Berlin - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, glaubt trotz des Regierungswechsels in Baden-Württemberg fest an die Realisierung des umstrittenen Bahnprojekts "Stuttgart 21" und droht dem Land anderenfalls mit Regress in Milliarden-Höhe. Der "Bild am Sonntag" sagte Grube: "Stuttgart 21 kommt mit 100-prozentiger Sicherheit."
Zur Begründung sagte der Bahn-Chef: "Wir haben mit dem Land Baden-Württemberg wasserdichte Verträge. Und wenn dort jemand meint, dass er aus dem Projekt aussteigen möchte, soll er das allen Partnern sagen, übrigens auch wohin wir die Rechnung schicken sollen. Unsere Forderungen würden sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen. Bei einem Ausstieg müssen wir uns dieses Geld wiederholen. Als Vorstandsvorsitzender einer Aktiengesellschaft bin ich schlichtweg dazu verpflichtet."
Grube: "Das kann niemand wollen"
Grube fügte hinzu: "Was wäre denn die Alternative? Der Weiterbetrieb eines völlig veralteten Bahnhofs mit einer Technologie, in die seit mehr als zehn Jahren wegen des Neubauprojekts nur das Nötigste investiert worden ist? Das kann niemand wollen."
Dem geplanten Stresstest für die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts sieht Grube gelassen entgegen: "Wenn wir uns nicht sicher wären, dass der Bahnhof den Test besteht, hätten wir uns auf das Thema nicht eingelassen. Wir stehen weiterhin voll zu Stuttgart 21." Der Bahn-Chef versprach, eventuelle Defizite beheben zu wollen. "Der Stresstest wird die Leistungsfähigkeit des tiefer gelegten Bahnhofs nachweisen. Sollten entgegen unseren Erwartungen Defizite beim Stresstest auftreten, werden wir die nötigen Veränderungen vornehmen."


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Das ist aber nicht korrekt!
Carlo schrieb am 10.04.11: @TRG Wenn Ihre Absichten so unseriös wie die Verträge von S21 wären... doch dann kam´s nicht... Na ja, lassen wir das... Aber ich muss mich natürlich weiterhin fragen, ob sich Herr Grube als einen absolutistischen Monarchen empfindet, der sich auf Kosten seiner Untertanen die Taschen füllen kann, weil kein Gesetz seine Untertanen schützt - oder - ob die „Bahn“ - und vor allem auch der Stuttgarter Bahnhof, der Park, die ganze Innenstadt - öffentliche Güter sind, über welche auch ein Herr Grube nicht - per Drohung und Einschüchterung - gegen den Willen einer Mehrheit - wie sich durch die Wahlen zeigte - verfügen kann. Wäre die Bevölkerung - und zwar die von S21 hauptsächlich betroffenen Stuttgarterinnen und Stuttgarter - vooor(!) allen Vertragsabschlüssen vernünftig aufgeklärt und befragt worden, dann würden überhaupt keine Kosten entstanden sein bzw. entstehen. Für die Kosten sind meiner Ansicht nach einzig und allein die Damen und Herren verantwortlich, die mit ihrer Politik „der hinterlistigen Taktik“ die Bürgerinnen und Bürger "hinters Licht geführt" haben! Langsam aber sicher habe ich die Nase gestrichen voll, von dieser kleinen handvoll Mitmenschen, die mit Allgemeingut "umspringen" können, ohne Verantwortung für die Folgen übernehmen zu müssen........
Nein, Herr Grube,
von mir bekommen Sie weder Zustimmung noch Geld. Kurz genug, unkritisch genug? Herr Grube, so lange die Stuttgarter Zeitung zu Ihnen halten muss..... Okay, ich sag nix mehr.
Ausstiegskosten
@su, die Bahn gibt das inzwischen sogar zu. Auf der Seite direktzustuttgart21.de antwortet Herr Kefer auf eine Frage nach den Projekt-/Ausstiegskosten: ___________________________________________________________ "Finanzen: Kosten, Nutzen, Bedarf Re: Kosten Stand 31.3.2011 - werden die Kosten jetzt steigen? Sehr geehrter Herr Meinert, die im Rahmen der Schlichtung genannten Kosten in Höhe von rund 1,5 Mrd. Euro beziehen sich auf einen Projektabbruch. Sie entstehen einerseits durch Planungen, andererseits aber auch durch Verpflichtungen, die die Bahn im Verlauf der Planung und Bauvorbereitungen eingegangen ist. In der Schlichtung vom 26. November 2010 habe ich die Kosten für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke ausführlich dargestellt. So belaufen sich die Planungskosten für Stuttgart 21 auf rund 260 Mio. Euro, für die ICE-Strecke Wendlingen-Ulm sind es weitere 170 Mio. Euro. Dieses Geld ist bereits ausgegeben. Hinzu kommen mehr als 240 Mio. Euro, für die wir schon Aufträge vergeben haben. Bei einem Projektabbruch wären weitere rund 740 Mio. Euro für die Rückabwicklung der Grundstücksverkäufe an die Stadt Stuttgart und rund 115 Mio. Euro an den Flughafen Stuttgart zu zahlen. Auf die mit 4,088 Mrd. Euro bezifferten Gesamtprojektkosten für Stuttgart 21 und den 2,89 Mrd. Euro für die Neubaustrecke hat diese Kostenaufstellung keine verändernden Auswirkungen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Volker Kefer - Vorstand Technik, Systemverbund, Dienstleistungen und Infrastruktur der DB" ___________________________________________________________ Die Rückabwicklung des Grundstücksgeschäfts und des Flughafenzuschusses kann man gar nicht rechnen, das ist ein Nullsummenspiel, das wissen wir. Und von den "bereits vergebenen Aufträgen" kann man auch einiges abziehen, da ja bei einem Projektabbruch nur der entgangene Gewinn ersetzt wird. Sind wir mal großzügig und rechnen die Hälfte, bleiben also 120 Mio€. Zusammen mit den Planungskosten sind das dann 380 Mio€!!!! Das sind dann die realen Ausstiegskosten, die bei der Bahn oder den Projektpartnern hängen bleiben werden. (Die Kosten für die Neubaustrecke rechne ich hier nicht, denn die sind getrennt zu betrachten). ___________________________________________________________ Noch vor zwei Wochen hat sich dies alles völlig anders angehört. Der Hauptleidtragende wird Herr Grube sein, denn die Ergebnisse der Bahn werden sich verschlechtern und u.U. sind seine Boni weg. http://www.direktzu.de/stuttgart21/messages/31895?filter[]=answered&order=date&sorting=desc