Stuttgart 21 Sorgen um die Anbindung

Von Wenke Böhm 

Welche Auswirkungen wird der Umbau der Haltestelle Staatsgalerie auf den Anschluss des Südens an den Hauptbahnhof haben? Bezirksbeiräte und Bürger machen sich Gedanken.

Die U1 zwischen Vaihingen und Fellbach wird während der Umbauphasen der Haltestelle Staatsgalerie umgeleitet werden. Foto: Alexandra Kratz
Die U1 zwischen Vaihingen und Fellbach wird während der Umbauphasen der Haltestelle Staatsgalerie umgeleitet werden.Foto: Alexandra Kratz

S-Süd - Der Umbau der Haltestelle Staatsgalerie, der ab Mitte 2016 ansteht, treibt Sorgenfalten in die Gesichter einiger Bezirksbeiräte und Bürger im Süden. Um Bedenken frühzeitig auszuräumen, informierten die Stuttgarter Straßenbahnen bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung über ihre Pläne und deren mögliche Auswirkungen auf Linien U1 und U14. Doch viele Antworten blieben die Planer der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) dennoch schuldig.

Man müsse noch prüfen, gründlich untersuchen, analysieren, hieß es mehrfach. Klar ist jedoch jetzt schon: Ohne Einschränkungen wird es nicht gehen. Umleitungen werden notwendig. Für den ersten Bauabschnitt scheint die Sache bereits etwas konkreter. Die Strecke zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz wird wohl für die Arbeiten unterbrochen. Mitte 2016 sollen die Bahnen der Linie U1 voraussichtlich für neun Monate über den Hauptbahnhof und den Berliner Platz umgeleitet werden.

Es ist unklar, ob die U14 über den Hauptbahnhof fahren kann

Unklarer ist die Situation noch für den zweiten Bauabschnitt. In dieser etwa zwei Jahre langen Bauphase wird von Ende 2017 an die Verbindung von der Staatsgalerie zum Hauptbahnhof betroffen sein. Ob die U14 dann noch über den Hauptbahnhof fahren könne, sei derzeit unklar, macht Schmickl deutlich.

Falls es nötig sei, werde eine Auftrennung der Linie U14 dadurch möglich, dass die Linie U12 ab 2017 schon bis Neckartal fahren soll. Im Grunde könnten die Fahrgäste der U14 dann recht unproblematisch umsteigen – wenn nicht am Hauptbahnhof, dann am Charlottenplatz. Auf jeden Fall wolle man vorher noch gründlich die Fahrgastströme unter die Lupe nehmen.

Bezirksbeiräte und Bürger machen sich Sorgen

Johann Schmickl von der SSB verspricht für die gesamte Bauzeit: „Alle Haltestellen werden bedient, gegebenenfalls von der anderen Seite aus.“ Und: „Der Zehn-Minuten-Takt bleibt.“ Zweifel wurden jedoch laut. Gleich mehrere Bezirksbeiräte machten deutlich, dass sie ganz genau auf die Einhaltung achten werden.

Kritik gab es vor allem an der möglichen Linienführung während der zweiten Bauphase: „Es wäre schon wichtig, von hier mit der U14 direkt zum Hauptbahnhof zu kommen“, merkte Norbert Retlich von den Grünen an. Einstimmig beschloss der Bezirksbeirat einen Resolutionsantrag: Er fordert die SSB auf, ihre Betriebskonzepte so anzupassen, dass auch während der zweiten Bauphase eine umsteigefreie Fahrmöglichkeit vom Marienplatz zum Hauptbahnhof erhalten bleibt.

Die Bürger interessierten sich vor allem für Fahrpreise. Ein Anwohner fragte nach Vergünstigungen wegen der Unannehmlichkeiten. Eine Frau wollte wissen, ob sie noch mit Kurzstreckenticket fahren könne, wenn die Bahn wegen des Umbaus zusätzliche Haltestellen anfährt. Hier lautete Schmickls Antwort: Das müsse im VVS-Verbund entschieden werden.

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