Stuttgart 21 Grundwasser schützt das Mineralwasser

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Für den Bau des Tiefbahnhofes greift die Bahn in das Grundwasser ein. Ein aufwendiges System soll den Bahnhofstrog trocken halten.

Die Bahn möchte die Verhältnisse im Untergrund möglichst stabil halten. Foto: dpa
Die Bahn möchte die Verhältnisse im Untergrund möglichst stabil halten.Foto: dpa

Stuttgart - Beim geplanten Bau des 400 Meter langen und 100 Meter breiten Tiefbahnhofes greift die Bahn in das Grundwasser ein. Dies ist nicht nur von großer Bedeutung für die Vegetation im Bahnhofsumfeld: Die Stabilität des Grundwasserspiegels ist entscheidend für den Schutz der darunter liegenden Mineralquellen. Um die Verhältnisse im Untergrund möglichst stabil zu halten, wird der Bahnhofstrog in 25 Abschnitten Schritt für Schritt gebaut. Dadurch muss das Grundwasser nur im jeweiligen Baubereich gesenkt werden.

Das Wasser wird dann in der bereits bestehenden Grundwasserzentrale auf dem Areal des früheren Fernomnibusbahnhofs aufbereitet und gereinigt, bevor es über sogenannte Schluckbrunnen zurück ins Erdreich gepumpt wird. Teil dieses Grundwassermanagements sind 78 Schluckbrunnen, 20 sogenannte Steuerungspegel und 16 Grundwassermessstellen sowie ein 17 Kilometer langes Leitungsnetz. Die Rohre mit bis zu 30 Zentimeter Durchmesser werden auf Stelzen in 4,50 Meter Höhe geführt.

Schichten im Untergrund durchlässiger als gedacht

Grundsätzlich will die Bahn dieses Verfahren beibehalten, nach jüngsten Berechnungen sollen aber bis zu 6,8 Millionen Kubikmeter Wasser abgepumpt werden, nicht nur drei Millionen wie bisher genehmigt. Aus einem Schreiben der Stadt an das Eisenbahnbundesamt geht hervor, warum: Die bisherigen Berechnungen des Schienenkonzerns seien auf der Grundlage von insgesamt rund 400 Bohrungen in den Jahren 1991 bis 2001 nach einem "stationären Grundwassermodell" zustande gekommen. Diese Werte seien durch die Ergebnisse der fünften Erkundung im Jahr 2002 und durch die Bohrungen für die Schluckbrunnen im Jahr 2009 ergänzt worden. Dabei habe die Bahn festgestellt, dass der Untergrund im Umfeld der Baugrube durchlässiger sei als angenommen und dass die Wasser führenden Schichten in einigen Bereichen höher liegen. Diese Erkenntnisse seien nun in ein "instationäres Modell" eingearbeitet worden. In der Folge will die Bahn während der siebenjährigen Bauzeit nun sechs statt der bisher angesetzten 2,5 Millionen Kubikmeter Wasser zurückfließen lassen.

Ähnliches gilt für einen weiteren Planungsabschnitt von Stuttgart 21, die Verbindung nach Feuerbach und nach Bad Cannstatt. Hier beantragt die Bahn eine Erhöhung der Wassermenge von 1,8 auf 1,9 Millionen Kubikmeter. Umgekehrt verhält es sich beim Tunnelabschnitt nach Ober- und Untertürkheim: Hierfür hatte sich die Bahn das Abpumpen von bis zu 4,3 Millionen Kubikmeter Grundwasser genehmigen lassen. Diese Menge wird jetzt aber nur noch mit 3,7 Millionen Kubikmeter angegeben.

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20 KommentareKommentar schreiben

armselig: Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich in solchen Foren irgendwelche absolut fachfremde Möchtegernexperten zu Themen äußern, von denen sie eigentlich keine Ahnung haben und nur schön wiederholen, was sie auf der letzten Demo vom arbeitslosen Dauerprotestierer oder von irgendeinem Wutbürger beim letzten Stammtisch erfahren haben. Ich glaube ich sollte als gelernter Bauingenieur und Tunnelbauer auch mal einen Artikel über Kardiochirurgie veröffentlichen.... Armselig. Da vergeht Nelson sogar das obligatorische HA, HA.

Mineralwasser: 17:14 Uhr, geschrieben von Kai Mineralwasser - das ist doch die Vergangenheit - nur für alte Leute So ein Quatsch und zur Info für Kai - auch Sie werden älter.....

korrektes Berichten: 'Durchlässiger als gedacht' ist m. E. nur vorgeschoben. Bereits 2006 soll von 5,8 Mia Litern ausgegangen worden sein, was selbst den Umweltminister verwunderte. Da hätte man ohne Weiteres einen Antrag mit dieser Menge formulieren können, das wäre dann wohl aber teurer geworden, deshalb Prinzip Hoffnung und eine dieser vielen UNwahrheiten von S21. 'Jüngste Berechnungen' können es dann auch nicht sein, die DB ist wohl von den manipulierten Zahlen durch die Realität endgültig eingeholt worden (Man sollte einfach mal den Bodensee auspumpen, dann weiß man wirklich genau, wie viel Wasser er enthält). Jetzt geht es natürlich erst einmal zurück auf 0, dann heißt es Brille putzen zwecks besserer Durchsicht und einem neuen Antragsverfahren, und nicht so, dass bei einer Brücke die Züge zwar fahren können, aber nicht auch noch mit Fahrgästen.

Tiefstes bauwerk: Natürlich geht der Tiefbahnhof tiefer als z.B. die S-Bahn. Der Nesenbachabwasserkanal müßte wegen dem Tiefbahnhof unter selbigem hindurchgeführt werden- und das deutlich tiefer als alles bisher dagewesene. und das an einem der geologischm kritischten Punkte des Nesenbachtals. Und das über mindestens 8 Jahre von den Experten trotz duzender von Sitzungen und mit hunderten von Bohrungen absolut flasch asugelegte Grundwassermangement soll das verhindern. Beim bau der U-bahn gab es auch Mineralwasserprobleme. Wer nicht so gut Bescheid weis kann sich informieren unter: www.geologie21.de

Grundwasser schützt das Mineralwasser: Eine Handlung, die das Risiko einschließt, dass sie, wenn sie sich als falsch heraus stellen sollte, zu irreversiblen Folgen führt, ist nicht verantwortbar, wenn nicht bei Fehlern Neuanfänge oder die Rückkehr zum ursprünglichen Status möglich sind! Dies ist ein Prinzip der Überlebensfähigkeit. Beim Bau von S-21 würde hiergegen gleich in zwei Bereichen verstoßen nämlich, bei diesem sogen. Grundwassermamagment und bei den geplanten Tunnelbauten durch anhydritführenden Untergrund. Haben wir nicht die aufgetretenen Probleme in Staufen, beim Engelbergtunnel oder mit dem Kölner Stadtarchiv als Warnungen ernst zu nehmen? Und erweisen sich nicht die bisherigen Planungen und Angaben der Bahn zu diesem Projekt, ein ums andere Mal als fehlerhaft? Wer angesichts dessen noch immer, aus welchem Interesse auch immer, für die Fortführung des Projektes S-21 eintritt, handelt in höchstem Maße verantwortungslos!

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