Stuttgart 21 Entscheidung über Fildertrasse steht kurz bevor

Von Markus Heffner 

Der Countdown für die Planung auf den Fildern läuft. Noch sucht das Land aber nach einem Vorschlag zur Verteilung der Mehrkosten am Flughafenbahnhof.

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 Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Countdown für die Planung auf den Fildern läuft. Bis spätestens Ende des Monats, so hat es Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann Anfang der Woche verkündet, wird es eine klare Ansage der Landesregierung geben, ob sie sich an den Mehrkosten für einen verbesserten Flughafenbahnhof beteiligen wird oder aber nicht. Die bisherige Rollenverteilung ist bekannt: Die SPD befürwortet und fordert eine finanzielle Beteiligung, die Grünen lehnen dies mit Nachdruck ab – zumindest offiziell und derzeit noch.

Um die entscheidende Sitzung in diesem Monat vorzubereiten, treffen sich Ende der Woche Vertreter der Bahn und des Verkehrsministeriums zu einem weiteren Arbeitsgespräch, wobei das Land die Projektpartner Stadt und Region bei den Verhandlungen vertritt. Dabei wollen die Koalitionäre in der Landesregierung zuvor noch einen Kompromiss zwischen der klaren Haltung der Grünen und der ebenso klaren, aber entgegen gesetzten Haltung der SPD finden. Denn nur in einem Punkt sind die uneinigen Regierungspartner beieinander: Sie wollen der Bahn ein Angebot vorlegen, um am Ende zumindest sagen zu können, dass sie doch guten Willens waren.

Denn die Bahn als Bauherrin von Stuttgart 21 will sich an den auf 224 Millionen Euro taxierten Mehrkosten nicht beteiligen und vertritt zudem ohnehin die Meinung, dass ihre ursprüngliche Planung nach Abwägung aller Aspekte „vorzugswürdig ist“. Sprich: die Bahnexperten sind nach eigenem Bekunden überzeugt davon, dass sich das Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsbehörde nach Prüfung der Varianten für die Antragstrasse und nicht die teurere Plus-Variante entscheiden würde.

Trotz dieser offiziellen Haltung hat der Bahn-Technikvorstand Volker Kefer aber jüngst in der Landeshauptstadt zwei Tage lang mit Vertretern des Staatsministeriums, dem Verkehrsministerium und dem Finanzministerium Gespräche über die geänderte Planung auf den Fildern und die Verteilung der berechneten Mehrkosten geführt. Laut Kefer haben sich die Projektpartner dabei zumindest darauf verständigt, eine gesonderte Finanzierungsvereinbarung abzuschließen, falls die Fildertrasse plus mit ihrem verschobenen Flughafenbahnhof gebaut werden soll. Nach Logik der Bahn würde das Bonner Eisenbahnbundesamt dieser aber gar nicht den Vorzug geben, sondern der Antragstrasse, die wiederum mit ihren 536 Millionen Euro Kostenvolumen bereits finanziert ist.

Die Lage macht den Unterschied

Entscheidender Unterschied zwischen den Varianten ist die Lage des Filderbahnhofs, der bei der Plus-Variante direkt unter der Flughafenstraße und damit näher am Terminal als geplant liegt. Zudem würde bei dieser Alternative auch die Doppelnutzung der S-Bahn-Station am Flughafen entfallen, in der bei der ursprünglichen Planung auch die Fernzügen halten würden. Nachteil der Plus-Variante ist, dass wegen der größeren Schleife mehr Anwohner und landwirtschaftliche Flächen betroffen sind.

Sollten sich die Projektpartner tatsächlich einig werden und gemeinsam für den Bau der teureren Fildertrasse plus entscheiden, müsste dies auch im höchsten Entscheidungsgremium von Stuttgart 21, dem sogenannten Lenkungskreis, entschieden werden. Als Termin dafür war im Staatsministerium zuletzt der 26. April geblockt worden, offenbar ist das Datum aber noch zu früh für solch ein Treffen. Laut Statuten muss zuvor noch der Arbeitskreis Baden-Württemberg 21 zusammenkommen, in dem der Lenkungskreis vorbereitet wird.

Ein Thema von nicht geringer Brisanz dürfte dann auch ein weiterer Planungsabschnitt sein, der Fildertunnel, dessen Bau demnächst im Gewerbegebiet Fasanenhof vorbereitet werden soll. Von dort aus soll sich die Tunnelvortriebsmaschine in Richtung Innenstadt bohren. Der Einsatz dieser Technik ist jüngst auf Antrag der Bahn genehmigt worden, damit verbunden ist indes auch der Bau eines zusätzlichen Betonwerks. Dieses ist gedacht für die Herstellung der Betonringe für den Innenausbau und soll nach Vorstellung der österreichischen Firmengruppe Porr auf Plieninger Flächen errichtet werden.

Diesem Vorhaben hat der Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) im Technikausschuss nun eine Absage erteilt. Die Stadt werde dafür keine Flächen zur Verfügung stellen und dafür sorgen, so Hahn, dass der Transport zum Tunnelmund nicht durch bewohntes Gebiet führt. Man bestehe auf einer Ausführung, wie sie im Planfeststellungsbeschluss genehmigt ist.

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59 KommentareKommentar schreiben

CDU - Untersuchung zu K21: >> Das Gutachten wurde im Oktober 2010 von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) bei SMA in Auftrag gegeben und sollte offenbar als Argumentationshilfe für die Vertreter der CDU-geführten Landesregierung während der Schlichtungsgespräche unter Leitung des CDU-Politikers Heiner Geißler dienen. Doch das Papier, dass den Titel 'Stuttgart21 und Kopfbahnhof 21 - vergleichende Analyse der Reisezeiten' und das Datum 26. November 2010 trägt, blieb in der Schublade. << _______________________________________________________ http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-gutachten-k-21-schneidet-bei-reisezeit-gut-ab.49ea5c25-f48e-4992-b974-656877ee9f11.html _______________________________________________________ http://www.schlichtung-s21.de/dokumente.html

phil55 , 00:22 Uhr: alles was nicht funktioniert bekommt den zusatz 21? deshalb also k 21!!

Was bedeutet “einundzwanzig”?: IO-Newsletter 14.04.2013: Was bedeutet “einundzwanzig”? __________________________________________________________ >> ich bin über einen Bericht gestolpert, der zeigt, wie weit wir es geschafft haben. Alles, was nicht funktioniert, bekommt den Beinamen “21?. Dass unser aller Verkehrsminister Ramsauer so gar nichts auf die Reihe bekommt, nun, das wissen wir (zur Erinnerung: http://www.freitag.de/autoren/kopfmachen21/ramsauer-laeuft-amok). Aber wer genau hinschaut sieht, das bezieht sich nicht nur auf den Bahnverkehr. Auch wenn er jetzt – nach Jahren wohlgemerkt – auf die Idee kommt, Leute zu fragen, die sich mit Infrastruktur auskennen (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-03/26269900-ramsauer-bildet-sachverstaendigenrat-fuer-grossprojekte-003.htm) so hat er den Schaden im ganzen Land bereits angerichtet. << __________________________________________________________ http://infooffensive.de/2013/04/io-newsletter-14-04-2013-was-bedeutet-einundzwanzig/

Gescheitert: So wie man es hört ist das nun wohl auch vom Tisch und das Ergebnis des Bürgerdialoges wird nicht umgesetzt, da die Landesregierung nicht bereit ist, ihre über den Bürgerdialog gewollten Veränderungen, mit zu finanzieren, bleibt die Bahn bei ihrer Planung . Richtig so !

Kopfmachen21: Eine 'Vorzugsvariante F3' von 1995 sah sogar (man halte sich fest !) ein 2-gleisiges Kopfbahnhöfle am Stuttgart Airport vor ! Parallel zur S-Bahn-Station, etwa entlang der Flughafenstraße. Dort hätten abwechselnd ICE, Interregio und 'Stadt-Express' Kopf machen sollen. [Quelle: wikipedia]. __________________________________________________________ Diese Ironie zergeht ganz langsam auf der Zunge : Man zerstört d e n Kopfbahnhof, um ein neues Kopfbahnhöfle an anderer Stelle wieder einzubauen. Wurde wahrscheinlich nur deshalb nicht umgesetzt, weil die DB nicht mehr genug Dampflokomotiven hätte auftreiben können. Denn, ja ja, nach der von DB-Kefer während der Schlichtung verbreiteten 'Logik' sind Kopfbahnhöfe ein Relikt aus der Dampflokzeit. Dies war –-unvergesslich- ein selten dummes G'schwätz eines Technik (!)-Vorstands. __________________________________________________________ http://www.freitag.de/autoren/kopfmachen21/s21-dreiste-mehrkostenforderungen-der-db

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