| Zeitungsgruppe Stuttgart |Donnerstag, 23. Februar 2012
Stuttgart 21
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Stuttgart 21 Gegner nehmen doch an der Stresstest-Präsentation teil

dpa, vom 25.07.2011 07:00 Uhr
Schlichter Heiner Geißler bei einem Gespräch mit Stadtrat Hannes Rockenbauch (l.) und Brigitte Dahlbender (r.) Foto: dpa
Schlichter Heiner Geißler bei einem Gespräch mit Stadtrat Hannes Rockenbauch (l.) und Brigitte Dahlbender (r.) Foto: dpa

Stuttgart - Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat sich umentschieden und nimmt nun doch an der Präsentation des Stresstests für den umstrittenen Tiefbahnhof teil. Das kündigte Schlichter Heiner Geißler am Sonntagabend im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa an. Die Bedingung der Projektgegner sei gewesen, das für Dienstag geplante Treffen nach hinten zu verlegen. "Deshalb verschieben wir das auf Freitag", sagte Geißler. Das sei mit der Bahn abgesprochen.

Die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Brigitte Dahlbender, begründete die Rückkehr an den runden Tisch mit einer überwältigenden Zahl von Zuschriften von Stuttgart-21-Gegnern. Viele hätten die Sorge geäußert, dass ansonsten nur die Bahn ihre Sicht der Dinge darstellen könne, sagte Dahlbender der Nachrichtenagentur dpa. Das Bündnis habe diese Menschen nicht enttäuschen wollen. Dahlbender wörtlich: "Es ist keine Schande, wenn man sich von diesen zahlreichen Voten umstimmen lässt."

Landesregierung zeigt sich erfreut

Der Sprecher der grün-roten Landesregierung, Rudi Hoogvliet, zeigte sich erfreut über die Zusage des Bündnisses. "So bekommt die Schlichtung ihren erforderlichen Abschluss", sagte er der dpa.

Die Bahn kommentierte die Rückkehr der Gegner an den Tisch zurückhaltend: "Die Bahn hat entschieden, den Weg der Schlichtung mit Heiner Geißler zu Ende zu gehen", sagte Projektsprecher Wolfgang Dietrich der dpa. Da der Schlichter den Wunsch gehabt habe, den Termin um drei Tage nach hinten zu verschieben, sei man darauf eingegangen. Das ändere aber nichts daran, dass die Bahn die Auftragsvergabe für zwei Tunnel diese Woche abschließe. "Das Ergebnis des Stresstests steht fest. Da wird auch die Diskussion nichts mehr dran ändern", sagte Dietrich. Die Aufträge für die Tunnel haben ein Volumen von rund 750 Millionen Euro.

"An der Kritik hat sich nichts geändert"

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke zeigte sich erfreut, dass die Gegner von ihrer Forderung nach einem zweiten Stresstest und ihrem Boykott Abstand genommen haben. "Das zeigt auch, dass sich die Halbwertzeit der Ansagen des Aktionsbündnisses ständig beschleunigt", sagte Rülke der dpa.

Eigentlich wollte das Aktionsbündnis die Vorstellung des Gutachtens der Schweizer Verkehrsberatungsfirma sma zum Stresstest boykottieren, weil es mit den Voraussetzungen nicht einverstanden war. Bis zuletzt hatten die Gegner einen zweiten Stresstest gefordert. An dessen Erstellung müssten auch sie selbst mitarbeiten können. Dahlbender betonte nun: "An unserer grundsätzlichen Kritik hat sich nichts geändert."

Geißler: Ziel ist immer die totale Transparenz

Geißler zeigte sich erfreut darüber, dass die Gegner ihre Meinung noch geändert haben. Sein Hauptziel bei der Schlichtung sei immer totale Transparenz gewesen. "Diese wäre nicht mehr gegeben gewesen, wenn eine Seite nicht dabei gewesen wäre." Das Treffen am Freitag werde um 10.00 Uhr mit einem Faktencheck beginnen, bei dem das Pro und Contra der Voraussetzungen für den Stresstest diskutiert werde. Gegen 12.00 Uhr solle dann die eigentliche Präsentation beginnen.

Dahlbender sagte, die Verschiebung des Termins sei eine Voraussetzung für die Teilnahme gewesen. "Wir haben jetzt genügend Zeit, uns vorzubereiten." Außerdem habe man am Freitagvormittag dann Gelegenheit, die Kritik an den Prämissen des Stresstests darzustellen.

 

Kommentare (213)
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JUL
28
14:20 Uhr, geschrieben von M. Ostermann
Der Kreis schließt sich
@Jon, "Fakt ist, niemals war in der Wirtschaftlichkeitsfrage der NBS die Altstrecke von Belang." Die Bewertungsmethodik des BVWP hat sich nach meinem Kennnisstand nicht in den letzen Jahren geändert. Das die Gegner diese offenbar nie (oder wie Herr Kober nur sehr spät, und nachdem ich es ihm mit großer Gedulg mit viele Beispielen erklären musste) begriffen haben, ändert doch daran nichts. Was mich erststaunt, ist dass Sie diese (für Sie) neuen Argumente nun einfach damit beiseite schieben wollen, dass Sie sie vorher nicht gekannt haben. Das ist doch absurd! Sie wurden von den organisierten S21/NBS Gegnern jahrelang angelogen. Die haben ihnen Argumente verkauft, die nicht wahr waren, teilweise indem Begrifflichkeiten vermengt werden, nämlich eine spezielle Gattung von "schnellen, leichten Güterzüge" wie dem Parcel-TGV mit ganz normalen leichten Güterzüge, wie es sie schon immer gab und immer geben wird. Aber statt mal innezuhalten, einfach mal meine Angaben zu prüfen (z.B. BVWP 2003, und dessen Methodikerläuterungen, die alle öffentlich zugänglich sind) wiederholen Sie einfach die Lügen die Ihnen von Ihren Gesinnungsgenossen aufgetisch wurden. Da bin ich argumentativ am Ende, und deswegen höre ich jetzt auch auf. Ich bin diesen Loopings leid. Meine Antwort auf Ihre nächste Replik steht sicherlich weiter unten. Lesen Sie sie bitte dort nach! _________________________________________________________________________________________________ "Erwin Kober - Sie werfen Jon Themenwechsel vor und haben selbst damit begonnen, als sie Herrn Kefer ins Spiel gebracht haben ". Nein, habe ich nicht. Jon hatte sich polimisch im letzten Absatz seines Schreibens vorher ausgelassen.
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JUL
28
13:17 Uhr, geschrieben von Jon
@Ostermann
Ach Herr Ostermann, ich glaube nicht, dass ich da ausweichen muss. Aber die Fülle der Unsäglichkeiten verleitet einen manchmal zu Ausschweifungen. Ausserdem gehört die Frage des von Herrn Kefer falsch berechneten Tunnelaushubs und der damit verbundenen Kosten sehr wohl zur NBS. Wir können da gerne bei bleiben. Es geht noch immer um die gleitende Argumentation, der Bahn. Dazu haben Sie garnichts gesagt, was mich auch nicht wundert, da Sie ja gleichermassen vorgehen. Fakt ist, niemals war in der Wirtschaftlichkeitsfrage der NBS die Altstrecke von Belang. Es ging darum, dass die Bahn immer, und wie immer wider besseres Wissen, behauptet hat, dass diese Strecke mit einer hohen Wirtschaftlichkeit betrieben werden könne. Dazu sollten 40 sogenannte Leichtgüterzüge, neben den Fern- und Regionalzügen täglich auf dieser Strecke fahren. So konnte die Wirtschaftlichkeit der Strecke nachgewiesen werden und die Bundesmittel fließen. Bis zu dem Moment, als sich herausstellte, dass es a) die Leichtgüterzüge überhaupt nicht gibt und b) mit herkömmlichen Güterzügen auf dieser Strecke nicht gefahren werden kann und c) das gesamte prognostizierte Güteraufkommen auf dieser Strecke damit in Frage steht. Die Bahn hat sich bis zur Peinlichkeit gegen diese technischen und ökonomischen Fakten gewehrt und weiter behauptet, dass die Strecke wirtschaftlich wäre. Bis zu dem Tag als es im Verkehrsausschuss und mit dem Bundesverkehrsminister um die Wirtschaftlichkeit ging. Da wurde klar, dass diese Strecke unter realer Betrachtung niemals wirtschaftlich sein würde. Ab da ging das los mit den freien Kapazitäten auf der Altstrecke und man beließ dennoch 16 Leichtgüterzüge auf der NBS, obwohl man wusste, dass die da niemals fahren werden. Was auch immer vergessen wird ist die Frage der Regionalzüge auf der NBS. Auf der vergleichbaren Nürnberger Strecke, fahren praktisch keine Regionalzüge, nur die zwei Verbindungen, wo sich die Bahn verpflichten musste mit eigenen Zügen zu fahren. Das gilt 10 Jahre, danach werden diese Linien wahrscheinlich auch eingestellt. Der von der öffentlichen Hand bezahlte Regionalverkehr fährt schon wegen der Trassenpreise dort nicht. Was wird also bleiben? Eine unglaublich teure, energieverschwendende Hochgeschwindigkeitsstrecke, die von vielleicht 24-30 Fernzügen am Tag genutzt wird. Das ist einfacher ökonomischer Schwachsinn.
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JUL
28
10:34 Uhr, geschrieben von Erwin Kober
Ostermann – Kompliment zurück
Sie werfen Jon Themenwechsel vor und haben selbst damit begonnen, als sie Herrn Kefer ins Spiel gebracht haben (Beitrag „Eigentlich alles klar“), ob seiner „glänzenden Figur“ in der Schlichtung – glänzend in der Tat in der Disziplin Volksverdummung, wie Ihnen Jon in seiner Replik vorgeworfen hat und D A kam natürlich wieder nichts von Ihnen. Komisch eigentlich, denn das ist doch ihre Paradedisziplin –Gegner informieren sich nicht, stellen falsche Zusammenhänge her, bauschen völlig normale Vorgänge (Kosten verschweigen) zu ungeheuerlichem auf usw usf - kennen wir ja hinlänglichst. __________________________________________________________ Noch etwas zu einem Zitat aus ihrem Beitrag : „Was dann auch erklärt, warum ein Lobbyist der Güterzugprivatbahnen dagegen argumentiert, und wider besseren Wissens behaupt, es sei keinerlei Nutzen für den Güterverkehr gegeben“ Warum wider besseres Wissens? Eine bestehende Strecke mit großen Handicap wird durch eine neue mit noch größeren Handicap ersetzt, worin bitte besteht der Anreiz NICHT weiterhin nach Alternativen (Ausweichstrecke über Würzburg)zu suchen? Schließlich wird der Mann nicht quersubventioniert, sondern muss Geld verdienen. __________________________________________________________ Was Ihnen Jon vorgeworfen hat, ist jonglieren mit Argumenten. Erst ist die NBS nur MIT Güterverkehr wirtschaftlich, dann kommen die leichten Güterzüge, dann heißt es auch heute schon sind die Güterzüge gemischt (also „leicht“) , dann kommt der „ortsunabhängige Nutzen“ alle Argumente natürlich beliebig vertauschbar. Nur – was ändert die NBS für den Güterverkehr am Status quo?
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