlin immer stehen und vor sich hinrosten und sprudeln werden, in Stuttgart um so mehr dank des Grundwasserdrucks. Die Bahn wusste schon 2006 von den 6 Mio Liter Grundwasser und belügt EBA und das VGH. Wasserwirtschaftsamt verwarnt die DB schon bei 3 Mio Liter vor Schäden. Aber so unbelehrbar und absolutistisch wie immer versucht die DB zu verdrängen, dass sie zu 100% vom Volkssouverän finanziert wird. Die Gelder sie sie erhält wird zweckentfremdet und die Öffentlichkeit mit idyllischen Gutelaune-Pressemeldungen und unmathematischen Rechenkünstlern eingeschläfert und verblödet. Die Politik, die ihr Häppchen im Immobilienprojekt (Lebendige Stadt beherbergt sämtliche OBs von Freiburg bis Hamburg und Berlin, denen man Krips zugetraut hatte) versprechen und abschöpfen wollen. Prost malzeit. Das Ende der Demokratie.

VGH bestätigte die Rechtmäßigkeit der Arbeiten.: Der Verwaltungsgerichtshof hat der Bahn die vorliegende Baugenehmigung fürs Grundwassermanagement bestätigt. BUND-Dahlbenders gescheiterte Klage war ein Schuss in den Ofen.

Die üblichen Lohnschreiber Textbausteine!: Die BAHN AG gibt Millionen für PR aus. Aber hier werden einem seit Jahren immer die selben plumpen Textbausteine geboten: 'Das K21 Widerständle ist doch nur noch als pathologisch zu erklären. Oder: Erwachsene in der Trotzphase.' Tja da kann man doch nur sagen: S21 Jubler sind pathologisch zu erklären. Erwachsene mit mies bezahltem Schreib Job!----------------------------PS: Selbstverständlich sollen hiermit keine Redakteure oder gar die tapferen, investigativen Journalisten gemeint sein. Diese bekommen ja ein halbwegs ordentliches Gehalt und andere Zuwendungen für gute Pressearbeit!

...an Dickbrettbohrer: Genau. Ich will betrogen werden, weil mir der Bahnhof egal ist und ich mich damit nicht beschäftigen möchte. Wobei: Wenn man, wie bspw. ich, weiß, dass man betrogen wird, ist das dann überhaupt noch Betrug? Gibt es so was wie bedingte Bösgläubigkeit, soll heißen (analog zum bedingten Vorsatz): Ich werde betrogen. Na wenn schon?

'Lus21T' - Pure Lust zum Verdummen?: 'Nach Abschluss der Bauarbeiten gewinnt Stuttgart 200.000 qm Park in zentraler Lage!' Und wieder mal so eine beruhigende Verdummungspille erster Güte aus den Reihen der Proler. Ja, ja, der Nickname sagt schon aus, Lust an der Verbreitung von Verdummungs-Storries zu haben. Wo soll denn Ihrer Meinung nach die zentrale Lage sein??? Nach meinem Wissenstand auf den Seiten der Proler soll die Parkerweiterung weit draussen ca. 1,5 km von der City entfernt beginnen. Da wo der Park mit seinen Bäumen am dringendsten benötigt wird, klotzen dann künftig höchstens ein paar dunkle tote Glupschaugen gen Himmel. ... ... Daher Oben bleiben! Oben ist besser mit Kopf als unten ohne. Oben ist Leben, Licht und Sonnenschein, unten ist nur Langeweile, Dunkelheit und der Tod!

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.