Stuttgart 21 Der Protest spricht viele Sprachen
Thomas Braun, 27.08.2010 15:20 Uhr
Die Nacht nach dem Baggereinsatz: auch die Blockade zentraler Kreuzungen in der Landeshauptstadt gehört zu den Formen des Protests. Foto: Stollberg
Die Nacht nach dem Baggereinsatz: auch die Blockade zentraler Kreuzungen in der Landeshauptstadt gehört zu den Formen des Protests. Foto: Stollberg


Promis würzen Protestparolen mit intellektuellem Esprit


Bereits dreimal haben die Parkschützer dem bahneigenen Wachschutz und der Polizei ein Schnippchen geschlagen, zuletzt mit der gestern von der Polizei beendeten Besetzung des Bahnhofsdachs. Allerdings waren Aktionen wie die vorangegangene Besetzung des Nordflügels oder das Durchbrechen des Bauzauns mit anschließender Besetzung des Baugeländes in der Protestbewegung nicht unumstritten, wie von Hermann einräumt. Gerüchte, auch professionelle Demomanager seien angereist, um den Aktivisten unter die Arme zu greifen, weisen von Hermann und sein Kollege Fritz Mielert aber zurück. Man greife aber durchaus in juristischen und logistischen Fragen auf den Rat von Experten etwa aus der Antiatombewegung zurück.

Die Protestpromis
Sie sichern dem Widerstand zusätzliche Aufmerksamkeit und stehen mit ihrem Namen für die "gute Sache" ein. Zudem würzen sie die üblichen Protestparolen mit intellektuellem Esprit. Bei den Protesten gegen Stuttgart 21 sind dabei neben ehemaligen (Peter Conradi) und aktuellen (Boris Palmer) Politgrößen vor allem Kulturschaffende - Architekten, Autoren, Schauspieler und Musiker - in der ersten Reihe zu finden. Das zweifellos bekannteste Gesicht des Stuttgarter Widerstands ist der Schauspieler Walter Sittler (siehe unten stehendes Interview). Im ZDF als nachdenklicher Kommissar zu erleben, der an Schwedens Küste ermittelt, gibt Sittler vor dem Hauptbahnhof den Wilhelm Tell - mit heißem Herzen und aus ehrlicher Empörung.
Kommentare (25)
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AUG
28
Neutraler, 16:19 Uhr

@ kuk7

Vielen Dank für diesen historischen Beitrag! Habe ich auch wieder was gelernt, da dies vor meiner Zeit war. Es stimmt: Die Lichter gingen nicht aus. Aber nur weil eben danach noch eine Vielzahl von AKWs gebaut wurden - nur eben woanders. Sie sind wohl auch so einer der denkt: Ich brauch keine Atomkraft - mein Strom kommt aus der Steckdose. Und die 5 Mrd. werden ausgegeben - wenn nicht in Stuttgart, dann eben woanders zur Verbesserung des Schienenverkehrs.

AUG
28
kuk7, 13:46 Uhr

Peinlich? @Neutraler

So, wie Sie argumentieren, @Neutraler, kann man davon ausgehen, dass Sie sicher auch Herrn Filbinger Anno Dobak geglaubt haben, dass bei uns die Lichter ausgehen, wenn Wyhl nicht gebaut wird ... gelle! Recht so. Solche Kreuzlesmacher lieben unsere Politiker.

AUG
27
Neutraler, 22:59 Uhr

Nur noch peinlich...

Stuttgart ist Provinz und bestätigt dies jeden Tag aufs Neue. Dann lasst es halt bleiben! Es gibt auch noch andere Verbesserungsmöglichkeiten im Schienennetz in Deutschland. Und statt mit dem ICE erwarte ich zukünftig, dass die Grünen zukünftig mit der Draisine nach Frankfurt fahren! Wegen der Umwelt und so... Vom Niedergang der Demokratie zu sprechen ist auch lächerlich - nur habt Ihr halt in den letzten 15 Jahren leider "den Arsch" nicht hochbekommen als es noch möglich gewesen wär. Da war Ihr wahrscheinlich mit dem Häusle-Bauen beschäftigt...

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