Stuttgart-21-Gegner "Von uns wirft niemand Flaschen"
Mathias Bury, Susanne Janssen und Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 15.06.2010 11:32 Uhr
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Jeden Montag demonstrieren einige Tausend Gegner von Stuttgart 21 am Hauptbahnhof – ein Beispiel für den friedlichen Widerstand gegen das Projekt. Foto: Weise
Jeden Montag demonstrieren einige Tausend Gegner von Stuttgart 21 am Hauptbahnhof – ein Beispiel für den friedlichen Widerstand gegen das Projekt. Foto: Weise


Dass es aber auch im Umkreis des Stuttgart-21-Widerstands militante Aktivisten gibt, will Stocker nicht ausschließen. So geht die Polizei davon aus, dass die Beschädigung von 16 Ticketautomaten auf der S-Bahn-Linie 6 im April auf das Konto von Projektgegnern geht. Und in der Nacht auf Ostersonntag hatten Unbekannte die Firmenschilder der Crew AG zerstört, nachdem die Stuttgarter Agentur den Zuschlag für das S-21-Werbekonzept bekommen hatten. "Das war der gleiche Haufen, das ist die Handschrift der Autonomen", so Stocker.

Im Aktionsbündnis hat man sich Gedanken gemacht, wie mit Randalierern, die den Stuttgart-21-Protest ausnutzen, umzugehen ist. Man habe in dieser Frage auch regelmäßige Kontakte zur Polizei und zum Ordnungsamt. "Dass solche Gruppen bei Demonstrationen mitlaufen, kann man nicht verhindern", sagt Stocker. Anders sei dies auf dem Kundgebungsplatz, wo der Veranstalter Hausrecht habe. "Vor dem Platz muss man die Leute aus dem Zug nehmen." Bei dem Protest am Samstag gegen Sozialabbau hatten die Autonomen eine bekannte Taktik angewandt und sich im Schutz anderer Kundgebungsteilnehmer der Bühne genähert, um dann ihre Attacke gegen Schmiedel zu starten.

Der Widerstand gegen das Milliardenprojekt sei gewaltfrei


Auch Werner Wölfle, der Chef der Grünen-Ratsfraktion, setzt auf gewaltfreie Aktionen. Der Protest gegen das Milliardenvorhaben sei gerade deshalb so erfolgreich, weil er von einer breiten Schicht der Bürgerschaft getragen werde und friedlich sei. Es sei aber kaum zu vermeiden, "dass Leute, die Lust an der Gewalt haben, die bestehende Unruhe nutzen, um ihr Unwesen zu treiben". Man werde "gewalttätige Trittbrettfahrer" nicht dulden. Wölfle: "Wir lassen die im Regen stehen, damit die Polizei ihre Arbeit tun kann." Dem Grünen-Fraktionschef ist bewusst, dass dies eine schwierige Aufgabe wird, wenn die Bahn beginnt, Bäume im Schlossgarten zu fällen: "Das ist objektiv heikel. Wenn Stuttgart 21 von Demonstrationstouristen entdeckt wird, kriegen wir ein massives Problem." Am Samstag war ein Teil der Randalierer von auswärts angereist.

"Ein paar Verrückte gibt es immer", sagt der Schauspieler Walter Sittler, der in diesen Tagen in Hamburg für einen ZDF-Krimi vor der Kamera steht. "Unser Protest gegen Stuttgart 21 ist gewaltfrei. Wir kämpfen gegen falsche Entscheidungen, nicht gegen Personen."

"Eier und Flaschen sind keine Argumente", meint auch der Kabarettist und Stuttgart-21-Gegner Peter Grohmann. Der Widerstand gegen das Milliardenprojekt sei gewaltfrei. "Und das muss auch so bleiben", sagt Grohmann. Der friedliche, aber fantasievolle Protest biete eine Fülle von Möglichkeiten. "Das kann auch eine beeinträchtigende Blockade sein", meint der Kabarettist. "Wurfgeschosse oder Gewaltakte gegen Personen sind durch nichts zu rechtfertigen." Gerhard Pfeifer, einer der Koordinatoren des Protests gegen Stuttgart 21, drückt es noch deutlicher aus: "Wir lassen uns wegen ein paar durchgeknallten Autonomen nicht vom Widerstand abhalten. Von uns wirft niemand Flaschen oder Eier auf Personen." Für den Bund-Regionalgeschäftsführer zeigen die friedlichen Montagsdemonstrationen das wahre Antlitz der S-21-Gegner. Das bedeute aber leider nicht, dass keine ungebetenen Besucher kämen: "Auch der VfB schafft es nicht immer, alle, die Randale wollen, zurückzuhalten."
Kommentare (100)
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JUN
24
Stuttgarter, 17:58 Uhr

Wer ist fakten?

Ich lese den schon seit längerer zeit nicht mehr, weil es mich sehr ermüdet. Die sich ständig wiederholenden Hetzparolen langweilen mich. Wer hat schon so viel Zeit, sich das anzutun?

JUN
24
Nachbar, 17:54 Uhr

fakten wills doppelt und dreifach

fakten schrieb ganz unschuldig: "Nur zur Info: Dass mein Beitrag dreimal gebracht wurde, dafür kann ich nichts. Ich wundere mich auch, dass dies geschehen ist, habe aber nichts dagegen." Komm schon, Kumpel. Du postest doch jeden dritten Beitrag von Dir mindestens doppelt. Mal direkt nacheinander, mal im Abstand von einer Woche unter verschiedenen Artikeln. Schon seltsam, dass nur DEINE Kommentare ständig doppelt und dreifach erscheinen.

JUN
22
Stuttgarter Bürger, 23:50 Uhr

Wer hat wen hintergangen?

"Experte": "bitte bedenken Sie immer eines: Herr Palmer hat sie , (Sie) eventuell hintergangen." Stuttgarter Bürger: Bitte bedenken Sie immer eines: Herr Schuster hat Sie - nicht eventuell - hintergangen.

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