Stuttgart-21-Erörterung SSB nehmen Projektpartner in die Pflicht

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Nach der scharfen Kritik von Projektgegnern an der geplanten Fildertrasse von Stuttgart 21 haben auch die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) am Donnerstag überraschend Zweifel an der vorgelegten Planung angemeldet.

Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sehen eine eingleisige Lösung für die S-Bahn-Station am Flughafenterminal als schwierig an. Foto: dpa
Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sehen eine eingleisige Lösung für die S-Bahn-Station am Flughafenterminal als schwierig an.Foto: dpa

Stuttgart - Nach der scharfen Kritik von Projektgegnern an der geplanten Fildertrasse von Stuttgart 21 haben auch die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) am Donnerstag überraschend Zweifel an der vorgelegten Planung angemeldet. „Wir sehen eine eingleisige Lösung für die S-Bahn-Station am Flughafenterminal als schwierig an“, sagte SSB-Chefplaner Volker Christiani beim Erörterungstermin in der Messehalle H 4.

Der unter anderem für die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 6 an den Flughafen verantwortliche Verkehrsexperte forderte eine erneute Debatte im S-21-Lenkungskreis über die bisherigen Bahnpläne: „Auch die Stuttgarter Straßenbahnen würden es begrüßen, wenn sich alle Projektpartner noch einmal an einen Tisch setzen.“ Beim Bau der S-Bahn in der Stadtmitte sei vor Jahrzehnten leider auf eine viergleisige Ausführung verzichtet worden. Diese Entscheidung sei letztlich verantwortlich, dass die Strecke als Engpass für den Nahverkehr gelte.

Möglichst viele umsteigefreie Verbindungen

„Ich fände es schlimm, wenn am Flughafen der gleiche Fehler gemacht werden würde wie damals am Hauptbahnhof“, erklärte Volker Christiani. Schon der bei der Bahn für Fahrplan und Infrastruktur im Regionalbereich Südwest zuständige Christian Becker hatte die fehlenden Kapazitäten zwischen Cannstatt und Hauptbahnhof als Auslöser der meisten Verspätungen im S-Bahn-Netz bezeichnet. „Ich bin mit der aktuellen Lage überhaupt nicht zufrieden“, hatte Becker bei der Erörterung erklärt.

Allerdings stellen die Stuttgarter Straßenbahnen dem von Projektgegnern wie der Schutzgemeinschaft Filder immer wieder geforderten Verzicht auf eine direkte Anbindung der Gäubahn an den Flughafen ein schlechtes Zeugnis aus. Ein Regionalbahnhof in Stuttgart-Vaihingen werde Fahrgäste aus Singen oder Zürich von einer Nutzung der Schiene abschrecken. „Es wäre ein Schildbürgerstreich, die Gäubahn nicht direkt an den Stuttgarter Flughafen anzubinden“, stellte Chefplaner Christiani klar. Ein Erfolgsrezept der Stadtbahn in Stuttgart sei, möglichst viele umsteigefreie Verbindungen im Streckennetz zu schaffen.

111 Kommentare Kommentar schreiben

Zukunftsfähigkeit plötzlich unwichtig?: Komisch, bis jetzt hieß es doch immer, daß der ganze Mist Reserven für die nächsten paar hundert Jahre, also mindestens, haben soll.

Wartezimmer: Herr Polen ich hätte noch immer eine Antwort auf die einfachsten Fragen. Wie viel haben Sie bis dato für S21 bezahlt? Wie lange standen Sie im Stau wegen den Gegnern von S21? Warum sind Steuergelder in Demonstrationen besser investiert als in ein sinnvolles Bauprojekt das seit Jahren genehmigt ist?

dan cortez :Ebenso sind inhaltsleere Stataments: "einer sachlichen Diskussion abträglich." ( Ihr Diktum ).Ich habe die Heraushebung durch Großschreibung bei Herrn Frank angesichts grassierender Ignoranz gegenüber seinen argumentativen Fakten für angebracht erachtet.Hier muß so mancher gar nicht Großschreiben, damit man ihn schreien hört.

Frank Polen, 22:52 Uhr Das weiß ich auch, aber hier in den Kommentaren wird dies sowohl von Befürwortern als auch Kritikern verwendet um etwas hervorzuheben und die meisten Kommentarschreiber verstehen das auch so.: Nein, niemand macht das so penetrant wie Sie. Geschreigrßschreibung ist schlicht unhöflich und einer sachlichen Diskussion abträglich.

@Michael Ostermann, 18:49 Uhr, 19:19, Keine Antwort ist auch eine Antwort! --- Heimerl kritiesiert auch den FAHRPLAN!: Dort wo Ihnen nichts mehr einfällt, weichen Sie einfach aus. Schön das Sie damit indirekt zugeben, dass Sie KEINE Antwort auf meine Fragen haben. ----- "Die Verwendung von Großbuchstaben/Sperrschrift gilt im Internet im Algemeinen übrigens als Schreien, und somit als sehr unhöflich. Man sagt auch, wer schreit, hat unrecht." Das weiß ich auch, aber hier in den Kommentaren wird dies sowohl von Befürwortern als auch Kritikern verwendet um etwas hervorzuheben und die meisten Kommentarschreiber verstehen das auch so. Und als solches möchte ich auch meine GROSSCHREIBUNG verstanden wissen. Dass Sie das urplötzlich nicht mehr verstehen wollen zeigt nur dass Sie sich anders nicht mehr zu helfen wissen. Wenn man keine Argumente mehr hat, muss man halt einmal mehr den Kritiker schlecht machen. Wenn es Ihnen gut tut, ich habe mich an Beleidigungen der S21-Befürworter mittlerweile gewöhnt. Ich weiß ja woher es kommt. ---------- Wenn Sie das Interview mit Herr Heimerl genau gelesen hätten, wäre Ihnen vielleicht auch folgende Stelle begegnet: StN: "Die Gutachter haben festgestellt, dass auf der Antragstrasse erhebliche Verspätungen entstehen und dass eine Ausbau der S-Bahn über Filderstadt hinaus nicht mehr möglich sei." - Prof. G. Heimerl: "An der TU Dresden arbeitet ein grundsolides Institut, ich kann mir nicht vorstellen, dass an dem Gutachten etwas nicht stimmt. Über ein paar Randannahmen kann man immer diskutieren. Auch mit aktuellen Werten dürfte sich jedoch am Ergebnis nichts Wesentliches ändern." (StN 01.10.2014). Es geht bei Prof. G. Heimerl sowohl um die Zukunftsfähigkeit als auch um den aktuellen Fahrplan. Und Herr Prof. G. Heimerl sagt, ich wiederhole (für Sie extra NICHT groß geschrieben: "Auch mit aktuellen Werten dürfte sich jedoch am Ergebnis nichts Wesentliches ändern".

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