Stuttgart-21-Grundwasser Stadt will strenge Überwachung

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Im Streit um die Kontrolle des S-21-Grundwassers bezieht Umweltbürgermeister Peter Pätzold eine klare Position: Er fordert vom Eisenbahn-Bundesamt eine rasche Entscheidung und kritisiert die Bahn scharf.

Erneut in der Debatte: die blauen Rohre des S-21-Grundwassermanagements, hier vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof. Foto: Nordrundschau
Erneut in der Debatte: die blauen Rohre des S-21-Grundwassermanagements, hier vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof.Foto: Nordrundschau

Stuttgart - Mit einer umfangreichen Presseerklärung hat die Stadt auf den StZ-Bericht zum Streit zwischen Bahn und Eisenbahn-Bundesamt (Eba) über die Kontrolle des S-21-Grundwassers reagiert. In der Mitteilung schlägt der neue Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) einen schärferen Ton an, als dies sein Vorgänger Matthias Hahn (SPD) tat. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum sich die Bahn sträubt, eine fachlich begründete Vorgabe umzusetzen, die gleichzeitig dazu dient, öffentlich bekannte Fragen beim Infiltrationswasser zu beseitigen“, sagt er.

Aber auch das Eba wird von Pätzold kritisiert. „Die Stadt ist in engem Kontakt mit dem Eisenbahn-Bundesamt und erwartet, dass das Eba den Widerspruch der Bahn schnellstmöglich zurückweist.“ Wie in der Stuttgarter Zeitung exklusiv berichtet, hatte das Eba Ende Mai angeordnet, dass das aus den S-21-Baugruben abgepumpte und nach einer Reinigungsprozedur wieder in den Untergrund eingeleitete Wasser intensiver untersucht werden soll als in der Baugenehmigung vorgesehen. Dagegen hatte die Bahn Widerspruch eingelegt, über den noch nicht entschieden ist.

Fragen der StZ nach den Gründen für den Widerspruch beantwortete die S-21-Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm (PSU) in den vergangenen Tagen nicht, weil man sich dazu „öffentlich nicht äußern“ wolle. Am Montagabend verschickte die PSU dann eine Pressemitteilung. Mit Verweis auf die bisherigen Messungen, nach denen es keine Überschreitungen der Grenzwerte gegeben habe, heißt es darin: „Da somit kein Anlass für eine Verschärfung der Überwachung des Grundwassermanagements besteht, hält die Bahn eine Ausweitung der bereits umfänglichen Kontrollen nicht für gerechtfertigt. Deshalb hat die Bauherrin gegen einen entsprechenden Bescheid des Eisenbahn-Bundesamts Widerspruch eingelegt.“

Pätzold hingegen bekräftigt die Forderung des städtischen Amts für Umweltschutz, „die Bahn möge das an den Infiltrationsbrunnen eingeleitete Grundwasser wieder gezielt hinsichtlich der Konzentration an abfiltrierbaren Festpartikeln untersuchen lassen“. Die S-21-kritische Gruppe Ingenieure 22 vermutet, dass die blauen Stahlrohre des S-21-Grundwassermanagements innen rosten und das mit Rost belastete Wasser in den Infiltrationsbrunnen in die Grundwasserschicht geleitet wird. Dem widerspricht die Bahn vehement. „Die Qualität des Grundwassers ist nicht gefährdet“, heißt es in der Erklärung vom Montagabend. Es werde ein „strenges Monitoring“ durchgeführt, zusätzlich seien auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamts im Jahr 2014 mehrfach zusätzliche Analysen vorgenommen worden, „ohne dass Überschreitungen der planfestgestellten Einleitgrenzwerte festgestellt wurden“.

Ausdrücklich wird in der Erklärung auf Aussagen Pätzolds vom Nachmittag verwiesen, wonach „die bisherigen stichprobenartigen Untersuchungsbefunde aus allen in Betrieb befindlichen Infiltrationsbrunnen bislang unkritisch“ gewesen und die Einleitgrenzwerte „durchweg unterschritten“ worden seien. Der Grenzwert für abfiltrierbare Partikel liegt bei 20 Milligramm pro Liter, Rost gehört dazu.

Dennoch empfiehlt das Amt für Umweltschutz weiterhin, die gezielte und intensive Überwachung, das sogenannte Monitoring, das nach einigen Zwischenfällen bereits im Sommer 2014 für zwei Monate angeordnet worden war, fortzusetzen, um die „mittel- bis langfristige Einhaltung der Qualitätsanforderungen fachlich beurteilen zu können“. Das fordert auch Pätzold. Diesen Aussagen werden in der Erklärung der PSU am Abend aber nicht einmal erwähnt, dazu gibt es auch keine Stellungnahme.

Pätzold kritisiert zudem die Öffentlichkeitsarbeit der S-21-Projektgesellschaft. „Wenn die Bahn klar und deutlich über ihr Projekt kommuniziert, fördert das die Akzeptanz“, sagt er. Eine transparente Kommunikation sei gerade bei schwierigen Themen wie Wasser- und Lärmschutz entscheidend, um in einer dicht besiedelten Großstadt zu bauen. „Diese realistische Einschätzung sollte auch die Bahn haben“, sagt Pätzold und zielt damit wohl auf PSU-Geschäftsführer Manfred Leger, der am vergangenen Freitag bei der Durchschlagsfeier des Steinbühltunnels auf der Schwäbischen Alb gesagt hatte, die Arbeiten würden dort zügiger voranschreiten, „weil Bürger und Politik eine sehr realistische Einschätzung“ des Projekts hätten und es weniger Auflagen geben würde.

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46 Kommentare Kommentar schreiben

IDEE: Man könnte doch einfach nachschauen, ob die Rohre innen rosten oder nicht. Oder will die Bahn das auch nicht? So wie sie sich weigert, Probebohrungen bezüglich der Pfähle unter dem Bahnhofsturm durchzuühren? Oder dem Bundesrechnungshof endlich Informationen zur Baukosten-Berechnung zu liefern?

Nachschauen ob die Rohre rosten: Das wurd doch gemacht. Die auf dem ehemaligen ZOB gelagrten Rohre wurde seinerzeit inspiziert und die hatten eine Menge Rost. Den Rost hatten die bevor die eingebaut wurden. Nun vergrößert sich die Angriffsfläche für den Sauerstoff im Wasser. Die vorher geschätzte Rostbildung wird also bereits da überschritten. Die hohe Sauerstoffanreicherung des Grundwassers und der monatelange Strömungsstillstand kommen oben drauf.

Stadt will strnge Überwachung: Herr PSU Geschäftsführer Manfred Leger, sollte die Bahn nächstens nicht besser in Russland bauen ? gibt es dort nicht noch weniger Auflagen, weniger Umweltschutz ? Und ich glaube nach lässtiger Transparenz bei Projekten wird dort auch nicht nachgefragt.

Der WKD kommt auch unangemeldet: In der Gastronomie kommt der WKD und prüft die Einhaltung von Vorschschriften.Der meldet sich nicht vorher an. Die Polizei/Zoll kontrolliert unangekündigt Baustellen. Und beim Grundwasser für S21? Nichts. Von einem Umweltbürgermeister erwarte ich, dass er auch unangekündigt eine Baustelle kontrollieren lassen kann. Zumal er als Warum überhaupt das ganze Geschreibe dazu. Auf geht´s Herr Pätzhold, schicken Sie ihre Mitarbeiter zum Kontrollieren hin. Am Besten, Sie gehen mal mit. Und in 1 Woche können Sie die Ergebnisse präsentieren. Dann kann die Stuttgarter Zeitung darüber berichten.

Der WKD kommt auch unangemeldet: In der Gastronomie kommt der WKD und prüft die Einhaltung von Vorschschriften.--: Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 wurde der Wirtschaftskontrolldienst im Rahmen einer Verwaltungsreform aufgelöst, somit gibt es den WKD in der Form gar nicht mehr Herr Ruehle

trotzdem gibt es jemand der kontrolliert: in der Gastronomie, und zwar unangemeldet. Ob der Name WKD oder anders ist spielt doch keine Rolle, es ging darum warum das Wasser nicht unangemeldet kontrolliert wird. Haben Sie dazu auch was beizutragen?

Herr Pätzold: Mehrere Mineralquellen sind bereits durch das hochgradige Umweltgift Eisenoxid (= Rost) dauerhaft verseucht. Das ist schon voll in den Brunnen gefallen. Mit Ihrem Gehabe beeindrucken Sie daher nur wenige. Kümmern Sie sich besser mal rechtzeitig um einen gescheiten Städtebau statt ihn zu verzögern.

Herr Biberle, was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Kommentar beweisen? Dass Sie keine Ahnung von Mineralwasser haben? Dass Ihnen S21 wichtiger ist als die einzigartigen Mineralquellen in Stuttgart? Denn genau dies zeigen Sie durch Ihren Kommentar auf. ---- Ja, es gibt in Stuttgart Mineralquellen mit hohen Eisengehalt. Es gibt aber auch solche mit niedrigem Gehalt. Und der Eisengehalt kommt aus der Quelle und nicht durch Einträge von außen. Und dies macht wohl den Unterscheid aus, welchen Sie allerdings nicht erkennen wollen.

Ja, es gibt in Stuttgart Mineralquellen mit hohen Eisengehalt. Es gibt aber auch solche mit niedrigem Gehalt.-------: ...und welche sind die in Stuttgart ? Da sie ein Experten sind alles aus 1000 km Entfernung bestens beurteilen können was so in Stuttgart vor sich geht ,wissen sie das bestimmt auch !

Herr Anselm, Sie zeigen mal wieder sehr deutlich, dass Sie Fakten überhaupt nicht interessieren. Es ist nämlich relativ einfach die Daten hierfür zu bekommen. Schauen Sie einfach mal bei http://www.stuttgart-stadtentwaesserung.de/fileadmin/user_upload/PDFs/Analysen/Jahresanalysen_2013.pdf nach. Lesen bildet. Auch wenn man manchmal ein bischen suchen muss.

Nicht nachvollziehbar: Die bisher gefundenen "Rostvorkommen" widerlegen den frommen Spruch der Einhaltung der Grenzwerte . Darüberhinaus wurde ja bekannt, welche Veränderungen die Messergebnisse durchliefen was dem UA bekannte Proben betrifft. Desweiteren wurde die Frage nach dem Messergebniss über abfiltrierbaren Rost mit dem Ergebniss des im Prüflabor filtrierten Wasser beantwortet. Jetzt soll die Bahn das ganze nochmal wiederholen. Was für ein Quatsch. Wie wäre es mit einer öffentlichrechtlichen Bauaufsicht Herr Pätzold, und nicht mit dem Kölner Verfahren ? Dann bedarf es keinerlei Zusatzveranstaltungen, wenn die gezogenen Proben unabhängig durchgeführt werden.

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