Stuttgart 21 Einsatz der Tunnelbohrmaschine ist genehmigt

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Das Eisenbahnbundesamt genehmigt ein neues Verfahren für den Bau des Fildertunnels bei Stuttgart 21. Der Projektsprecher kritisiert das langwierige Genehmigungsverfahren.

Die Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel ist bei der Firma Herrenknecht im badischen Schwanau produziert worden. Foto: Breithaupt
Die Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel ist bei der Firma Herrenknecht im badischen Schwanau produziert worden.Foto: Breithaupt

Stuttgart - Mitten in der scharfen politischen Debatte um Stuttgart 21 und wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn am 5. März hat das Projekt eine wichtige planungsrechtliche Hürde genommen. Das Eisenbahnbundesamt (Eba) genehmigte mit Datum vom 26. Februar die geänderten Pläne für den Bau des Fildertunnels, der in zwei Röhren vom neuen unterirdischen Hauptbahnhof über 9,5 Kilometer bis auf die Filder führt. Die Planänderung war nötig geworden, weil die Bauherrin Bahn statt der konventionellen bergmännischen Bauweise eine Tunnelvortriebsmaschine einsetzen will. „Der optionale Einsatz einer Tunnelvortriebsmaschine wird als gleichwertige Vortriebsmethode eingeschätzt. Ein höheres Risiko als bei der zunächst planfestgestellten Spritzbetonweise ist dabei nicht ersichtlich“, heißt es in dem Genehmigungsbescheid der Behörde.

Projektsprecher kritisiert die lange Verfahrensdauer

Das Eisenbahnbundesamt ordnete den Sofortvollzug an. Obwohl die Bahn die Fertigstellung auf Dezember 2021 verschob und in internen Papieren von Ende 2022 die Rede ist, was Kritiker für optimistisch halten, urteilt es: „Um den Fildertunnel zeitgerecht für die Inbetriebnahme des Gesamtprojekts zur Verfügung stellen zu können, ist ein Baubeginn dringend geboten.“ Alles spreche dafür, dass ohne weitere Verzögerungen mit den Baumaßnahmen zu beginnen sei. „Dieser Genehmigung erlaubt es, den Bauzeitplan einzuhalten“, sagte der Projektsprecher Wolfgang Dietrich, der die lange Verfahrensdauer von 29 Monaten kritisierte.

Laut dem S-21-Kommunikationsbüro werden die Arbeiten am Tunnelportal im Gewerbegebiet Fasanenhof nun intensiv fortgeführt. Vom Frühsommer an soll dort die Tunnelvortriebsmaschine der Firma Herrenknecht mit zehn Metern Durchmessern aufgebaut werden, die sich vom Fasanenhof aus Richtung Talkessel durch das Gestein frisst, in einer Kaverne unter dem Wagenburgtunnel wendet und dann die parallel verlaufende zweite Röhre auf die Filder gräbt. Die eigentlichen Tunnelarbeiten werden erst 2014 beginnen. „In diesem Jahr gehen wir noch nicht in den Berg“, sagte der Projektleiter Stefan Penn.

Hausbesitzer weigern sich Gestattungsverträge zu unterzeichnen

Mit seiner Genehmigung, gegen die innerhalb eines Monats Rechtsmittel beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eingelegt werden kann, setzt sich das Eba über mehr als 4000 Einwendungen hinweg. Hausbesitzer befürchten Schäden an ihrem Eigentum. Sie verweigern zudem die Unterschrift unter sogenannte Gestattungsverträge zur Unterfahrung ihrer Grundstücke, weil sie die Entschädigungen und Sicherungsleistungen der Bahn für unzureichend halten. Befürchtet wird, dass sich durch die Bauarbeiten im Gipskeuper, der bei Kontakt mit Wasser zu quellen beginnt, der Boden hebt.

Diese Einwände wies das Eba ebenso zurück wie Kritik am Brandschutzkonzept und an den nur 0,6 Meter dicken Tunnelwänden. Die Behörde sieht auch kein Problem darin, dass die Bahn erst in der Anhörung erklärt hatte, statt zweier Montage- eine Wendekaverne zu bauen. Genehmigt ist auch, dass der Abstand der Rettungsstollen zwischen den Röhren von 1000 auf 500 Metern verkürzt wird.

21 Kommentare Kommentar schreiben

Genehmigung?: Das EBA hat zwar die Planänderung für den Fildertunnel genehmigt. Nach 29 Monaten, weil ein öffentliches Verfahren notwendig war und nicht, wie die Bahn dachte, ohne öffentliche Beteiligung. Sie hätte auch ihre Juristen fragen können. Klagen stehen noch aus. Damit hat die Bahn aber noch nicht die Unterfahrrechte. Die wird sie auch nicht bis zum geplanten Baubeginn des Fildertunnels bekommen. Die Bahn kommt zu spät, mit ihren Zügen, mit ihren Anträgen und dann sollen die personell ausgedünnten Genehmigungsbehörden Schuld sein? Die gesamten Mehrkosten sind Sache der Bahn. Selbst die Antragstrasse auf den Fildern war nicht genehmigungsfähig. Jetzt den schwarzen Peter dem 'Filderdialog' in die Schuhe zu schieben, einfach daneben, eben wie dieses ganze Projekt. Wir haben bei 3 Jahren Bauzeit seit dem Medienspektakel 'Prellbock versetzen' etwa 2 Jahre Verspätung. Bei einer geplanten Bauzeit von 10 Jahren sind wir dann im Jahr 2040. Und das Immobilienprojekt hinter dem Bahnhof? Wenn wir die Planungszeit vom Neckarpark/ Güterbahnhof Bad Cannstatt anschauen, nach 10 Jahren noch nichts gebaut (das Zollamt dankt herzlich), sind wir bei den Gleisflächen vom alten HBF bei 2050. Wenn wir die Projektkosten auf die durch S21 freiwerdenden 33 ha (der Rest, wie Wagenhallen, Abstellbahnhof würde in jedem Fall frei und könnte ohne S21 innerhalb der nächsten 10 Jahre bebaut werden) umlegen, kommen Grundstückspreise heraus, die etwa beim doppelten der Königsstraße liegen. Warum stehen in der Königsstraße keine Sozialwohnungen? Der Grund und Boden ist zu teuer. Selbst Immo Patrizia wird nicht bereit sein, für Luxuxwohnungen am Park diese Grundstückspreise zu zahlen. Zumal bis dahin die Babyboomer alle in Rente sind, außer das Rentenalter wird auf 80 angehoben.

Soll der Demokrat: Herrenknecht, der einst bei Anne Will sonntags so großkotzig daherlaberte: 'Er bewundere die Chinesen, weil man dort viel fortschrittlicher sei', soll sich das Ding sonstwohin stecken. Denn er ist ja ein lupenreiner Demokrat, dem die deutsche Demokratie nur dann nutzt, wenn er gemeinsam mit dem politischen Lumpenpack sein Geld verdienen kann. Es wäre ihm also geldinde gesagt SCHEIXXEGAL, solange er Geld verdient, wenn hier dieselben Zustände wie in China herrschen würden. Er kann ja mal seinen Firmensitz nach China, zu seinen Freunden verlagern. Und dann seine Mitarbeiter fragen, was Sie denn von der chinesischen Demokratie halten. Hauptsache noch mehr Geld vernichtet.. Gell Herr Herrenknecht... Wenn ich mich an Ihren Auftritt erinnere, wird mir SPEIÜBEL. Hochachtungsvoll aus dem Remstal Frank Rempfer

PeterPan: So viele Worte garniert um Lügen, das haben Sie gut gemacht! Ich mache es kürzer und beschränke mich auf die Wahrheit: 1. Die verkehrliche Leistung wurde von sma bestätigt (Laien wie Engelhardt sind nicht qualifiiziert und werden auh nicht ernstgenommen – nicht einmal vom MVI).============== 2. Sie wechseln von S21 zur NBS. In Ordnung. Diese hat einen KNF – den meinten Sie wohl mit „Wirtschaftlichkeit“ – von 1,2 bis 1,5.==================== 3. Arbeitsplätze entstehen nicht nur während des Baus sondern vor allem NACH Fertigstellung. ========= 4. Da die STADT die Flächen gekauft hat, wird auch nur sie profitieren – oder wurden die Flächen von Baufirmen, Immobilienspekulanten, Banken, etc. gekauft? ========Die Beiträge der Gegner sind einfach nur lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Schade eigentlich.

lückentext: Ich hätte bei der Genehmigungsmeldung gerne erfahren, wie groß das Loch im Berg (Kaverne) gemacht wird damit die Maschine wenden kann. Mit dem Endzeitszenario werden jetzt also von der EBA alle genehmigungen rausgehauen, da sie Angst vor den konsequenzen der Nichterteilung haben. Langsam sollte sie aber sich über Konsequenzen aus eintretenden Risiken machen. Wenn so ein Hang rutscht, oder jemand in einem Loch verschwindet wird es deutlich ungemütlich.

Maschine schon vo Genehmigung fertig: Es ist für mich nicht nachzuvollziehen, wie eine millionenteure Tunnelbohrmaschine schon vor der Genehmigung fertig gestellt sein kann. Das sieht verdächtig nach einem abgekarteten Spiel aus, das schon viel früher im Hintergund stattgefunden hat!

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