Stuttgart 21 Genehmigung für A-8-Zufahrt

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Weil die Lastwagen direkt von der A 8 zum Portal des Fildertunnels fahren sollen, will die Bahn eine eigene Autobahnausfahrt. Doch dafür muss der Planfeststellungsbeschluss geändert werden. Darauf pocht das Regierungspräsidium.

Im Innern des Fildertunnels: die Wände werden mit Betonschalen ausgekleidet. Die Lkw sollen direkt von der A 8 zum Tunnelmund fahren –   das will zumindest die Bahn. Der Fildertunnel ist nur eine der aktuellen Stuttgart-21-Baustellen, weitere zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Kai Müller 28 Bilder
Im Innern des Fildertunnels: die Wände werden mit Betonschalen ausgekleidet. Die Lkw sollen direkt von der A 8 zum Tunnelmund fahren – das will zumindest die Bahn. Der Fildertunnel ist nur eine der aktuellen Stuttgart-21-Baustellen, weitere zeigen wir in der Fotostrecke.Foto: Kai Müller

Stuttgart - Für die Bahn gibt es unerwartete Hürden auf dem Weg zu einer eigenen Baustellenzufahrt von der A 8 zum Portal des Fildertunnels. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung muss dafür der bestehende Planfeststellungsbeschluss geändert werden. Diese Änderung muss die Bahn beim Regierungspräsidium Stuttgart beantragen, das dann „unter Einbeziehung des Eisenbahn-Bundesamts die notwendigen Entscheidungen treffen wird“, bestätigte Nadine Hilber, die Sprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Das S-21-Kommunikationsbüro konnte dies am Montag nicht bestätigen, da der Projektleiter im Urlaub sei. Die Bahn pochte früheren Aussagen zufolge aber auf eine rasche Entscheidung und hoffte, bereits im Oktober eine Genehmigung zu erhalten. Die Bauzeit für die Straße würde sechs bis acht Wochen dauern. Für das Regierungspräsidium geht es mittlerweile aber nur noch um eine Zufahrt von der A 8 auf die Baustelle. Das Ausfädeln der Lastwagen soll auf Höhe der Abbiegespuren zum Echterdinger Ei erfolgen. Eine Auffahrt auf die A 8 wird es aus Sicherheitsgründen nicht geben. Das heißt: die Lastwagen, die die Betonfertigteile für den Tunnel liefern, müssen über das Gewerbegebiet Fasanenhof und die B 27 zurück auf die A 8 fahren.

Bevor das Planänderungsverfahren in Gang gesetzt werde, müssten aber „alle erforderlichen Unterlagen und die Zustimmungen betroffener Eigentümer und Träger öffentlicher Belange vorliegen“, betonte Hilber. Zumindest eine weitere Hürde ist inzwischen aus dem Weg geräumt. In dem Gebiet, das die Baustraße durchschneidet, sind die geschützten Zauneidechsen gesichtet worden. Damit die Straße gebaut werden darf, müssen die Tiere eingesammelt und an anderer Stelle ausgesetzt werden. Dafür hat die Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium bereits eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt. „Wir unterstützen im Rahmen unserer Möglichkeiten und Zuständigkeiten die Bahn bei Planung und Umsetzung der Baustraßen-Ausfahrt“, sagte Hilber.

Um die Zufahrt gibt es seit Anfang Juli Diskussionen. Im Vorfeld des offiziellen Anstichs des Fildertunnels, der knapp zehn Kilometer vom Fasanenhof in die Innenstadt führt und den neuen Tiefbahnhof mit der Filderebene verbindet, hatte die Bahn mehrfach eine eigene Anschlussstelle von der A 8 zum Tunnelportal gefordert. Damit sollte der Transport der in der Oberpfalz vorgefertigten Betonringe erleichtert werden. Die sogenannten Tübbinge kommen mit dem Zug nach Altbach. Von dort werden die insgesamt mehr als 50 000 benötigten Schalen per Lastwagen über die B 10 und die A 8 zum Tunnelmund gefahren.

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113 KommentareKommentar schreiben

immer wieder erheiternd : wie viele auf einen Artikel "anspringen" und in welche Richtung sich das ganze Palaver jedes Mal und seid langem entwickelt. Vielleicht würde jemand mal einen S21 - Gelaber Band veröffentlichen - das könnte zur allgemeinen Belustigung beitragen- Der Erlös könnte den KostenDeckel dämpfen. <&-))

@M. Hitter - "...ja, wo rollen sie denn?": verstehe ich das richtig? Das Gefälle der Gleise reicht in keinem Falle aus, um Züge rollen zu lassen, aber wenn sie es doch täten, dann in die richtige Richtung? Hört sich für mich exakt wie die doppelte Sicherheitsmaßnahme auf den neuen Bahnsteigen an. Übrigens eins Luxus der sich im gesamten hügeligen Stadtgebiet Stuttgarts nicht nochmals findet... _______________________________ Wie stehen Sie denn zu der These mancher Gegner, die schon behauptet hatten, dass es viel gefährlicher sei, ein unmerkliches Gefälle zu haben, als ein deutlich erkennbares?

Markus Hitter, 00:52 Uhr: ich habe dies in der diskussion extra nicht erwähnt, da ich keine belege habe. sie behaupten es steif und fest. haben sie belege? außerdem ging es nicht um die gleise, sondern um die bahnsteige. haben die ein längs- oder noch spannender ein quergefälle?

Liebe Frau Theissen,: ja, der Kopfbahnhof hat Gefälle. Allerdings nicht 1-2 Prozent, sondern 1-2 Promille, also ein Zehntel davon. Auch nicht wegen des Regens, denn der fällt ohnehin durchs Schotterbett, sondern damit ein Zug im Fall des Falles sicher nicht auf das Gleisvorfeld hinaus, sondern eher in den Prellbock hinein rollt. Allerdings reicht das eine Promille im Gegensatz zu den 15 Promille des teuren Tiefbahnhofs kaum aus, dass sich ein ungebremster Zug überhaupt in Bewegung setzt.

Rudolf Bacher, 13:03 Uhr: die bahnsteige des kopfbahnhofs sind schräg. ich habe mal irgendwo gelesen 1% in längs- und 2% in querrichtung. gefälle zu den gleisen. da ich aber keinen link habe und es auch nicht genau weiß ließ ich das bei dieser "diskussion" weg. aber jede parkplatzfläche eines discounters oder getränkemarktes hat 2% gefälle. nicht nur im freien. selbst in tiefgaragen. um im winter schne der von den autos fällt und schmilzt wegzubringen. was ich an dieser leidigen sache noch nie verstand. wir leben in stuttgart. die alexanderstraße. wie kommen menschen mit rollatoren oder kinderwagen dort zurecht? die alte weinsteige die ist so steil, da kann nicht mal die stadtbahn fahren. da musste man eine zahnradbahn bauen. wie können dort menschen leben? wir wohnen hier nicht an der nordsee wo die steilste und höchste erhebung der deich ist. ich verstehe dies einfach nicht.

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