Stuttgart 21 Parkschützern droht Streit mit den SSB

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Die SSB werden in Folge der Bauarbeiten für Stuttgart 21 mehrere Monate auf die Verbindung zwischen der Staatsgalerie und den Haltestellen Hauptbahnhof und Charlottenplatz verzichten müssen. Dagegen wehren sich die Projektgegner. Doch eine neue Kampagne könnte nun selbst zum Streitfall werden.

Die Verbindungen von der Haltestelle Staatsgalerie zum Hauptbahnhof und Charlottenplatz müssen wegen Stuttgart 21 zeitweise gekappt werden. Foto: Michael Steinert
Die Verbindungen von der Haltestelle Staatsgalerie zum Hauptbahnhof und Charlottenplatz müssen wegen Stuttgart 21 zeitweise gekappt werden.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) werden in Folge der Bauarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 für mehrere Monate auf die Verbindung zwischen der Staatsgalerie und den Haltestellen Hauptbahnhof und Charlottenplatz verzichten müssen. Dagegen wehren sich die Projektgegner. Doch die Kampagne, die an diesem Montag begonnen hat, könnte nun selbst zum Streitfall werden.

„Wir fordern Stadt und SSB auf, sich gegen diese neuerlichen Zumutungen der Bahn entschieden zur Wehr zu setzen“, sagt Carola Eckstein, eine Vertreterin der Parkschützer bei einer Pressekonferenz am Montag. Konkretes Problem aus Sicht der Projektgegner ist der Nesenbachabwasserkanal. Während des Baus des sogenannten Dükers werde die Verbindung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz für mindestens neun Monate und die Strecke zum Hauptbahnhof für 26 Monate komplett unterbrochen, so Eckstein.

300 Freiwillige in den Stadtbahnen

Dagegen machen die Parkschützer und sechs weitere Gruppen des Aktionsbündnisses seit Montag mobil. „Wir werden in der ersten Phase der Kampagne in den Bahnen und Haltestellen der SSB Flugblätter verteilen und die Fahrgäste informieren“, kündigt der Pressesprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, an. Die Aktion solle mehrere Monate dauern, es werden sich bis zu 300 Freiwillige beteiligen, so der Pressesprecher weiter.

„Eine Genehmigung brauchen wir für diese Aktionen nicht“, ist sich von Herrmann sicher. „Wir stützen uns auf das sogenannte Fraport-Urteil, nachdem wir das Recht haben, in Anlagen der öffentlichen Hand, die Menschen zu informieren“, erklärt der Pressesprecher. Aus diesem Grund dürfe man auch im Bahnhof selbst ohne Genehmigung Flugblätter verteilen.

SSB fordert Genehmigung

Das sieht die SSB anders: „In unseren Bahnen und in unseren Haltestellen haben wir das Hausrecht“, erklärt die Unternehmenssprecherin, Susanne Schupp. „Für eine solche Protestkampagne ist in diesen Bereichen in jedem Fall eine Genehmigung erforderlich“, fügt sie hinzu. Es sei ein erklärtes Ziel des Unternehmens, den Fahrgästen eine angenehme Fahrt zu ermöglichen, so Schupp. „Dazu gehört auch, dass wir sie zum Beispiel von politischer Werbung fern halten.“

Zum Inhalt der Aktion sagt die Sprecherin: „Dass Stuttgart 21 gebaut wird, ist beschlossene Sache. In der Folge bauen wir unsere Haltestelle Staatsgalerie um. Doch alles, was da geplant ist, wird erst im Jahr 2016 umgesetzt.“ Während der Bauzeit würden sämtliche Haltestellen bedient und die Fahrgäste müssten nicht auf Busse ausweichen, erklärt Schupp. „Wir werden in den kommenden beiden Jahren an einem passenden Ersatzfahrplan arbeiten, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, sagt die SSB-Sprecherin.

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104 Kommentare Kommentar schreiben

@Klaus Bahner, 16:22 Uhr, sehr wählerisch bei Ihren Antworten: Sie wählen gezielt die Punkte meiner Kommentare heraus, bei welchen Sie ein Chance sehen, Ihr Bessersein unter Beweis stellen zu können. Die anderen kritischen Punkte werden einfach ignoiert. --1-- Werter Bahner, Sie schrieben: "Sie scheinen nicht verstehen zu wollen, dass sich die Zahl der Ein/Aus/Umsteiger und erst recht deren Anteil pro Zug ja deutlich verringert, weil mehr Fahrgäste durchfahren können oder woanders umsteigen" - und daraufhin schrieb ich, dass Sie damit den Aussagen der PSA wiedersprechen. Vielleicht hatte ich mich etwas falsch ausgedrückt. Es geht um die Tabelle S.5 der PSA. Dort stehen 303000 Ein-, Aus-, Umsteiger gegenüber ~240000 heute. Und 303000 ist immer noch mehr als 240000 --2-- -a- Tolle Aufzählung was Sie gemacht haben. aber ein Beweis für die Überlastung ist das nicht. -b- Sie vergleichen Birnen mit Äpfeln. 430 Züge stehen eindeutig im Absatz zum 4-gleisigen Abschnitt Esslingen-Plochingen. -c- 1987 - 300 Züge zw. Plochingen und Ulm. Allerdings ging seitdem (1991) die Zahl der Güterzüge von 139 auf 56 zurück. -d- ich akzeptiere, dass die Strecke hoch belasted ist. Aber statt einer unwirtschaftlichen NBS, gäbe es sicher auch andere sinnvolle und billigere Ausbaumaßnahmen. -e- interessanterweise haben die NBS Frankfurt-Köln, NBS Hannover-Berlin ähnliche Verspätungswerte (Zugmonitor, sueddeutsche), obwohl die nicht so belastet sind und bei der zweiten Strecke die Züge meist noch in Berlin beginnen. --3-- "Das schlimme ist, dass sie den gesamten Fernverkehr über Stuttgart unwirtschaftlich macht." Dies ist IHRE AUSSAGE. Und mit Ihrem Geschreibsel von 16:22 haben Sie das nicht belegt. --4-- Und die für Sie und S21 unangenehmen Fragen, Aussagen von mir bleiben außen vor. Ich habe verstanden. Sie müssen so ideal da stehen, wie das von Ihnen vertretene aber leider unwirtschaftliche Projekt S21. - Sie übersehen dabei, dass weder Sie noch S21 ideal sind. --5-- "Zeigen Sie mir einmal die Behauptungen und Zahlen welche die DBahn und die Befürworter zu S21 bisher definitiv (oder zumindestens annähernd) einhalten konnten."

Hoher Verspätungsaufbau durch überlastete Filstalbahn: An Frank, Polen: "Und Sie scheinen nicht verstehen zu wollen, dass Sie mir Ihrer Behauptung der PSA wiedersprechen!" Könnten Sie Ihre Frage vielleicht in klar verständlichem Deutsch stellen? _______________________________________________________ "Wieso sollte die Filstalstrecke überlastet sein? Haben Sie dazu eine "wasserdichte Quelle"?" Die Filstalstrecke ist überlastet, weil dort zuviel Zugverkehr ungleicher Geschwindigkeit aufeinander trifft: ICE, TGV, IC, EC, IRE, RE, RB und Güterverkehr. Dass die Filstalbahn überlastet ist, war schon 1987 der Grund, ein Neubaustreckenprojekt anzustoßen. Bei Wikipedia heißt es zur Filstalbahn: "Mit einer Belastung von bis zu 430 Zügen pro Tag auf dem Streckenabschnitt im Jahr 1970 galt die Filstalbahn als meistbefahrene Strecke im Bundesgebiet... 1987 verkehrten täglich bis zu 300 Züge im Streckenabschnitt zwischen Plochingen und Ulm. Die maximale Leistungsfähigkeit war damit nach Bahnangaben überschritten." Dass das noch heute so ist (und eher schlimmer geworden) ist, können Sie auch an den katastrophalen Verspätungswerten der Filstalbahn sehen - keine Bahnstrecke im Südwesten Deutschlands baut so viel Verspätung auf wie die überlastete Filstalbahn. ______________________________________________________ "können Sie das irgendwie begründen, denn logisch ist es nicht." Es ist ein sehr logisch, dass ein langsamer und überlasteter Streckenabschnitt wie Stuttgart-Ulm sämtliche Verbindungen unattraktiv macht, die ihn enthalten - sei es Mannheim-Salzburg, Karlsruhe-München, Paris-München oder Frankfurt-Augsburg. Deshalb enden so viele Fernzüge in Stuttgart, und die geringe Auslastung Stuttgart-München macht das Weiterfahren unwirtschaftlich. ______________________________________________________ "und was ist mit dem "Hindernis" Ulm-Augsburg - wäre deutlich billiger und zeitlich wahrscheinlich ähnlich effektiv wie die NBS" Hier lassen sich nur ca. 6-8 Minuten Fahrzeit sparen bei einer schnurgerade trassierten ABS. Mit S21+NBS lassen sich 32 Minuten Fahrzeit auf der Magistrale sparen. Die ABS Ulm-Augsburg wird unabhängig davon auch kommen, beide Projekte entfalten dann gemeinsam ihre Wirkung.

auch eine Frage der Leistungs-Fähigkeit: Die Leistungs-Fähigkeit des S21-Bahnhofs-Äquivalents spielt neben der Kosten-, Sicherheits- und Risiko-Frage eine zentrale Rolle. Eine relative Sinnhaftigkeit kann erst dann konstatiert werden, wenn es bei den Kosten-, Leistungs- und Komfort-Parametern zu sinnvollen Entwicklungen kommt. ________________________________________________________ Es steht außer Frage, daß eine vergleichbare Kapazität bei S21 (im Vergleich zum modernisierten Kopfbahnhof) erst erreicht werden kann, wenn der neue S21-Durchgangs-Bahnhof mit mindestens zwölf (statt nur acht) Durchgangs-Gleisen ausgestattet wird. Auch ein grundsätzlich wirtschaftlich betreibbarer "fortschrittlicher" Durchgangs-Bahnhof muß also unter anderem mit einer ausreichenden Anzahl an Bahnsteig-Gleisen ausgestattet sein, um nicht zu einem zukünftigen Engpaß zu werden.

@Klaus Bahner, 08:57 Uhr, Mit S21 kommen Sie ohne Umsteigen nicht einmal dorthin: zumindest wenn man den Stresstestfahrplan betrachtet. Dort müssen Sie sowohl nach München als auch nach Karlsruhe umsteigen, wenn Sie im Filstal wohnen. ----- Und kommen Sie nicht mit irgendwelchen Behauptungen. ----- Zeigen Sie mir erst einmal die Behauptungen und Zahlen welche die DBahn und die Befürworter zu S21 bisher definitiv (oder zumindestens annähernd) einhalten konnten.

@Klaus Bahner, 08:57 Uhr, Mit S21 kommen Sie ohne Umsteigen nicht einmal dorthin: zumindest wenn man den Stresstestfahrplan betrachtet. Dort müssen Sie sowohl nach München als auch nach Karlsruhe umsteigen, wenn Sie im Filstal wohnen. ----- Und kommen Sie nicht mit irgendwelchen Behauptungen. ----- Zeigen Sie mir erst einmal die Behauptungen und Zahlen welche die DBahn und die Befürworter zu S21 bisher definitiv (oder zumindestens annähernd) einhalten konnten.

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