Stuttgart 21 Kretschmann verschärft Kritik

Von hog 

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat (Grüne) in einem Brief an prominente Stuttgart-21-Gegner wie Schauspieler Walter Sittler die Kritik an der Bahn verschärft. Am Dienstag wurde der Brief öffentlich.

Winfried Kretschmann spricht im Zusammenhang mit Stuttgart 21 von einer „schweren Vertrauenskrise“ gegenüber der Bahn. Foto: dpa 15 Bilder
Winfried Kretschmann spricht im Zusammenhang mit Stuttgart 21 von einer „schweren Vertrauenskrise“ gegenüber der Bahn.Foto: dpa

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seine Kritik an der Deutschen Bahn deutlich verschärft. In einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Stuttgart-21-Gegner Walter Sittler, Volker Lösch, Sabine Leidig und Egon Hopfenzitz beschreibt der Regierungschef, warum er von einer „schweren Vertrauenskrise“ im Blick auf den Bau des Tiefbahnhofs spreche.

„Kein rechtschaffener Geschäftsmann oder Häuslebauer würde einen solchen Umgang in seinem Umfeld einfach hinnehmen, sondern sich natürlich die elementare Frage stellen: Können wir ehrlich noch einander trauen?“, schreibt Kretschmann. Deswegen stelle auch er sich die Frage, ob er der Bahn nach den bisherigen und den neuesten Ereignissen zur Finanzierbarkeit des Projekts noch glauben könne: „Müssen wir nicht alle zwei Jahre mit neuen Kostenexplosionen oder gar dem schlimmsten rechnen? Können wir eine Bauruine im Herzen von Stuttgart ausschließen?“

Sittler und drei weitere Unterzeichner antworteten noch am Dienstag auf Kretschmanns Schreiben.

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An Befürworter und Gegner!: Wir verbauen unsere Zukunft, wenn wir ein Projekt bauen wollen, das nach 20 Jahren noch nicht geplant ist, geschweige denn genehmigt worden ist oder bei dem gar mit dem Bau begonnen worden wäre, wenn wir wissen, dass es einen Rückbau bedeutet, gleichzeitig ein Milliardengrab darstellt und darüber hinaus niemals unter rollendem Rad sanierbar sein wird. Wollen wir diese Probleme wirklich auf unseren Kinder und Kindeskindern abladen?

An Befürworter und Gegner!: Wir verbauen unsere Zukunft --> Wenn wir bei einem Projekt, nach 20 Jahren Vorbereitung, Prozessen und fertiger Finanzierung, jetzt 3 Jahre nach Baubeginn wieder anfangen über Alternativen nachdenken!

G. Keuper, 20:32 Uhr: Bitte bleiben Sie locker! Niemand „spielt Spielchen und sabotiert das Projekt subtil“, Stadt und Land zahlen nur nicht mehr dafür als vereinbart und haben das der DB lange genug angekündigt. Die Bahn soll doch bitteschön bauen, wenn sie es – wie stets versprochen – technisch beherrschen und bis zum Ende selbst bezahlen kann und dafür entsprechende Nachweise vorlegt. ____________________________________________________________ Von Verachtung über diese Politik höre ich nirgendwo etwas, weder in meinem privaten noch in meinem beruflichen Umfeld, in dem ich viele persönliche Kontakte unter anderem auch im Bereich des Ingenieurbaus und Projektmanagements habe. Die von Ihnen geschilderte Stimmungslage gibt es dort nicht, ganz im Gegenteil! Die dubiosen Machenschaften der DB AG färben auf die öffentliche Wahrnehmung der gesamten deutschen Baubranche ab, auch auf die vielen ehrbaren Mitgliedsfirmen. Man sieht das dort mit Besorgnis und zunehmender Kritik an der Bahn und wünscht ein stringenteres Durchgreifen staatlicher Kontrollorgane. ___________________________________________________________ S21 ist ein öffentliches Thema und der MP des Landes kann gegenüber Vertretern von Bürgerinitiativen hierzu eine Stellungnahme abgeben, ohne deren Inhalt mit der DB AG, deren Desinformationsbüro oder der Opposition abzustimmen. Dies ist ein ganz normaler Vorgang. Es waren also nicht Worte an die Bahn, sondern die Sicht der Landesregierung (über die Bahn) an alle interessierten Bürger. Das ist Demokratie und wen das stört, dem ist nicht zu helfen. __________________________________________________________ Wenn ich Winfried mal wieder treffe und die Gelegenheit sich ergibt, teile ich ihm meine Meinung zu politischen Themen gerne mit. Für sachliche Argumente (gerne auch kontrovers) hat er ein offenes Ohr und man bekommt kluge Antworten.

Klartext, 12:32 Uhr: Wer hat monate- und jahrelang Kosten und Risiken von S 21 verharmlost?: Wenn Sie ganz scharf nachdenken, kommen Sie auf die richtige Antwort. Die zweite schließ sich an: Wem kann man folglich nicht vertrauen?

G. Keuper, 20:32 Uhr: Warum lamentieren Sie so?: Kein 'Riesen Wirbel' um S 21 könnte das Projekt verhindern, wenn es ordentlich geplant und finanziert wäre. Sie wissen es auch. Aber sie suchen Sündenböcke. Er nützt aber alles nichts. Die Bahn muss S 21 bauen, und wenn sie es nicht kann, aus welchen Gründen auch immer, muss sie es bleiben lassen und sich einen anderen Bahnhof überlegen.

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