Stuttgart-21-Missionar Bräuchle nach NS-Vergleich in der Kritik
Thomas Braun, 15.11.2011 07:04 Uhr
Pfarrer Johannes Bräuchle Foto: Zweygarth
Pfarrer Johannes Bräuchle Foto: Zweygarth
"Das ist was Übles, das ist Terror, das kennen wir aus der SA-Zeit."
Pfarrer Johannes Bräuchle über den Schwabenstreich

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Stuttgart - Johannes Bräuchle ist unter den Befürwortern des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 der Mann fürs Grobe: Ganz egal, ob er öffentlich dazu aufruft, die Gegner des Projekts aus der Stadt hinauszuschicken oder Plakate im Schlossgarten abreißt – der evangelische Pfarrer und frühere Stuttgarter CDU-Stadtrat, der als Erster öffentlich ein Bekenntnis zum neuen Tiefbahnhof am Bauzaun abgelegt hatte, lässt kaum ein Fettnäpfchen aus, wenn es darum geht, den Protest gegen das Milliardenvorhaben zu brandmarken. Doch jetzt hat sich Bräuchle, im missionarischen Dienst der Evangelischen Landeskirche tätig, mit seinem missionarischen Übereifer in Sachen Stuttgart 21 nicht nur scharfe Kritik der Landeskirche, sondern auch seiner Mitstreiter eingebrockt.

In Sachsenhausen (Main-Tauber-Kreis) im Gasthaus Engel sprach Bräuchle am vergangenen Donnerstag auf Einladung des dortigen CDU-Stadtverbandes über die bevorstehende Volksabstimmung. Der dortige CDU-Chef Udo Schlachter präsentierte den Zuhörern den Redner als einen Mann, der „seine tiefgreifende Sicht der Dinge“ vermittle.

Ernste Konsequenzen

Was dann folgte, könnte für den Pfarrer allerdings ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Laut einem Bericht der Lokalausgabe der „Fränkischen Nachrichten“ bescheinigte Bräuchle den Stuttgart-21-Gegnern, die mittels Trillerpfeifen beim montäglichen Schwabenstreich eine Minute lang ihren Protest artikulieren, Nazimethoden: „Das ist so was Übles, das ist Terror, das kennen wir aus der SA-Zeit“, zitiert das Blatt den verbalen Ausbruch des Gottesmannes in der Wirtshausatmosphäre. Damit nicht genug: Das sogenannte Ausstiegsgesetz, das am 27. November zur Abstimmung steht, charakterisierte Bräuchle als ein „Ermächtigungsgesetz“, mit dem ein Rechtsbruch der Regierung legitimiert werden solle. Das Ermächtigungsgesetz galt als rechtliche Grundlage zur Errichtung der Nazidiktatur in Deutschland. Der Autor des Zeitungsberichts hat gegenüber der StZ die Aussagen des Pfarrers bestätigt.

Bräuchle bestätigte die entsprechenden Passagen aus seinem Vortrag. Es sei ihm darum gegangen, bestimmte Methoden der Projektgegner zu kritisieren, „die wir aus dieser Zeit kennen“. Dabei müsse es „möglich sein, geschichtlich erlebte Vorkommnisse zu benennen“. Zugleich betonte er, er habe „Adolf Hitler und das Dritte Reich an keiner Stelle meiner Rede erwähnt“. Am Abend erklärte Bräuchle ergänzend, er bedauere, dass seine Aussagen zu missverständlichen Interpretationen geführt hätten, und entschuldige sich dafür.

Sachlicher Rahmen

Beim Verein Pro Stuttgart 21, der derzeit die Werbetrommel für das Bahnprojekt rührt und in dessen Vorstand der Pfarrer sitzt, stieß Bräuchles Vortrag auf völliges Unverständnis. Man halte derartige Äußerungen für unvertretbar, sagte Bernhard Bauer, der Geschäftsführer des Vereins: „Uns liegt daran, dass wir uns bei allen Meinungsverschiedenheiten über das Projekt in einem sachlichen Rahmen auseinandersetzen. Hier wurde offensichtlich deutlich über das Ziel hinausgeschossen.“ Der Vereinsvorstand werde sich am Donnerstag mit der Sache beschäftigen. Ob Johannes Bräuchle als Vorstandsmitglied noch tragbar ist, dazu wollte sich Bauer vor der Vorstandssitzung nicht äußern.

Der Evangelische Oberkirchenrat bittet Bräuchle ebenfalls zum Rapport. Er sei zur Klärung des Sachverhalts diese Woche zu einem Gespräch mit der Kirchenleitung einbestellt, teilte ein Sprecher mit. Sollten die zitierten Äußerungen tatsächlich gefallen sein, sei dies „vollkommen inakzeptabel und zu missbilligen“.

 

Kommentare (220)
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NOV
25
Scheibenwischer, 14:12 Uhr

Aggression und Demagogie Einhalt gebieten! Mit kühlem Kopf JA zum Ausstieg!

Ein Bundesverkehrsminister Ramsauer, der vor "Horror für Stuttgart" warnt - ein Priester, der die Kopfbahnhof-Befürworter "aus der Stadt hinaus treiben" will - eine beispiellose Hetzkampagne gegen den ersten Verkehrsminister Baden-Württembergs, der aufgrund seiner weithin anerkannten Fachkenntnisse ins Amt geholt wurde - Pressemeldungen der Polizei, in der Kastanien zu "Pflastersteinen" werden - eine Morddrohung gegen den Ministerpräsidenten. --- Die Stimmung in Baden-Württemberg wird seit Monaten gefährlich aufgeheizt durch die Strippenzieher des Stuttgart-21-Kartells, die aus dem Bau des Kellerbahnhofes persönliche Profite ziehen wollen. Aggression und Demagogie Einhalt gebieten! JA zum Ausstieg aus einem fehlgeleiteten Immobilienprojekt, dass für die breite Masse der Bürger nutzlos ist, aber bei wenigen die Kasse klingen lässt. JA zum Ausstieg!

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NOV
23
Stuttgarter Bürger, 01:35 Uhr

Zukunft für Stuttgart ist oben

Seit 1988 schwebt das Kellerbahnhof-Schreckgespenst über der Stadt Stuttgart. Seither hat man nicht ein vernünftiges Argument gehört, warum wir 6,5 Milliarden Euro (!!!) aus dem Fenster werfen sollen, um unseren bewährten Hauptbahnhof zu vergraben und dabei auf halbe Größe und halbe Leistungsfähigkeit zurückzustutzen. Auch die Bahn war anfangs nichts ernsthaft interessiert am Kellerbahnhof. Erst als die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg im Jahr 2001 damit begonnen haben, Steuergelder in Milliardenhöhe im Rahmen von dubiosen Immobiliendeals und überteuerten Nahverkehrs-Bestellungen an die Bahn zu überweisen, wurde der Kellerbahnhof für das auf Bilanzgewinn und Börsengang fixierte DB-Management unter Mehdorn interessant. Und seither plagt das Kellerbahnhof-Schreckgespenst die Stuttgarter. Gute Argumente für das Vergraben des Bahnhofes gibt es nach wie vor nicht – dafür aber inzwischen jede Menge überzeugende Argumente und toll ausgearbeitete Vorschläge für eine interessante Modernisierung unseres Hauptbahnhofes für ein lebenswertes Stuttgart: >>> http://tinyurl.com/6reevaq <<< (pdf-Datei 5,5 MB)

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NOV
22
Leben in Stuttgart, 03:36 Uhr

▀▄▀▄▀ Parkerweiterung und lebendige Stadt mit Kopfbahnhof 21! ▄▀▄▀▄

▪▪▪▪▪ Das Konzept für Kopfbahnhof 21 sieht vor, alle für den Bahnbetrieb vor Ort nicht unmittelbar nötigen Gleisanlagen aus der Innenstadt hinaus zu verlegen, um neuen Raum für Mensch und Natur zu schaffen. Auf dem Gelände des heutigen Abstellbahnhofes wird eine neue riesige Parkfläche als direkte Erweiterung des Rosensteinparks entstehen. Der Schlossgarten bleibt unberührt. Neue Lebensqualität wird durch die Aufwertung des Südflügels und seiner Nutzung für Gastronomie, Freizeit, Kunst und Kultur gewonnen. An die verkehrsberuhigten Südflügel-Terrassen als naturnahe und familienfreundliche Flaniermeile schließt direkt der Schlossgarten an. Der Kopfbahnhof bleibt als Symbol für modernen ökologischen Verkehr in der Mitte der Stadt erhalten. Architektonisch durch eine imposante, lichtdurchflutete Hallenkonstruktion aufgewertet, stellt er einen repräsentativen Empfangsbau für die mit der Bahn anreisenden Gäste Stuttgarts dar. Der Kopfbahnhof als naturnahes und lebendiger Ort, wo sich Tradition und das pulsierende Leben des 21. Jahrhunderts begegnen – nach dem Vorbild der beeindruckenden Kopfbahnhöfe in den großen Städten Europas! ▪▪▪▪▪ Stuttgart hat etwas besseres verdient als eine bedrückende, betongraue und düstere U-Bahn-Station, die eher zur Flucht, als zum Verweilen einlädt! Machen Sie sich selbst ein Bild und vergleichen Sie die Visionen für einen modernisierten Kopfbahnhof mit dem Kellerbahnhof-Projekt. Beachten Sie: Bei Stuttgart 21 besteht das Risiko, dass auf halbem Weg das Geld ausgeht und Stuttgart in eine riesige Baugrube verwandelt wird. Kopfbahnhof 21 hingegen kann modular umgesetzt werden – also Schritt für Schritt, in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln, und ohne Risiko! ▪▪▪▪▪ Deshalb: JA zum Ausstieg aus Stuttgart 21! ▪▪▪▪▪ http://www.ja-zum-ausstieg.de/fileadmin/user_upload/downloads/21110317_K21_Broschuere_lowres.pdf ▪▪▪▪▪ http://www.magazin-world-architects.com/de_08_25_onlinemagazin_s21_de.html ▪▪▪▪▪

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