Stuttgart 21 Entscheidung über Bäume steht bevor

Von Thomas Braun 

Die Firma Wolff&Müller wird das unterirdische Technikgebäude nicht bauen. Der Auftrag wurde neu ausgeschrieben. Beim Thema Schlossgarten geht es voran.

Die Bahn sucht eine neue Baufirma für das Technikgebäude am Hauptbahnhof. Foto: dapd
Die Bahn sucht eine neue Baufirma für das Technikgebäude am Hauptbahnhof.Foto: dapd

Stuttgart - Die Stadt, Projektpartner der Deutschen Bahn beim Bau von Stuttgart 21, geht davon aus, dass die Bahn in Kürze die Genehmigung für das Fällen von rund 100 Bäumen im Mittleren Schlossgarten erhält. Das verlautete nach der Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses (UTA) am Dienstag. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte zuvor angekündigt, in der nächsten Woche seine Entscheidung bekanntzugeben, nachdem die Bahn am vergangenen Freitag fehlende Unterlagen zum Artenschutz nachgereicht hatte.

Ansonsten allerdings waren die von Grünen und der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke erbetenen Auskünfte in Sachen Bau- und Planungsstand am Hauptbahnhof nach Ansicht der Stadträte eher dürftig. Die Fraktionen wollten unter anderem wissen, welche zusätzlichen Maßnahmen im Bereich des Artenschutzes das EBA von der Bahn gefordert habe, um das bestehende Fällverbot aufheben zu können. Und auch zum Planungsstand beim Grundwassermanagement soll es nach Angaben von Baubürgermeister Matthias Hahn erst bei der nächsten Sitzung des UTA in der kommenden Woche konkrete Informationen geben.

Wie berichtet, muss die Bahn ihren im vergangenen Jahr beim EBA eingereichten Genehmigungsantrag zum Grundwassermanagement nochmals überarbeiten, da offenbar während der Bauarbeiten noch höhere Grundwassermengen abgepumpt werden müssen als die bisher kalkulierten maximal 6,8 Millionen Kubikmeter. Der Projektsprecher Wolfgang Dietrich hatte am Wochenende den Bau einer weiteren Grundwassersteuerungsanlage am Bahnhof nicht ausgeschlossen. Dies sei eine von mehreren Optionen, über die man mit dem EBA und den Fachbehörden zurzeit im Gespräch sei.

Firma gibt Bauauftrag zurück

Unterdessen hat die Zuffenhausener Firma Wolff & Müller den Auftrag zum Bau eines Technikgebäudes unter dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz zurückgegeben. „Das Unternehmen ist bei dem Projekt nicht mehr mit dabei“, bestätigte eine Pressesprecherin des Unternehmens auf StZ-Anfrage. Zu den Gründen wollte sie sich nicht äußern. Vom S-21-Kommunikationsbüro war bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine Stellungnahme zu erhalten.

Wie die StZ im April 2011 berichtete, hatte Wolff & Müller laut bahninterner Dokumente bereits vor einem Jahr vor statischen Problemen beim Bonatz-Bahnhof gewarnt, falls die Entwurfsplanung für das Technikgebäude so umgesetzt werde, wie geplant. Es seien zusätzliche Abstützmaßnahmen während der Bauphase erforderlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass andernfalls mit Gebäudesetzungen oder Schlimmerem zu rechnen sei, bezifferten Bahningenieure seinerzeit in der sogenannten Azer-Risikoliste auf 49 Prozent.

Auf der Homepage des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm wurde die Firma Wolff & Müller übrigens am Dienstag noch als Auftragnehmer für den Bau des unterirdischen Technikgebäudes geführt. Tatsache ist dagegen, dass die Bahn die Arbeiten für das zweigeschossige unterirdische Technikgebäude bereits im Dezember 2011 neu ausgeschrieben hat. Ende Januar soll dann endgültig entschieden werden, welches Unternehmen stattdessen den Zuschlag für den Bau erhalten soll.

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165 KommentareKommentar schreiben

Satire: Für mich war der Beitrag von Peter Satire.

Das Wirrwarr im Kopf der verbleibenden Gegner: Von Baumfällen = Genozid, Seelenkraft der Käfer schreibt ein Peter. No comment. ---------- Verschwörungstheorien betr. Wolff & Müller... Dabei kann es ja so einfach sein: Wolff & Müller scheint eine der momentan vielen satten Stuttgarter Baufirmen zu sein, die genügend Aufträge haben, da braucht man keine technisch herausfordernden mehr und baut lieber ein paar Fabrikhallen auf der grünen Wiese - Motto 'das Denken überlassen wir anderen Firmen'.

Auf auf auf: Tja, Peter, wer braucht schon die Bahn, wo wir euch Gegnern haben. Mit Euch gemeinsam zurück auf die Bäume. Auf, auf, auf.

@für: Leider haben Sie mich nicht verstanden: Die Einhaltung des Kostendeckels durch unsere Landesregierung war Inhalt der Koalitionsvereinbarung und des Volksentscheids. Die Bürger müssen sich auf die Einhaltung der fest vereinbarten Kosten verlassen können, da viele von ihnen sonst völlig das Vertrauen in die Politik verlieren. Für das Ergebnis der Volksabstimmung entscheidend, war aber alleine die Ausstiegskostenlüge. Das einzige Argument, daß die Nein-Sager-Stimmungsmacher hatten, war die Lüge mit den 1,5 Milliarden Ausstiegskosten. Es gab kein einziges Argument, das für den Bau dieses gigantischen Irrsinns verwendet wurde, nur immer wieder die 1,5 Milliarden-Lüge. Warum? Weil es kaum noch ein Argument dafür gibt, höchstens, daß sich ein paar Immobilienspekulanten, Tunnelbohrer und Manager der Bahn eine goldene Nase daran verdienen. Aber das hätte man der Bevölkerung ja schlecht sagen können. Da war es schon einfacher, sie mit der Lüge, daß ohne S 21 gigantische Kosten auf sie zukämen, einzuschüchtern. Leider war diese Strategie erfolgreich. Hoffentlich so erfolgreich, wie die 16 Klagen, die beim Staatsgerichtshof gegen den Volksentscheid eingereicht wurden.

wer braucht den die Bahn: Ich verstehe die s21 Gegner. Die Bahn ist tot und seelenlos. Was kann dieser Menschen verachtende Konzern denn noch für unsere Mutter Erde leisten? Bäume fällen! Was meiner Meinung nach einem Genozid gleicht! Wir brauchen die Seelenkraft der Bäume und deren Käfer! Es macht mich unendlich traurig, dass die Bahn und Deutschland, auf deren Kosten, versucht auf dem internationalen Markt zu bestehen. Pfui Teufel! Deswegen sag ich, im Geiste der heldenhaften s21 Gegner, nieder mit der Bahn! Die will doch nur Ihr veraltetes Transportsystem bewerben und wettbewerbs fähig halten. Diese Trottel! BW braucht Bäume und keine Innovation! ... wenn Ihr doch nur in euren kleinen Wohlstandsköpfe noch an Visionen glauben könntet...

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