Stuttgart 21 Kontroverse um 100 000 Euro für Turmforum

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Von Donnerstag an ist die neue Stuttgart-21-Ausstellung im Turm des Hauptbahnhofs für Besucher geöffnet. 100 000 Euro wollte die Stadt zuschießen. Bisher ist das Geld nicht geflossen – sehr zum Ärger von CDU und SPD.

500 000 Euro hat sich die Bahn die Schau auf fünf Ebenen  des Bahnhofsturms kosten lassen, die die zehn Jahre alte Präsentation ersetzt. Foto: dpa 29 Bilder
500 000 Euro hat sich die Bahn die Schau auf fünf Ebenen des Bahnhofsturms kosten lassen, die die zehn Jahre alte Präsentation ersetzt.Foto: dpa

Stuttgart - Am Mittwoch stellt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich den Medien die neue S-21-Ausstellung im Turmforum im Hauptbahnhof vor, von Donnerstag an ist sie für Besucher geöffnet. 500 000 Euro hat sich die Bahn die Schau auf fünf Ebenen kosten lassen, die die zehn Jahre alte Präsentation ersetzt. Doch im Vorfeld gibt es Streit. Die Gemeinderatsfraktionen von CDU und SPD, beide Befürworter des Bahnprojekts, kritisieren, dass die Stadt eine mündliche Zusage aus dem November für einen Sonderzuschuss über 100 000 Euro im Januar zurückzog.

Dietrich bestätigte, dass es die Zusage über diese Summe gegeben habe. Eine Absage sei seitens der Stadt aber nicht erfolgt. „Die Entscheidung wurde vertagt, und wir hoffen, dass das Geld noch kommt“, so Dietrich. Bahn und Stadt seien wegen des Wechsels im OB-Amt und wegen der Turbulenzen um die Kostenexplosion übereingekommen, dass über den Zuschuss später entschieden werde. Er habe keine Hinweise, so Dietrich, dass die Stadt sich nicht mehr an die Zusage gebunden fühle. Andreas Scharf, Pressesprecher der Stadt, erklärte, es sei keine Entscheidung gefallen, und es müssten noch rechtliche Aspekte geprüft werden.

Im Rathaus ist noch keine Entscheidung gefallen

In ihren Anträgen fordern CDU und SPD, dass die Stadt die zugesagte Förderung überweist. Wie Dietrich verweisen sie darauf, dass die Bahn die Stadt an der Neugestaltung der Ausstellung beteiligt habe – so war die Stadt auch in der Jury vertreten, die die Arbeiten an die Ausstellungsmacher, die Agentur Macom und Heller Designstudio, vergaben. Die beiden Fraktionen verbinden ihren Vorstoß aber auch mit der Frage, wie die Öffentlichkeitsarbeit künftig gestaltet wird. Dieses Thema ist aktuell, seitdem der Bahnaufsichtsrat vor einer Woche zustimmte, eine bahneigene S-21-Projektgesellschaft zu gründen.

Bisher ist der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, an dem Bahn, Region und Stadt (das Land lässt seine Mitgliedschaft ruhen) beteiligt sind, Träger des Kommunikationsbüros und des Turmforums. Die Bahn will nach der Gründung der Projektgesellschaft das Kommunikationsbüro dort ansiedeln und es aus dem Verein ausgliedern. CDU und SPD unterstützen diese Pläne, wollen aber, dass die Stadt auf jeden Fall Mitglied im Verein bleibt, der das Turmforum betreibt. Bisher übernimmt die Bahn dort zwei Drittel der Kosten. Die Stadt steuert ein Drittel (300 000 Euro) jährlich bei. Offizielle Gespräche mit der Stadt über die neue Struktur habe es bisher nicht gegeben, sagt Dietrich. OB Fritz Kuhn hatte aber bereits erklärt, dass er an eine neue Konstruktion denke. Allzu viel Zeit dafür kann er sich nicht mehr lassen – die CDU-Fraktion will „kurzfristig“ einen Bericht im Technikausschuss des Gemeinderats.

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151 KommentareKommentar schreiben

Kontroverse um 100 000 Euro: 100 000 Euro ? Damit könnte man schon eine Schule sanieren. Das Turmforum wurde doch nur für den Herrn Dietrich gemacht, damit sein üppiges Einkommen, auch gerechtfertigt ist. ''Vetternwirtschaft'' immer das selbe Spiel.

Re flippo 17.03. 00.42°° Borniertheit und Propaganda: Werter flippo, ich gebe Ihnen völlig recht.Allerdings erscheint mit das distanzlos-hebephrene Verhalten mancher Mitforisten einen Zweck zu verfolgen:Für die meisten, vor allem für die , die hier , wie auch in überregionalen Medien ubiquitär und nahezu rund um die Uhr unter den unterschiedlichsten Nicks unterwegs sind, dürfte aber propagandistischer Vorsatz Ursache dieser Art ihrer 'Argumentation' sein,schizoide Infektion in Kauf nehmend.Ich habe in den letzten 2 Jahren viele an ihrer individuellen Syntax und Diktion zu identifizieren gelernt.Einige Nicks werden auch von mehreren Autoren 'bedient', ein Einzelner schaffte das physich und psychisch nicht, was auf professionellen background schließen lässt. Alter Demokrat, einer der Unternehmer-gegen-S21

@alter demokrat: Alter Demokrat, sie haben vollkommen recht. Mein Problem ist einfach nur, dass ich -obwohl ich weiß, dass es möglich ist- es doch immer schwer glauben kann, dass Menschen so ignorant und dumm sein können wie Charlie, Klartext und Co. Charlies Antwort ist exemplarisch für menschliche Borniertheit.

Werter flippo,...: ich möchte Ihnen ein gut gemeinten Rat geben, den ich auch schon an 'Frank, Schwabe aus Polen' vor Wochen richtete:Es macht keinen Sinn und es ist 'vergebliche Liebesmüh', mit bestimmten Mitforisten hier diskutieren zu wollen; es frustriert auf Dauer nur, Faktenresistenz und ignorant Wortverdreherei zu ernten.Ihr Diskurs mit 'charlie' zeigt diese Phänomene deutlich.Große Zusammenhänge nicht zu erkennen und Vergleiche schlafwandlerisch sicher mißzuverstehen, läßt nur wenige Schlüsse zu , die Ihnen und auch mir bekannt sind,den Autoren aber nicht.Bestenfalls. Andernfalls werden solche Methoden bewußt perfide genutzt.Was auch nicht für ihre Urheber späche. Alter Demokrat,einer der Unternehmer-gegen-S21.

@flippo: Lieber Flippo, alle Parlamente, Gerichte, Genehmigungsbehörden, Aufsichtsräte, usw., die sich mit S21 beschäftigt haben, haben S21 abgesegnet. Auch das Volk in der VA. Nun vergleichen Sie diese demokratische Entscheidung mit Hitlers Machtergreifung........das ist ein starkes Stück und zeigt, welch totalitäre Tendenzen Sie und Ihre Mitstreiter aufweisen.....Sie müssen Demokratie noch lernen.......aber ich habe Hoffnung.....(oder ziehen Sie nach Ungarn, dort scheint Ihnen die Demokratie ja zu gefallen )....zu den Kosten: Im Finanzierungsvertrag ist eine Sprechklausel vereinbart, die greift, wenn der Kostenrahmen überschritten wird.....Im Vertrag ist also eine Kostensteigerung als möglich verankert.......wer daher nun wie Sie behauptet, die Partner hätten eine möglich Kostensteigerung verneint bzw. ausgeschlossen oder gar verschleiert, der hat schlicht nichts verstanden. siehe Vertrag......wer nicht richtig lesen kann (und sich bei Großprojekten nicht auskennt), dem ist halt nicht zu helfen....

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