Stuttgart  21 Grünen-Schelte bei der 250. Montagsdemo

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Bei der 250. Montagsdemonstration gegen Stuttgart 21 setzen Redner weiter auf das Scheitern des Projekts – und üben zum Teil heftige Kritik an den Grünen.

Die Stuttgart-21-Gegner sind stolz auf ihr Durchhaltevermögen – und weiterhin überzeugt, dass der Bahnhof nicht wie geplant umgebaut werden könne. Foto: www.7aktuell.de | Florian Gerlach 26 Bilder
Die Stuttgart-21-Gegner sind stolz auf ihr Durchhaltevermögen – und weiterhin überzeugt, dass der Bahnhof nicht wie geplant umgebaut werden könne.Foto: www.7aktuell.de | Florian Gerlach

Stuttgart - Der Ton zwischen überzeugten Stuttgart-21-Gegnern und ihren einstigen Weggefährten von den Grünen wird schärfer. Redner bei der 250. Montagsdemo gegen den milliardenschweren Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs fanden zum Teil deutliche Worte gegen die Partei und einzelne Grünen-Politiker. Der mittlerweile in Berlin lebende Theaterregisseur Volker Lösch etwa, Urgestein der Proteste gegen das Projekt, nannte den Stuttgarter OB Fritz Kuhn einen „kritiklosen Investorenpaten“, einen „Verdrängungskünstler“, „Umfaller“ und „Wendehals“. Eine klare Kante, die den 7000 Besuchern der Jubiläumsdemo (Zählweise der Parkschützer, die Polizei kam auf 3700 Demonstranten) bei eisigen Temperaturen einheizte. Selbstkritisch räumte Lösch auch Fehler der Bewegung ein: „Einer der größten war das Mitwirken bei einer schon vorher als Betrug feststehenden, manipulierten Volksabstimmung.“

Stadtrat Hannes Rockenbauch (SÖS Linke Plus), sagte mit Blick auf die juristischen Versuche der Stadt, die Demo in die Lautenschlagerstraße zu verbannen: „Wenn einem das Konsumverhalten der Bevölkerung mehr wert ist, als die Versammlungsfreiheit ist es schlecht bestellt um die Demokratie in der Stadt.“ Zweimal habe er erfolglos versucht, OB Kuhn von juristischen Schritten abzuhalten. Der Schauspieler Walter Sittler bemängelte, dass sich eine Mehrheit der gewählten Volksvertreter weigere, das Wissen und das Können der Protestbewegung für die tägliche Politik zu nutzen. „Eine wann auch immer getroffene Entscheidung, die sich als falsch herausstellt, kann nicht mit noch so viel Geld in eine richtige umgemodelt werden.“ Egon Hopfenzitz, bis 1994 Bahnhofsvorsteher in Stuttgart, skizzierte die Belastungen, die der Bau aus seiner Sicht mit sich bringt. Diese schienen aber niemanden zu stören – auch „nicht die Stadt, die von einem grünen OB geführt wird“.

Den Auftakt zu dem Tag, an dem die S-21-Gegner sich und ihr Durchhaltevermögen feierten, bildete eine Veranstaltung im Bahnhofsturm. Während sich unten Bagger ins Erdreich des Mittleren Schlossgartens und in den Bereich der ehemaligen Bahnsteighalle gruben, erklärten oben im neunten Stock mehrere namhafte S-21-Kritiker der Initiative „Bürgerbahn statt Börsenbahn“, warum aus ihrer Sicht der erkennbare Baufortschritt noch lange nicht die Unumkehrbarkeit des umstrittenen Bahnprojekts bedeutet. Laut Deutscher Bahn waren bis Montag für Stuttgart 21 insgesamt 1672 Meter Tunnelröhren gebaut – benötigt werden 59 090 Meter.

Heiner Monheim fordert einen „Masterplan Schiene“

„Wir haben noch lange Zeit, das Projekt zu beenden“, sagte Heiner Monheim, emeritierter Geografie-Professor, der sich in der Initiative „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ engagiert. Zu seinem Bedauern erscheine Stuttgart 21 in der öffentlichen Meinung zu oft als ein auf die baden-württembergische Landeshauptstadt begrenztes Problem – und die Bautätigkeit suggeriere die Unumkehrbarkeit des Vorhabens. Monheim beklagte, dass es bislang nicht gelungen sei, über die Landesgrenzen hinaus für den Widerstand gegen S 21 zu sensibilisieren. „Hier wird viel Geld verbaut, das anderswo im Netz besser investiert wäre.“ Das müsse doch auch Verkehrsminister in anderen Bundesländern interessieren, da Projekte in ihrem Zuständigkeitsbereich Stuttgart 21 zum Opfer fielen. Monheim forderte deswegen einen „Masterplan Schiene“, in dem alle Vorhaben gegeneinander abgewogen werden.

Es sei grotesk, dass „am einen Ende gebaut wird, ohne zu wissen, wo man am anderen Ende rauskommt“, sagte Monheim und verwies auf den Abschnitt auf den Fildern, in dem die Bahn bislang kein Baurecht besitzt. Dort sieht Christoph Engelhardt, Begründer der Internetplattform „Wikireal“ das Land in der Pflicht. Er appellierte an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für die versprochene Transparenz zu sorgen. Engelhardt zeigte sich mehr als unzufrieden mit der Anfang Oktober beendeten Erörterung der Pläne für den Abschnitt rund um den Flughafen. „Vieles ist dort nicht besprochen worden“, moniert Engelhardt. Insbesondere der Frage der Leistungsfähigkeit sei zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden. Im März solle es nach seinen Informationen eine Fortsetzung der Erörterung geben. Allerdings sollen dann „nur“ Fragen der Leistungsfähigkeit des Filderabschnitts sowie des Lärmschutzes diskutiert werden. „Wichtig wäre aber, nochmals die Leistungsfähigkeit des Gesamtprojekts zu beleuchten“, sagt Engelhardt.

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Nach vier grünen Jahren: StZ: Triumph der CDU-Schairer - Stuttgart bleibt Stau-Hauptstadt http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.luftverschmutzung-in-stuttgart-blauer-feinstaub-brief-aus-bruessel.1e264aac-69d6-4e92-9fd8-d9f9157a5180.html "... Seit 2005 gilt das Neckartor wegen der hohen Feinstaubwerte als schmutzigste Kreuzung Deutschlands. Die EU fordert nun mehr Einsatz gegen die dicke Luft. Und was liegt neben dem Nekcartor: eine S21 Einöde, welche einstmals ein Park, die grüne Lunge Stuttgarts war!

und was hat das eine mit dem anderen zu tun?: richtig, nichts.

F. Rohberger: So ganz verstanden haben Sie Feinstaub-Problematik nicht, gelle? Im Winter werden die Höchstwerte erzielt. Übrigens zu fast 75% von Gebäuden und Industrie. Im Winter haben Bäume so gut wie keine Filterfunktion, da die allermeisten keine Blätter tragen. Sprich: im Winter hat die Lunge Pause.

Joerg Krauß: Herr Krauß, lässt der VfB verkünden, dass nicht 40.000 Zuschauer sondern 70.000 gekommen seien? Nein? Warum machen das dann die Gegner? DAS ist doch die Frage. ________ Vielleicht sollten Sie Ihre Fragen an die Veranstalter der Demos richten. ________ Zu Ihrer Metapher: die Zuschauer gehen ins Stadion, weil sie einen Verein unterstützen wollen, weil sie auf ein schönes Spiel hoffen, weil sie sportbegeistert sind……. Was bitte hat das mit Wutbürgern zu tun, die sich nicht an demokratische Grundsätze halten, die weder parlamentarische Beschlüsse, noch Gerichtsurteile, noch den Willen des Volkes respektieren? Insofern ist das Wort „Metapher“ falsch am Platze.___________ Auch Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende.

Wer glaubt den noch der Stuttgarter Polizei?: Die vor Gericht im Wasserwerferprozeß abgesprochene Gruppenzeugenaussage macht: "Wir haben nichts gesehen und wissen von nichts!" jeder der am 30.09. vor Ort war, weiß das das völlig unmöglich ist. Die Polizei hat sich hier vor Prozeßbeginn einfach zu einer Gruppenlüge entschlossen, was wirklich ein Skandal ist und die Glaubwürdigkeit dieses immernoch CDU-gesteuerten Vereins sehr in Frage stellt! Als ein paar Hanseln auf dem Stuttgarter Marktplatz bei den Proler21-Demos herumstanden (höchstens gezählte 500) sprach die Polizei im Gegenzug von 5000 Demonstranten...Eine Schande für die Demokratie!

Jon Maier: Ein Anflug von Ehrlichkeit bei Ihnen? „Es war sicher locker das Doppelte von den üblichen 2000“, aha. Das wären also 4000. Und die Polizei hat 3700 festgestellt, also stimmt die Zahl der Polizei. Sie können mir sicherlich erklären, weshalb dann die „Veranstalter“ von 7000 faselten und Rockenbauch mit altem Verhaltensmuster den Stocker-Faktor bediente und 10.000 zum Besten gab. Da ist Ihr lol wirklich angebracht, das haben Sie gut erkannt. ________________ Wie die Gegner auch mit Bildern manipulieren, nicht nur mit der Angabe von Zahlen, zeigen folgende Fotos. Es handelt sich um die Demo am 18.8.2014. Die Protestler sind angehalten, sich auf dem ganzen Platz aufzuhalten, auch wenn riesige Lücken entstehen. Das Foto wird dann von unten schräg nach oben geschossen und voilà, man täuscht einen vollen Marktplatz vor. Link: https://twitter.com/Gelbkopfamazone/status/501403139585900545/photo/1 Schiesst man das Foto von oben, sieht man, dass es wenige Hundert waren. Link: https://twitter.com/LoB_sww/status/501405878126673920/photo/1 Daher ist auch Ihre Angabe, es seien üblicherweise 2000 Protestler, falsch. Es sind meist höchstens 500, öfter auch weniger. ______________ Nehmen wir zu Ihren Gunsten an, es seien 5000 gewesen, Du liebe Zeit. Auch für Sie die Rechenaufgabe: wieviele Promille sind 5000 von 10 Millionen Baden-Württembergern? Irgendwie scheint niemand von Ihren Mitstreitern in der Lage, diese Aufgabe zu lösen. ____________ Und das ist für Sie ein „feines Ergebnis“? Werbung allerorten und dann kommen noch nicht mal vier Tausend? (Wieviele Passanten sind zur gleichen Zeit am Arnulf-Klett-Platz gewesen und wollten zum Bahnhof hin oder vom Bahnhof weg?) ______________ Und das zur 250. Demo! DAS Großereignis! ____________ Sollten Sie tatsächlich darüber beglückt sein, möchte ich Sie meinerseits auf‘s Herzlichste beglückwünschen.

Wenn ich ihre Zeilen so lese,...: ...kommt mir immer die Einsicht, muss ein berechtigter Einspruch gegen ein solch "ausgehobenes" Projekt immer mit zehntausenden von Teilnehmern auf den Demos glänzen? Ist es für die Idee dessen, warum demonstriert wird wichtig, wie viele Menschen vor Ort sind? Oder sind es dann doch die Inhalte einer Diskussion, die vor Ort, aber auch im Geiste von überall her zu führen ist? Als gegenläufige Methaper wäre anzumerken, noch gehen 40.000 und mehr Menschen zu den Heimspielen des VfB, obwohl hier schon des jahrerlängeren "Tunnelfussball" auf dem Sockel von zig Millionen öffentlicher Steuergelder zelebriert wird. Wie darf ich das einordnen? Millionen fahren Bahn oder Auto, kommen zu spät oder stehen im Stau sind unzufrieden, geben in Stuttgart den Demonstranten eine Teilschuld und gehen ansonsten den Weg "des geringsten Widerstandes" nach dem Motto, "zahle und lasse dich beherrschen". Haben die VfB-Fans alle zuviel Geld, gibt es ein selbstverleugnerisches Suchtpotential hin zur eigenfinanzierten, leidenden Emotion? Oder fallen diese Menschen in ein unerträgliches, angsterfülltes Zeitloch am Samstagmittag, sollte der Gang ins Stadion einmal bewußt ausfallen oder aber gibt es die Angst vor der Idee, mal über die Dinge eine grundsätzlichere, analytischere Emotion zu stülpen? Schönes Wochenende.

CDU-Faktor: Da hat wieder der CDU-Faktor zugeschlagen. Es waren 7000 Demonstranten und die CDU faselt über die Polizei von 3700. Natürlich ist das eine reine Schutzbehauptung, denn sonst hätte man keine Rechtfertigung für die im Vorfeld losgetretene Behauptung gehabt, die Veranstaltung könnte auch in der Lautenschlagerstraße stattfinden - die CDU rechnete ja nur mit höchstens 2000. Und nun sind es 7000 geworden, so ein Pech aber auch. Klar, dass dann der CDU-Faktor herhalten muss.

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