Stuttgart 21 Flughafen will keinen Bahnhof plus

Von jon 

Die Geschäftsführer des Stuttgarter Flughafens befürworten nicht mehr den Filderbahnhof plus im Rahmen des Projkets Stuttgart 21. Mit dem Geschäftsbetrieb des Flughafens sind sie zufrieden.

Der Geschäftsbetrieb des Flughafens entwickelt sich zufriedenstellend, sagen dessen Geschäftsführer. Foto: dpa
Der Geschäftsbetrieb des Flughafens entwickelt sich zufriedenstellend, sagen dessen Geschäftsführer.Foto: dpa

Stuttgart - Die Geschäftsführer der Flughafengesellschaft (FSG) Stuttgart, Georg Fundel und Walter Schoefer, haben am Donnerstag deutlich gemacht, dass sie den Filderbahnhof plus im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 nicht mehr befürworten. Man sei „nicht glücklich“ über die Debatte, zumal kein Beteiligter die Bereitschaft zur Finanzierung erkläre.

Schoefer galt als ein maßgeblicher Ideengeber einer optimierten Variante für die Anbindung des Flughafens an den Fernbahnhof auf den Fildern. Die Geschäftsführer plädieren für eine „veredelte Antragstrasse“. Nur diese von der Bahn ins Verfahren eingebrachte Variante könne gleichzeitig mit dem Tiefbahnhof in der Innenstadt fertig gestellt werden. Bei der Plus-Variante drohe stattdessen ein neues Planfeststellungsverfahren, außerdem sei der Grunderwerb nicht gesichert.

Der Gewinn soll auf Vorjahresniveau liegen

Mit dem Betrieb ihres Flughafens zeigten sich die FSG-Direktoren zufrieden. Wider Erwarten werde das Jahr mit einem Plus von etwa 1,4 Prozent auf dann 9,7 Millionen Passagiere zu Ende gehen. Bei den Flugbewegungen liege die FSG momentan minimal im Plus, dies könne sich aber noch ändern. Mit 126 000 Starts und Landungen liege man allerdings deutlich unter der bisher erzielten Rekordmarke von 165 000 Flugbewegungen vor acht Jahren.

Georg Fundel geht davon aus, mindestens so viel Gewinn wie im Vorjahr zu machen; damals waren es 23 Millionen Euro gewesen. Auf die Frage, ob die Gesellschafter Stadt und Land den Gewinn erneut unter sich aufteilen, sagte der FSG-Chef: „Wenn ja, ist es uns auch egal. Wenn nicht, wäre es gut für uns.“

Im kommenden Jahr rechnet Fundel mit einem erneuten Plus, und zwar von etwa zwei Prozent. Große Hoffnungen setzt er in den Auftritt des britischen Billigfliegers Easyjet, der im Frühjahr seine Zentren in Mailand und London mit Stuttgart verbinden wird.

  Artikel teilen
7 KommentareKommentar schreiben

W.Mödinger: cross boarder II ?: Ein pseudoprivatisierter Bahnkonzern verrubelt Gemeineigentum zur Pseudobilanzkosmetik,welches dann von der öffentlichen Hand zurückerworben werden soll,weil die Markthörigen elementare Grundsätze der eigenen Philosophie mißachtend ihre staatlich garantierte Monopolstellung durch Wettbewerbsverzerrung ausnutzen und Mitbewerber ausbremsen durch Infrastrukturkannibalisierung. Wenn Sie sowas gutheißen können,verrieten Sie Ihre eigenen Prinzipien-so Sie welche haben, die den Namen verdienen.Oder so es selbige überhaupt gibt im realen Leben.

@ Walter Mödinger: Die Plus-Variante am Flughafen ist fast ebenso schlecht wie die Antragstrasse. Der einzige Vorteil ist der, dass der S-Bahn-Terminalbahnhof von Gäubahnen unangetastet bleibt. Ansonsten hat die Plus-Variante aber nur noch gravierende Nachteile: Der Kostendeckel wird erneut um viele hundert Millionen gesprengt, ebenso die Zeitschiene um mehrere Jahre. Der Mischverkehr durch Leinfelden-Echterdingen, die konfliktträchtige Rohrer Kurve, die Ausnahmegenehmigung, die unterdimensionierte Wendlinger Kurve bleiben. Bester Filderboden wird für alle Zeiten vernichtet. Ergebnis des sogenannten Filderdialogs war im übrigen die Gäubahnvariante, der sich die Bahn leider strikt verweigert hat. Soll die Bahn ihren Antrags-trassen-Murks doch umsetzen. Sofern sie überhaupt jemals eine Genehmigung dafür bekommt. Schon in der sogenannten Schlichtung und beim Stresstest wurde mehr als deutlich, welch unglaublichen Murks die Bahn auf den Fildern fabrizieren möchte. Dennoch wurde an diesem festgehalten. Wer nicht hören kann, muss fühlen. Soll die Bahn doch selbst schauen, wie sie mit diesem selbstverschuldeten Debakel zurechtkommt...

"veredelte Antragstrasse" : Vielleicht wären die Flughafenbetrieber mal so freundlich zu erklären, was sie unter einer "veredelten Antragstrasse" verstehen? Veredelter Murks bleibt eben immer noch Murks!

---: Ein weiteres Zeichen, daß der Bahnfernverkehr für den Flughafen eine geringe Bedeutung hat. So sind ja im Finalen Simulationslauf zum Stresstestfahrplan, mit Bestätigung von Herrn Kefer persönlich auf den Herzileinseiten, nur jeweils eine zweistündige Anbindung Richtung Ulm vorgesehen. Die nun erfolgte Kosequenz der Flughafen-Geschäftsführer, auf die Variante "Plus" zu verzichten, ist somit völlig angebracht. Es fragt sich allerdings, wozu dann das Projekt S21 ohne bedeutenden Flughafen-Bahnanschluß überhaupt noch einen Sinn machen soll. Auf der Filderstrecke wird es im Mischbetrieb so oder so zu erheblichen Behinderungen der S-Bahn kommen. Überhaupt ist ja durch die SMA ein Verspätungsaufbau bei allen Zulaufstrecken zum gepl. Tiefbahnhof bescheinigt. Die Unfahrbarkeit des Stresstestfahrplans ist seit der Erörterung nachgewiesen, die vorgesehenen Tiefbahnhöfe in der City und am Flughafen lassen sich nicht ohne Lebensgefahr benutzen. ... Wenn man den bei S21 und K21 gleichermaßen geplanten S-Bahn-Tunnel von Cannstatt zum gepl. Halt Mittnachtstraße heute schon vorziehen sowie den Vaihinger S-Bahnhof für den Halt sämtlicher Reisezüge und dem Umstieg in Richtung Flughafen ertüchtigen würde, wäre schnell erkennbar, wie unnötig S21 ist. Mit dem neuen S-Bahn-Tunnel erreicht man eine Beseitigung des Engpaßes zwischen Cannstatt und Kopfbahnhof bzw. werden die beiden vorhandenen Trassen frei für einen in sehr guter Betriebsqualität zu fahrenden Regio- und Fernverkehr. Und zusammen mit einem S-Bahn-Ringschluß bis Wendlingen erreicht man eine gute und schnelle Verbindung aus dem Raum Reutlingen und Göppingen, und der Hbf kann sogar entlastet werden. ... Na, dann schauen wir mal, welchen Eiertanz die Politik noch so hinlegen wird, um mit allen möglichen Mitteln bei S21 noch zu retten was zu retten ist. --- Oben bleiben!

### man sieht den Realitäten ins Auge und reitet kein totes Pferd ###: Die Plus- Variante am Flughafen hatte nie eine Realisierungschance, nachdem die Landesregierung sich jeglichen Diskussionen um die Ergebnisse des sogenannten Filderdialogs verweigerte. Auch eine „Veredelung“ hat im „mir gäbet nix“ Lande keinerlei Aussicht auf Berücksichtigung. Nun wird in und um Stuttgart maximal das gebaut, was sachlich notwendig und vertraglich verpflichtend ist. Nicht weniger, aber auch kein Deut mehr. Manche Ergebnisse z.B. aus der Schlichtung und dem Stresstest fallen der Stuttgarter Gesprächsverweigerung zum Opfer. Abgespeckt wird überall dort, wo es möglich und sinnvoll ist. Z.B. an den geplanten Wartungsbahnhöfen in Tübingen und Stuttgart, die die Bahn nach Vergabe der regionalen Verkehrsbeziehungen an alternative Betreiben wohl nicht mehr benötigen wird. Vielleicht kauft ja das Land die nach Fertigstellung von S21 nicht mehr benötigte Flächen und Bahnanlagen der Stadt Stuttgart ab, um diese den neuen Betreiber als Wartungs- und Abstellfläche zur Verfügung zu stellen. Unmöglich ist das wahrlich nicht?

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.