Stuttgart 21 Eine Westernmelodie untermalt den Abriss

Von Tilmann Gangloff 

Update Der für Dienstagabend (22.45 Uhr, ARD) vorgesehene Film "Alarm am Hauptbahnhof" wird wegen einer Programmänderung am Mittwoch gesendet.

Den Streit um Stuttgart 21 gibts nun auch im Fernsehen: Die Dokumentarfilmerinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier haben sich per Poesie des Zufalls mit dem umstrittenen Thema auseinandergesetzt.   Foto: dpa
Den Streit um Stuttgart 21 gibt's nun auch im Fernsehen: Die Dokumentarfilmerinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier haben sich per "Poesie des Zufalls" mit dem umstrittenen Thema auseinandergesetzt. Foto: dpa

Update Der für Dienstagabend (22.45 Uhr, ARD) vorgesehene Film "Alarm am Hauptbahnhof" wird wegen einer Programmänderung anlässlich des Todes von Loriot nun am Mittwoch (23.30 Uhr, ARD) gesendet.

Stuttgart - Stuttgart stand nie im Verdacht, eine Metropole der Protestkultur zu sein. Das änderte sich im Herbst 2010, als die Pläne für den milliardenschweren Umbau des Hauptbahnhofs die Schwaben zu Zigtausenden auf die Straße trieben. Demonstrationsveteranen fühlten sich angesichts der Fernsehberichte an die Jahre 1981 und 1982 erinnert, als sich nach dem Nato-Doppelbeschluss riesige Menschenmengen in Bonn versammelten.

Die Ereignisse vom 30. September, als die Stuttgarter Polizei Wasserwerfer gegen die Demonstranten einsetzte, ähnelten den bürgerkriegsähnlichen Zuständen, die in den Achtzigern durch Bauvorhaben in Brokdorf, Gorleben, Wackersdorf und Frankfurt verursacht wurden. Diverse Filme haben damals die Arroganz der Mächtigen sowie die Proteste gegen Atomkraftwerk, Zwischenlager, Wiederaufbereitungsanlage und Startbahn West dokumentiert.

"Alarm am Hauptbahnhof" wird im SWR ausgestrahlt

Nun hat auch Stuttgart 21 sein Denkmal bekommen. Dass der Film "Alarm am Hauptbahnhof" für den SWR entstanden ist, mag naheliegend sein. Aber die rührige Dokumentarfilmredaktion knüpft an die über fünfzig Jahre alte Tradition der Stuttgarter Schule an, deren Mitglieder für die SDR-Reihe "Zeichen der Zeit" bis in die Siebziger gesellschaftliche Zu- und Missstände beleuchteten. Vordergründig bezogen Regisseure wie Dieter Ertel oder Roman Brodmann eine neutrale Position, doch ihre kritische Haltung wurde immer deutlich. Das gilt auch für "Alarm am Hauptbahnhof".

Wiltrud Baier und Sigrun Köhler kommen zwar ohne jeden Kommentar aus, doch Szenen- und Musikauswahl lassen klare Sympathien erkennen: Zu den Bildern von den Abrissarbeiten erklingt Ennio Morricones Titelmelodie für den Italo-Western "Für ein paar Dollar mehr". Später greift die Musik des Films das Lied "Bella Ciao" auf, obligater Bestandteil jeder linken Protestbewegung.

Auch in den Wortbeiträgen schneiden die Befürworter des unterirdischen Bahnhofs nicht gut ab. Für den uninformierten Beobachter muss zwangsläufig der Eindruck entstehen, die Umbaufreunde hätten die schlechteren Argumente. Andererseits geben auch die beteiligten Politiker der damaligen Landesregierung (CDU/FDP) kein gutes Bild ab. 

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99 KommentareKommentar schreiben

Kindergarten-Wunderer: Lieber Wunderer, ................sie wollen Beweise für die Lügen der Gegner? ......... Nun einmal ganz abgesehen davon, dass ich in meinem Kommentar (AUG 24 15:23) einige Behauptungen der Gegner genannt habe, die nachweislich falsch sind (z.B. 'der gesamte Bahnhof wird abgerissen') funktioniert deren und ihre einfach 'Denke' ganz nach dem Prinzip: ....................... Wir nennen euch pauschal Lügenbeutel und unterstellen euch, dass ihr immer lügt, aber ihr solltet uns bitte jede einzelne Lüge nachweisen. Und wenn ihr da dann doch was was habhaftes habt, glauben wir es euch einfach nicht. haha! ....... Lieber Wunderer, das ist 'Kindergarten', das hat mit einer sachlichen Auseinandersetzung nichts mehr zu tun und mit Demokratie erst recht nicht

han solo: ich hoffe du hast die dokumentation gesehen und nimmst dir ein beispiel dran. so kann man eine kamera nämlich auch halten. da wird einem nicht schlecht beim zusehen. sonst konnte man jedoch aus der doku nichts lernen.

@Mike: Was wird kommen, wenn 'ich' so weitermache ? Wenn ich meine Beiträge mit Ihren Beiträgen vergleiche, dann kommen mir meine weniger aggressiv, borniert und Gewalt anstachelnd vor - aber das ist meine subjektive Meinung. Wenn es zu Gewalt kommen sollte (und ja, ich gehe auch davon aus, dass dies geschehen kann), dann müssen sich nicht die S21-Befürworter an die Nase fassen, sondern diejenigen, die das Thema hochgekocht haben - und das trifft sicherlich beide Seiten. Subjektiv gefühlt würde ich zwar einer Seite etwas mehr 'Dampf' zuschieben, aber ich will darüber gar nicht streiten. Nur mir irgendeine 'Schuld' geben zu wollen, weil ich meine Meinung vertrete (und gleichzeitig aber immer wieder darauf hinweise, das wir im Dialog bleiben und Kompromisse gefunden werden müssen), das ist zu kurz gedacht. Reflektieren Sie mal lieber Ihre Beiträge und überlegen Sie, wie diese bei anderen ankommen: Friedfertig, diskussions- und kompromissbereit ? Mitnichten. Falls Sie dies nicht bezwecken wollen, dann sollten Sie an den Formulierungen arbeiten !

das BESTE: Proler-Demo: '.....liebe Mitläuferinnen und Mitläufer....' Deutlicher kann man es nicht ausdrücken!

MIKE: Ach ja, der Che Guevarale aus Schorndorf, wir wissen schon. Wenn Ihr schon einen Jesus vom Nesenbach habt, warum nicht auch ein Che Geuavarale aus Schorndorf.

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