Stuttgart 21 Kuhn will keinen Gratis-Nahverkehr

Von Julia Schweizer 

Was tun, wenn Stuttgart 21 nicht gebaut würde? Stuttgarter Stadtteilinitiativen haben Oberbürgermeister Fritz Kuhn Ideen für einen alternativen Einsatz der städtischen Mittel für das Bahnprojekt präsentiert. 750 Millionen Euro könnten im Stadtsäckel landen, sagen sie.

Die aus dem S-21-Widerstand entstandenen Stadtteilinitiativen haben unter anderem einen kostenlosen ÖPNV gefordert. Finanziert werden solle der mit Mitteln, die aus dem Ausstieg freiwerden. Doch OB Kuhn lehnt das ab. Foto: Achim Zweygarth 15 Bilder
Die aus dem S-21-Widerstand entstandenen Stadtteilinitiativen haben unter anderem einen kostenlosen ÖPNV gefordert. Finanziert werden solle der mit Mitteln, die aus dem Ausstieg freiwerden. Doch OB Kuhn lehnt das ab.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Ab sofort könnten Schülergruppen mit Begleitpersonen kostenfrei Busse und Bahnen in Stuttgart nutzen, Familien mit Kindern kämen von den Sommerferien an dann in diesen Genuss. Und von Beginn des Jahres 2014 an sollten alle Fahrten in der Innenstadtzone kostenfrei sein. Das zumindest ist die Vorstellung der Stadtteilinitiativen, die dem OB Fritz Kuhn (Grüne) ihre Forderungen überbrachten, was er mit den bisher für S 21 vorgesehenen Mitteln Besseres finanzieren könnte.

Vertreter von rund zwanzig dieser Gruppen haben Kuhn am Montag im Rathaus an dessen Wahlkampfslogan „23 Stadtbezirke – ich vergesse keinen“ erinnert. Schon vor dem Termin hatten sich die Vertreter der Initiativen mit riesigen Bannern vor dem Rathaus aufgestellt, auf denen zahlreiche Forderungen zu lesen waren. Dabei wurde deutlich, dass viele der Gruppen ihren Ursprung in der Bewegung gegen Stuttgart 21 haben. Einige plädierten aber auch „für eine Stadt ohne Armut“ oder für einen Regionalhalt in Vaihingen.

Zwanzig Ordner mit Vorschlägen

Mitgebracht hatten sie zudem rund zwanzig Aktenordner mit Vorschlägen. „Wir hoffen auf eine wohlwollende Prüfung“, sagte der Vertreter der Feuerbacher K-21-Initiative Heinz Wienand zur Begrüßung. Viele der Forderungen trügen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Stadt bei. „Ihren Slogan haben wir als Signal verstanden, dass Sie unsere Interessen vertreten“, sagte Cornelia Geeve von der Gruppe Vaihinger für den Kopfbahnhof.

Rund 750 Millionen Euro hätte die Stadt durch die Rückabwicklung der Grundstücksgeschäfte mit der Bahn zusätzlich zum normalen Haushalt zur Verfügung. „Wir wissen: Stuttgart hat eigentlich genug Geld, um alle drängenden Probleme zu lösen.“ Zu diesen gehörten Schulsanierungen, zu wenig bezahlbarer Wohnraum oder das Ladensterben in einigen Stadtteilen, aber auch die zu hohe Feinstaubkonzentration und die Verkehrsstaus.