Stuttgart 21
Hundt greift die Gegner an
Erik Raidt, Roland Pichler,
28.09.2010 19:01 Uhr
"Das kann kein Kriterium sein, um alles noch mal infrage zu stellen." (Dieter Hundt über mögliche Kostensteigerungen.) Foto: dpa
Stuttgart - Der baden-württembergische Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Politik aufgefordert, das Bahnprojekt Stuttgart 21 zu verwirklichen. "Wenn Stuttgart 21 gekippt wird, dann hat dies verheerende Auswirkungen auf unsere nationale und internationale Reputation als rechtssicherer und verlässlicher Wirtschafts- und Investitionsstandort". In den vergangenen Jahren sei der Ausbau der Infrastruktur in Baden-Württemberg sträflich vernachlässigt worden, sagte Hundt in Stuttgart. Man könne es sich nicht leisten, dass die Verkehrsströme in Zukunft einen Bogen um das Land machten.
In ähnlicher Form äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Veranstaltung des Industrieverbandes BDI in Berlin. Es werde seit 1994 diskutiert, jetzt lägen endlich alle Planfeststellungsbeschlüsse vor. "Wenn dieses Projekt nicht realisiert wird, dann würde es dazu kommen, dass wir als nicht mehr verlässlich gelten", argumentierte die Kanzlerin. Zuvor hatte der Industriepräsident Hans-Peter Keitel mit Blick auch auf Stuttgart 21 die "überall reflexhaft inszenierten Proteste" kritisiert. Keitel kündigte an, dass sich die Industrie künftig stärker bei Stuttgart 21 einbringen wolle. Nähere Angaben machte der BDI-Präsident dazu nicht.
Zuletzt hatte es auf Seiten der Befürworter des Projekts immer wieder kritische Stimmen gegeben, die einem Teil der Industrie vorwarfen, sich in der Öffentlichkeit nicht oder nur vage zu Stuttgart 21 zu bekennen. In einer Umfrage der StZ unter den umsatzstärksten Unternehmen im Land gaben am vergangenen Freitag mehr als die Hälfte der Firmen an, keine Aussage über den Tiefbahnhof und die neue Trasse zwischen Wendlingen und Ulm machen zu wollen. Daimler, Porsche, Celesio, Heidelberg Cement und Würth positionierten sich hingegen: Aus ihrer Sicht sei das Bahnprojekt Stuttgart 21 sinnvoll.
In ähnlicher Form äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf einer Veranstaltung des Industrieverbandes BDI in Berlin. Es werde seit 1994 diskutiert, jetzt lägen endlich alle Planfeststellungsbeschlüsse vor. "Wenn dieses Projekt nicht realisiert wird, dann würde es dazu kommen, dass wir als nicht mehr verlässlich gelten", argumentierte die Kanzlerin. Zuvor hatte der Industriepräsident Hans-Peter Keitel mit Blick auch auf Stuttgart 21 die "überall reflexhaft inszenierten Proteste" kritisiert. Keitel kündigte an, dass sich die Industrie künftig stärker bei Stuttgart 21 einbringen wolle. Nähere Angaben machte der BDI-Präsident dazu nicht.
Daimler, Porsche und Würth sind für S 21
Zuletzt hatte es auf Seiten der Befürworter des Projekts immer wieder kritische Stimmen gegeben, die einem Teil der Industrie vorwarfen, sich in der Öffentlichkeit nicht oder nur vage zu Stuttgart 21 zu bekennen. In einer Umfrage der StZ unter den umsatzstärksten Unternehmen im Land gaben am vergangenen Freitag mehr als die Hälfte der Firmen an, keine Aussage über den Tiefbahnhof und die neue Trasse zwischen Wendlingen und Ulm machen zu wollen. Daimler, Porsche, Celesio, Heidelberg Cement und Würth positionierten sich hingegen: Aus ihrer Sicht sei das Bahnprojekt Stuttgart 21 sinnvoll.
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Stuttgart, Hamburg liebt Euch!
Zur Erbauung etwas Musik http://www.youtube.com/watch?v=XPmtqKVImZo&fmt=18 Liebe Grüße!
bla
blub
Kostenbewußtsein
Was ich als Betriebswirt nicht verstehe, vor allem nicht von einem Arbeitgeberpräsidenten: Wieso spielen Kosten bei einem Projekt keine Rolle mehr? Ist es nicht so, dass in der Industrie für jedes Projekt ein nachgewiesener Return on Invest for Beginn berechnet wird? Liegt es vielleicht daran, dass hier über das Geld von anderen gesprochen wird? Oder heißt es, dass die Arbeitgeber mit bereit sind Risiken zu übernehmen, denn die Unternehmen profitieren ja auch von der Infrastruktur. Was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann, wie Ängste geschürt werden, ohne den Umbau von einem Kopf- in einen Tiefbahnhof wird die Region abgehängt. Handelt die Bahn in Zukunft nicht mehr betriebswirtschaftlich? Werden bestehende Schnellbaustrecken wie die nach Mannheim stillgelegt? Verabschiedet sich die Bahn von einem der größten Ballungsräume in Deutschland mit? Werden 2 Millionen potentielle Kunden in der Region Stuttgart nicht mehr bedient werden? Ist das betriebswirtschaftlich vernünftig? Es stimmt, dass Infrastrukturprojekte der Bevölkerung verkauft werden müssen und es stimmt auch, dass mit Augen zu und durch manchmal unverhofft eine Tunnelwand im Weg steht.