Stuttgart 21 Land erwägt Beteiligung an Baustopp-Kosten
dpa/rtr, 05.07.2011 13:47 Uhr
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Stuttgart - Das Land Baden-Württemberg erwägt nun doch eine Beteiligung an den Kosten für einen Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Dienstag in Stuttgart: „Wir überlegen uns das.“ Grüne und SPD hätten aber noch keine Entscheidung getroffen. Bisher hatte die neue Koalition stets erklärt, die Übernahme der Kosten für eine Unterbrechung der Bauarbeiten bis zur geplanten Volksabstimmung über das Bahnprojekt sei Sache der Bahn.

Die Deutsche Bahn hatte vor einigen Wochen einen Betrag von 410 Millionen Euro genannt. Davor war von monatlichen Kosten zwischen 10 bis 15 Millionen Euro die Rede gewesen. Vor Pfingsten hatte Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) das Angebot der Bahn abgelehnt, für einen Stopp bis zur Erörterung eines neuen Gutachtens über die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofes 56 Millionen Euro zu zahlen.

Außerdem will der Regierungschef die öffentliche Vorstellung des Stuttgart-21-Stresstests bis Ende Juli strecken. Der bisher geplante Termin für die Vorstellung, der 14. Juli, könne allenfalls ein Einstieg sein. „Ein akzeptabler Zeitplan ist der Juli.“ Zuvor hatte Schlichter Heiner Geißler eine Verschiebung der Vorstellung ins Gespräch gebracht. Dagegen fordert die SPD-Fraktion, an dem einen Termin am 14. Juli festzuhalten. Darauf habe die Öffentlichkeit ein Recht, betonte Fraktionschef Claus Schmiedel.

Kretschmann: "Es muss nicht am 15. Juli sein"

Kretschmann sieht in einer Verschiebung kein Problem für die Bahn. „Wenn ich Herrn Kefer richtig verstanden habe, ist da Luft drin“, sagte Kretschmann. Der Bahn-Technikvorstand Volker Kefer hatte bisher immer erklärt, der 15. Juli sei die Frist für die Vergabe von wichtigen Tunnelarbeiten. Werde diese nicht eingehalten, ziehe das hohe Kosten nach sich. Kretschmann sagte dagegen: „Es muss nicht am 15. sein.“

Nach Kretschmanns Darstellung besteht bei der Deutschen Bahn kein großer Druck, bereits am 15. Juli die Tunnelarbeiten in Höhe von 750 Millionen Euro vergeben zu müssen. Nach dem bisherigen Zeitplan will die Bahn bis 2019 den 16-gleisigen Kopfbahnhof in einen achtgleisigen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelanfahrten für 4,1 Milliarden Euro umbauen. Dagegen gibt es seit einem Jahr heftige Proteste. In der Regierung sind die Grünen gegen Stuttgart 21, die SPD befürwortet ihn.

Nach Einschätzung der Landesregierung könnte sich der Volksentscheid über Stuttgart 21 bis in den November verzögern. Ursprünglich sollte dieser im Oktober stattfinden. Landesjustizminister Rainer Stickelberger (SPD) sagte, erst im September könne das Ausstiegsgesetz im Landtag beraten und verabschiedet werden. Danach benötige man für die Vorbereitungen zwei Monate, ergänzte Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD).

 

Kommentare (94)
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JUL
06
Jakutzi, 23:21 Uhr

abschüssige Bahn

Kretschmann weiß, dass nur eine Beteiligung an den Unsummen, die bei einer Verschiebung der Auftragsvergabe nötig sind, der Bahn nicht reichen kann, nicht reichen darf. Grube käme sonst selbst in wildes Fahrwasser und könnte zu Schadenersatz verpflichtet werden. .... Daher kann Kretschmann dieses Angebot leichen Herzens machen. Schließlich weiß er schon jetzt, dass Grube das nicht annehmen kann. ...... Damit begibt sich nun auch Kretschmann auf denselben abschüssigen Weg, wie sein hochgradig unseriöser Verkehrsminister. ........ Eigentlich schade! Offensichtlich ist seine Angst vor der Wahrheit um S21 ausgeprägter, als seine Bereitschaft seriöse Politik zu machen.

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JUL
05
Gehts Noch, 22:37 Uhr

Schadensersatz für den Täter

aber keinen Pfennig geschweigeden Cent oder Euro hat sich die Bahn für ihren Lug und Trug verdient! das Ergebniss der Kosten (die gar nicht entstanden wären wenn man mit offenen Karten gespielt hätte und das Projekt nie begonnen worden wäre) muss der Verursacher die Bahn selbst schultern! ausserdem sind die Gelder der Stadt für Grundstücksübernahmen mit Zins und Zinseszins an diese zurückzugeben. geschweigeden kann man den Betrag in die Baustoppkosten miteinrechnen! nur so wird die Bahn nächstes mal überlegen ob sie Steuergelder verschwenden will!

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JUL
05
Wahlbürger, 20:58 Uhr

Lieber volker s.

"JUL 05 15:56 Uhr, geschrieben von volker s. ach Herr Kretschmann..... Geben Sie das Geld lieber für Bildung aus. Ach, wollen Sie nicht, weil Menschen die gebildet sind Sie nicht wählen! Ja dann!" Sie greifen voll daneben. Die Schulsanierungen in S würden um die 350 Mio, kosten. Geld, dass die Stadt der Bahn als Vorausleistung 2001/2002 gegeben hat, damit diese S21 wieder aufnimmt, ein Projekt, das unter Ludewig begraben worden war. Kleine Städte wie Plochinen zahlen an die Region über 10 Jahre 50.000 Euro für S21. Geld, was nicht da ist. Esslingen, zu über 100 % verschuldet, zahlt um die 360.000 p.a über 10 Jahre für S21. Da werden Kulturausgaben gekürzt, Musikschulen unerschwinglich für genau die, die es am nötigsten hätten, ein Kindergarten hat noch nicht einmal ein Nottelefon und die baufällige Treppe in den 1. Stock wurde nur ausgebessert usw. usw. Wissen Sie, wenn man Null-Ahnung hat über die Fernwirkungen von S21 in diesem Bereich sollte man einfach den grossen Mund, der bei Ihnen so gross ist, dass ein ICE einfahren kann, zumachen. Einfach zumachen. Danke.

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