Stuttgart 21 Dietrich zieht sich zurück

Von bra/jon 

Wolfgang Dietrich, der Projektsprecher von Stuttgart 21, hört auf. Das hat der Unternehmer bekanntgegeben. Alle wichtigen Bauarbeiten seien auf dem Weg, so Dietrich.

Wolfgang Dietrich hört als Sprecher von S 21 zum Jahresende auf. Foto: Michael Steinert
Wolfgang Dietrich hört als Sprecher von S 21 zum Jahresende auf.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Der Zeitpunkt mag Zufall sein: Exakt einen Tag nach dem Abschluss der Erörterungsverhandlung für den Filderabschnitt des Bahnprojekts Stuttgart 21, bei der die Bahn Defizite bei der Planung einräumen musste, hat am Mittwoch der S-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich seinen Rückzug als Sprecher und Vorsitzender des Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zum Jahreswechsel angekündigt. Über seinen Abschied war seit Monaten spekuliert worden.

Dietrich begründete seine Entscheidung damit, dass das umstrittene Großprojekt auf dem Weg sei. In allen planfestgestellten Abschnitten seien die Hauptbauarbeiten in Gang. Mit der Genehmigung des erweiterten Grundwassermanagements sei „der entscheidende Meilenstein“ für weitere Baumaßnahmen im Stadtzentrum genommen: „Jetzt, vier Jahre nach der großen Eskalation, ist das Projekt gefestigt. Deshalb ist jetzt auch die Zeit gekommen, mich von den übernommenen Aufgaben wieder zurückzuziehen.“

Bahn-Chef Rüdiger Grube („ein wahrer Kämpfer für das Projekt“) und Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer („Mit seinem Namen verbindet die Deutsche Bahn transparente, offene, authentische und konstruktive Projektkommunikation im Sinne der Projektpartner“) lobten seine Arbeit umgehend in den höchsten Tönen. Bei den Projektgegnern wurde er dagegen wegen seiner zahlreichen Dementis als „Dementrich“ verspottet.

Der Software- und Sportmarketingunternehmer Dietrich hatte 2010 auf Bitten von Grube gemeinsam mit Ex-Regierungspräsident Udo Andriof (CDU) das Sprecheramt übernommen, das er nach Andriofs Ausscheiden seit März 2011 alleine weiterführte.

Während seiner Amtszeit hatte das Projekt mit zahlreichen Zeitverzögerungen und einer Kostenexplosion von 4,5 Milliarden auf bis zu 6,8 Milliarden Euro zu kämpfen. Zum geflügelten Wort wurde sein Satz „Keine Auswirkungen auf Kosten- und Zeitplan“, mit dem er Probleme bei der Realisierung des Großprojekts kommentierte.