Stuttgart 21 Montagsdemo zieht auf Umwegen zum Marktplatz

Von unserer Redaktion 

Der Streit zwischen Stadt und Parkschützern über den künftigen Veranstaltungsort der Montagsdemo ist noch nicht beigelegt. Am Montag zogen die Teilnehmer – anders als von der Stadt beschieden – über den Cityring zum Marktplatz.

Stuttgart-21-Gegner haben erneut vor dem Hauptbahnhof die Straße blockiert. Weitere Eindrücke von der Montagsdemo zeigen wir in der Fotostrecke. Foto: Horst Rudel 7 Bilder
Stuttgart-21-Gegner haben erneut vor dem Hauptbahnhof die Straße blockiert. Weitere Eindrücke von der Montagsdemo zeigen wir in der Fotostrecke.Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Eine völlig andere Strecke als geplant haben die Teilnehmer der Montagsdemo gewählt. Statt von der Lautenschlagerstraße aus über Kronen-, Friedrich und Bolzstraße zum Schlossplatz und von dort zum Marktplatz, zog die Menge in die entgegengesetzte Richtung. Die Schillerstraße entlang dem Schlossgarten ging es los, dann bog die Demo auf die Konrad-Adenauer-Straße und folgte dem City-Ring, um über die Holz- und die Marktstraße auf den Marktplatz zu ziehen. Dort, so will es die Stadt, sollen die Kritiker des Milliardenprojekts künftig ihre Kundgebungen abhalten, anstatt auf dem Arnulf-Klett-Platz und auf der Schillerstraße beim Hauptbahnhof.

In der vergangenen Woche war ein Kooperationsgespräch mit Verantwortlichen in der Stadtverwaltung, Vertretern der Polizei sowie der Versammlungsleiterin Carola Eckstein von den Parkschützern ohne Ergebnis beendet worden. Die Parkschützer warfen der Stadt vor, sie sei nicht an einer langfristigen Lösung für die Demo interessiert. Die Argumente des Ordnungsbürgermeisters Martin Schairer (CDU) halten sie für nicht stichhaltig: Der Bürgermeister hatte unter anderem deswegen auf die Verlegung vom Arnulf-Klett-Platz und von der Schillerstraße weg gedrungen, weil der Verkehr und der öffentliche Nahverkehr durch die Straßensperrung regelmäßig stark beeinträchtigt seien.

Die Parkschützer befürchten Auswirkungen auf die Buslinien

Diesem Argument treten die Parkschützer entgegen, indem sie auf die Beeinträchtigungen durch S-21-Bauarbeiten verweisen: „Bald werden mehrere wichtige Stadtbahn-Linien monate- beziehungsweise jahrelang ganz gekappt, und die für Bürgermeister Schairer so wichtige Verkehrsachse soll während des Baus des S-21-Nesenbachdükers komplett unterbrochen werden – und damit auch die Buslinien 40, 42 und 44“, hieß es in einer Pressemitteilung, die nach dem ergebnislosen Kooperationsgespräch von den Parkschützern kam. Als Argument habe diese mögliche Unterbrechung in dem Gespräch selbst aber keine Rolle gespielt.

„Unsere Buslinien 40, 42 und 44 werden wegen der Verlegung des Nesenbachdükers nicht unterbrochen“, sagt hingegen die SSB-Sprecherin Susanne Schupp. Nach den ihr vorliegenden Informationen sei die Verlegung dieses großen Abwasserkanals erst im Jahr 2016 vorgesehen. Das städtische Nahverkehrsunternehmen hatte Ende des vergangenen Jahres auch Aussagen von Tiefbahnhofskritikern, wegen der Bauarbeiten könnten demnächst nicht mehr alle Stadtbahnhaltestellen angefahren werden, widersprochen. Es komme zwar unter anderem wegen des Baus der neuen Haltestelle Staatsgalerie zu anderen Streckenführungen, aber keineswegs zu Sperrungen von Stadtbahn-Haltestellen.