Stuttgart 21 Im Bahnhofstrog fließt der erste Beton

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Die Arbeiten an der Grundplatte für den Stuttgart-21-Bahnhof haben nun zwar begonnen. Dennoch nehmen die Unklarheiten bei Zuständigkeiten und Zeitplänen kein Ende.

Mit einem langen Ausleger einer Betonpumpe wird das Baumaterial in die Bahnhofsgrube transportiert. Weitere Eindrücke von der Baustelle am Hauptbahnhof zeigt die folgende Fotostrecke. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski 9 Bilder
Mit einem langen Ausleger einer Betonpumpe wird das Baumaterial in die Bahnhofsgrube transportiert. Weitere Eindrücke von der Baustelle am Hauptbahnhof zeigt die folgende Fotostrecke.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Am künftigen Tiefbahnhof haben die Betonierarbeiten begonnen. Seit Dienstagvormittag fördert eine große Pumpe den in einem kleinen Werk am ehemaligen Südflügel hergestellten Baustoff in die Grube für Stuttgart 21. Die Arbeiten, die schon vor 14 Tagen hätten beginnen sollen, waren wegen der frostigen Temperaturen abermals verschoben worden. „Jetzt geht es aber los“, sagt Ottmar Bögel von der Baufirma Züblin. Für Manfred Leger, Chef der DB-Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm, ist der Auftakt der Betonierarbeiten ein wichtiges Etappenziel. „Mit dem Beginn des Betonierens werden die Rohbauarbeiten für den neuen Hauptbahnhof sichtbar“, heißt es in einer Mitteilung der PSU. „Darüber freuen wir uns sehr, auch wenn wir wissen, dass dieses einzigartige Bauwerk noch viele große Herausforderungen an uns stellen wird.“

Bau der ersten Dachstütze im September?

Betoniert wird im Bereich des sogenannten Medienkanals, einem Hohlraum, der einmal den Tiefbahnhof unterqueren soll und in dem Strom-, Wasser- und eine Fernwärmeleitung verlaufen. Sollten die Arbeiten planmäßig verlaufen, könnte bis September die bis zu zweieinhalb Meter mächtige Bodenplatte des Bahnhofs gegossen sein. Zur selben Zeit könnte – so Bögels Prognose – auch die erste der Stützen entstehen, die das Bahnhofsfach und die sogenannten Lichtaugen tragen.

Nach einem im August 2014 vorgelegten Zeitplan hätte die Bodenplatte schon im Januar vergangenen Jahres angegangen werden sollen. Zuletzt musste die Bahn abermals den Nachweis führen, dass die Statik der Bahnsteighalle den Regeln entspricht. In diesem Zusammenhang sorgt nun das Eisenbahn-Bundesamt (Eba) mit einer Auskunft gegenüber den projektkritischen „Ingenieuren 22“ für Verwirrung. Sie fordern beim Eba Einsicht in die Akten zur Tragwerksplanung des Tiefbahnhofs. Ende Oktober hatte ihnen das Eba beschieden, dass dem Antrag nicht entsprochen werden könne, da die nachgefragten Akten noch gar nicht bei der Behörde eingegangen seien. Auf eine abermalige Anfrage Anfang der Woche teilt das Eba lapidar unter Hinweis auf die erste Antwort von Oktober 2015 mit: „An der Sachlage und dem Inhalt des Antwortschreibens hat sich bis dato nichts geändert.

Schautafel zeigt falsches Fertigstellungsdatum

Auf StZ-Nachfrage erklärt ein Sprecher der Behörde, dass sie für die Freigabe der Arbeiten nicht zuständig sei. Das ist Sache eines sogenannten Bauvorlageberechtigten. Mit dem stehe die Bahn in Kontakt. Laut einem Projektsprecher habe der Fachmann die Arbeiten an der Grundplatte genehmigt und auch das im nächsten Schritt erforderliche Auslegen des Baustahls.

Den nicht endenden wollenden Spekulationen über eine Inbetriebnahme von Stuttgart 21 deutlich nach dem immer wieder kommunizierten Termin Ende 2021 hat die Bahn unterdessen selbst vor kurzem Vorschub geleistet. Bei den „Tagen der offenen Baustelle“ Anfang Januar war unter anderem eine Schautafel zu den Bauabläufen am sogenannten Bahnhofssüdkopf zu sehen. Dort kreuzen sich der Bahnhofstrog, der verlegte Nesenbachabwasserkanal, die verlegten Stadtbahntunnel der Stuttgarter Straßenbahnen und schließlich auch noch die verlängerte Straßenunterführung unter dem Gebhard-Müller-Platz. Aber nicht diese komplizierte Gemengelage sorgte für Aufsehen sondern der Umstand, dass die Infotafel einzelne Bauschritte bis in den Juli 2023 angaben – einen Zeitpunkt, zu dem bereits seit gut anderthalb Jahre Züge durch den Tiefbahnhof rollen sollen. Die PSU erklärt, dass die Tafeln „aus einem Workshop stammen, der sich mit verschiedenen Terminszenarien beschäftigte.“ Das Schaubild stelle einen „veralteten, ursprünglichen Bauablauf ohne Gegensteuerungsmaßnahmen dar“. Die PSU „hält nach allem, was bisher bekannt ist, an der Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofs im Jahr 2021 fest.“

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598 Kommentare Kommentar schreiben

Bodenplatte?: Es wurde eine Schutzschicht am Boden des künftigen Medienkanals betoniert. Von der eigentlichen Bodenplatte des Tiefbahnhofstrogs ist nach wie vor NICHTS zu sehen. Wo sollte die denn auch hin im jetzigen chaotischen Zustand des Ganzen ... (heute ist der 18.02.16). Wozu verbreitet die StZ solche Märchen?

Sehr geehrte Frau Laveau. Die StZ hat nur wiedergegeben, was am Tag zuvor (26.01.2016) schon auf http://bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuell/ zu lesen war. Und da die StZ wahrscheinlich bis heute S21 unterstützt, wurde dies einfach übernommen.

Frei nach Loriot: "Ja wo fließt er denn?"

Hinweis: Herr Burghart, der Hinweis von Frau Müller fehlt immer noch - frei nach Loriot: "Ja, wo ist er denn"?

Hauptsache was geschrieben, gell Herr Peter. Es geht hier um die seit über 3 Wochen wieder stillstehenden Betonarbeiten im Trog. Und was mit oder von Frau Müller wollen, dass machen Sie bitte mit Frau Müller aus!

Bodenplatte: was ist denn nun mit dieser Bodenplatte? der Februar ist ja schon zu Hälfte rum und bald stehen die Osterferien vor der Tür..

Verstehe ich Sie recht: Dass sie gar keine Informationen wünschen, sondern wieder nur provozieren wollen? Wenn Sie aber tatsächlich Informationen wünschen, wäre es allerdings das sinnvollste, statt hier herumzunerven ihre Freunde die Parkschützer anzugehen. Die rennen sicher gerne 3 Mal täglich für sie zum Bahnhof. Hier hat ja offensichtlich keiner Lust, auf ihre gespielte Verständnislosigkeit einzugehen.

Es ist schon lustig mit den S21-Befürwortern. Auf der einen Seite tun sie immer so, als würden sie praktisch alles besser wissen als die S21-Kritiker. Stellt man ihnen dann aber mal eine einfache aber sehr konkrete Frage dann weiß KEIN S21-Befürworter eine Antwort darauf.

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